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Borna Borna: Jugendliche aus dem Habitat wollen mit eigenem Theaterstück ins Rathaus
Region Borna Borna: Jugendliche aus dem Habitat wollen mit eigenem Theaterstück ins Rathaus
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11:15 19.02.2018
Kunstpädagogische Angebote sind aus dem Habitat nicht wegzudenken. Weshalb Erzieherin Claudia Füssel und Thomas Eckel regelmäßig neue Bilder aufhängen. Quelle: Thomas Kube
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Borna

Weltpremiere im Kinder- und Jugendhaus Habitat in Borna: Kürzlich zeigten die Bewohner vor ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern ein Theaterstück, das demnächst auch im Rathaus der Kreisstadt aufgeführt werden soll. Damit will das Habitat – eine Einrichtung der Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH – mehr Beachtung in der Öffentlichkeit finden und klar machen, dass Klischees gegenüber den dort lebenden Kindern und Jugendlichen vollkommen fehl am Platze sind.

Das Stück – unter Anleitung der Kunsttherapeutin Maren I. Kühn – und unter Zusammenarbeit der Bewohner entstanden, dreht sich um zwei Kinder, die sich auf die Suche nach einem Schatz machen, der ihre kranke Mutter heilen soll. Um das Ende vorweg zu nehmen: Nach vielen Abenteuern gelingt das Unterfangen, und die Mutter lernt, dass ihre Kinder das Beste sind, was sie hat. „Das Thema ist eng an die Realität angelehnt, die Jugendlichen selbst haben das Thema in den Fokus gerückt und anschließend umgesetzt“, macht Thomas Eckel, dem die amtierende pädagogische Leitung unterliegt, deutlich.

Fast ein ganzes Jahr lang haben sich die Bewohner auf ihren Auftritt vorbereitet, „Bühnenbilder und Vorhänge angefertigt und unzählige Male geprobt“, wie Kühn sagt. Seit Jahren ist sie für die kunstpädagogischen Angebote im Habitat zuständig und immer wieder stolz, wie selbstständig die Jugendlichen an Bildern und Theaterstücken arbeiten. „Im Grunde machen sie alles alleine, wir geben lediglich kleine Hilfestellungen“, betont sie. Auch um Technik und Verteilung der Rollen würden sich die Nachwuchsdarsteller selbst kümmern.

Rund 40 Besucher sahen vor wenigen Tagen die Erstaufführung und waren begeistert von den jungen, mutigen Schauspielern, „in denen so viel Potenzial steckt“, wie Eckel betont. Es sei dringend erforderlich, mit dem Klischee aufzuräumen, dass die Kinder und Jugendlichen aus dem Habitat alle nur ihr Päckel zu tragen hätten. „Sie lernen, ihre Fähigkeiten auszuloten und sich auf Neues einzulassen“, erklärt der amtierende pädagogische Leiter des Hauses. Vor allem zeigten sie Rücksicht und unterstützten andere aus der Gruppe, wo es nur ging. Kurzum: „Sie bringen Ressourcen mit, die von vielen überhaupt nicht wahrgenommen werden.“

Eckel und seine Schützlinge wollen das Theaterstück nun auch außerhalb des Habitats zeigen, erste Station wird das Rathaus, der Termin allerdings steht noch nicht fest. „Wir wollen uns präsentieren und nicht abseits stehen“, erklärt Eckel. Nur so könne mit Vorbehalten gegenüber den jungen Bewohnern – darunter auch Mütter mit ihren Kindern – aufgeräumt werden.

Von Julia Tonne

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