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Borna Borna: Hanfplantage beschäftigt Justiz weiter
Region Borna Borna: Hanfplantage beschäftigt Justiz weiter
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08:00 08.11.2018
Rund 3000 Marihuana-Pflanzen wuchsen in dieser illegalen Plantage in Borna. Das erste Urteil gegen einen der Beschuldigten wird von der Verteidigung angefochten. Quelle: LKA
Borna/Neukieritzsch

Eine illegale Cannabisplantage, die im Januar in Borna von der Polizei ausgehoben worden war, beschäftigt Gerichte und Ermittlungsbehörden noch eine Weile weiter. Nach einem ersten Verfahren am Landgericht in Leipzig geht es demnächst am Bundesgerichtshof (BGH) weiter.

Das große Polizeiaufgebot in der Deutzener Straße und ein stundenlang über Borna kreisender Hubschrauber hatten am 24. und 25. Januar zahlreiche Bornaer verunsichert. Die Polizei verweigerte Auskünfte, solange der Einsatz lief. Einige Anwohner hatten Angst, doch letztlich war der Einsatz für die Öffentlichkeit ungefährlich. Die Polizei hatte einen Hinweis auf eine illegale Hanfplantage bekommen und räumte diese.

Der erste, der wegen der 3000 Cannabispflanzen vor Gericht stand, war der Pole Rafal J. Die achte Strafkammer des Landgerichts Leipzig hielt ihn der Beihilfe zum unerlaubten Handeln mit Betäubungsmitteln in nicht unerheblicher Menge für schuldig und verurteilte ihn zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis.

Staatsanwaltschaft hat höhere Strafe gefordert

Das Verfahren wird ein Nachspiel vor dem Bundesgerichtshof haben. Die Staatsanwaltschaft hatte zwar eine höhere Strafe gefordert, gibt sich mit dem Urteil aber dennoch zufrieden und legt keine Rechtsmittel ein, wie Jana Friedrich von der Staatsanwaltschaft Leipzig gegenüber der LVZ sagte. Anders die Verteidigung. Strafverteidigerin Kerstin Linnemann sieht ihren Mandanten, der sich während sieben Prozesstage nie zu den Vorgängen um die Plantage in Borna geäußert hat, nicht als verantwortlichen Mittäter an. Sie hat Revision eingelegt. Nächste Instanz: Bundesgerichtshof.

Doch nicht nur dort geht die juristische Aufarbeitung der illegalen Hanfplantage in Borna weiter. Die Leipziger Staatsanwaltschaft, so Staatsanwältin Friedrich, ermittle noch gegen drei weitere Männer, und zwar „jeweils wegen des Tatverdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz“, so die Sprecherin. Es handele sich um zwei Polen, 29 und 35 Jahre alt, und um einen 35-jährigen Deutschen.

Zweite Cannabisplantage entdeckt

Ob und wann diese sich vor Gericht verantworten müssen, stehe noch nicht fest. Friedrich: „Derzeit kann noch nicht abgeschätzt werden, wann mit einem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist.“ Nähere Angaben macht die Staatsanwaltschaft nicht, „da andernfalls der Ermittlungserfolg gefährdet sein könnte.“

In einem anderen Fall einer illegalen Cannabisplantage, der erst vor zwei Monaten aufgedeckt wurde, ist die Staatsanwaltschaft noch nicht einmal mit den Ermittlungen befasst. Hier läuft noch die Polizeiarbeit, bestätigte Uwe Voigt von der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig. Es geht dabei um einen 62-jährigen Deutschen, dem vorgeworfen wird, in einer Halle auf dem Gewerbegebiet Lippendorf eine Plantage mit rund 500 Pflanzen betrieben zu haben.

Tatverdächtiger noch auf freiem Fuß

Polizisten durchsuchten am 6. September sowohl die Halle als auch die Wohnung des Mannes. Derzeit laufe noch die Auswertung des dabei sicher gestellten Materials, sagte Voigt. Der Mann sei unterdessen nach wie vor auf freiem Fuß. Auch die drei im Falle der Bornaer Plantage noch Verdächtigen sind nicht in Untersuchungshaft. Der nicht rechtskräftig verurteilte Rafal J. saß seit seiner Festnahme im Gefängnis.

Von André Neumann

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