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Borna: Jeki geht weiter

Borna: Jeki geht weiter

Das Musikförderprojekt Jeki kann fortgeführt werden. Mit dieser Botschaft kehrte Klaus-Dieter Anders, Direktor der Musik- und Kunstschule "Ottmar Gerster" des Landkreises Leipzig und Vorsitzender des sächsischen Landesmusikschulverbandes, von einem Treffen mit Sachsens Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer (parteilos), zurück.

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Klaus-Dieter Anders im Gespräch mit Ministerin Sabine von Schorlemer. Der Musikschulleiter ist froh, dass es mit Jeki weitergeht.

Borna. Jeki steht für "Jedem Kind ein Instrument". Dahinter verbirgt sich ein vom Freistaat Sachsen finanziertes Projekt des Landesmusikschulverbandes, bei dem Kinder in der ersten Klasse völlig kostenlos und in der zweiten Klasse für einen vergleichsweise niedrigen Beitrag der Eltern ans Musizieren herangeführt werden. Im Leipziger Land genießen auf diese Weise derzeit etwa 300 Mädchen und Jungen an sechs Grundschulen - Böhlen, Rötha, Neukirchen, Lobstädt, Borna-Nord und Borna-West - eine musikalische Ausbildung. In Sachsen sind es insgesamt 51 Grundschulen.

In der ersten Klasse kommen einmal die Woche Musikschullehrer in die Schule, wobei die Klassen geteilt werden. Im Leipziger Land sind das Anja Seifferth und Stephan Mühl. Die bringen den Kindern Woche für Woche neue Instrumente mit, die Mädchen und Jungen können sie in die Hand nehmen und ausprobieren. Einmal im Monat kommt zusätzlich der Musikschul-Fachlehrer für die jeweilige Instrumentengruppe dazu. Am Ende des ersten Schuljahres entscheiden Kinder und Eltern, ob sie in der zweiten Klasse weiter an Jeki teilnehmen, dann können sie sich für ein Instrument entscheiden. Es findet Gruppenunterricht statt, und die Kinder nehmen ihr Instrument zum Üben mit nach Hause. Dafür müssen für das gesamte Schuljahr 120 Euro gezahlt werden, bei Nachweis der Bedürftigkeit, werden die erlassen. Auf diese Weise werden im ersten Schuljahr alle und im zweiten immer noch rund 60 Prozent der Grundschüler erreicht, bilanziert Anders.

Ob Jeki nach der ersten dreijährigen Probephase weitergeführt werden kann, war lange nicht hundertprozentig klar. Jetzt, sagt Anders nach dem Gespräch mit Ministerin von Schorlemer, gebe es vom Freistaat das klare Signal, das Projekt in diesem und im nächsten Jahr weiter zu finanzieren. Wobei der Freistaat in Haushaltjahren, nicht in Schuljahren rechnet, Anders aber gute Chancen für die schrittweise Fortführung sieht.

Ausschlaggebend dafür dürfte auch ein wissenschaftlicher Evaluierungsbericht von Ines Mainz gewesen sein. Die Professorin an der Leipziger Musikhochschule habe unter anderem nachgewiesen, dass sich durch den Instrumentalunterricht auch das Sozialverhalten der Kinder ändere. "Wer miteinander musiziert", bringt Anders das auf den Punkt, "der geht auch freundlicher miteinander um." Damit erreiche man mit Jeki auch Effekte, die weit über den Wert der musikalischen Ausbildung hinausgehen, stellt er fest.

Nachdem klar ist, dass es im nächsten Jahr weitergeht, will Klaus-Dieter Anders jetzt die Schulleiter der Grundschulen zu ersten Absprachen für das kommende Schuljahr einladen. Denn bei allein rund 200 Erstklässlern, die von zwei Musikschullehrern betreut werden, ist Jeki auch eine logistische Herausforderung für die Stundenplanung.

Darüberhinaus will der Musikschulleiter weitere Verbündete in den Orten suchen, sieht er doch noch Handlungsbedarf im Anschluss an die zweite Klasse. Nicht alle Jeki-Teilnehmer wollen dann den direkten Weg zur Musikschule gehen, viele wollten aber doch weiter musizieren. Deswegen möchte Anders gern örtliche Vereine, Orchester, Kirchenmusikgruppen und dergleichen mit ins Boot holen, die die Kinder nach der zweiten Klasse aufnehmen.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.03.2013

André Neumann

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