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Borna Borna: Laubendach ist Zankapfel zwischen Kleingartenverein und Erben
Region Borna Borna: Laubendach ist Zankapfel zwischen Kleingartenverein und Erben
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09:49 28.02.2018
Dieses Dach ist Auslöser des Streits. Dabei trotzt es ohne Schweißbahnen Wind und Wetter. Quelle: Andreas Schug
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Borna

Seit einem halben Jahr tritt Andreas Schug auf der Stelle, wird den Kleingarten seiner verstorbenen Mutter in der Anlage Neu Magdeborn in Borna nicht los. Der Grund: Der Verein stimmt einem Nachfolgepächter nicht zu, solange das Dach der Laube auf der Parzelle nicht ordnungsgemäß repariert wurde.

Verein erteilte Auflage

Doch von vorne. Im Sommer vergangenen Jahres war Christa Schug verstorben, ihr Sohn kündigte den Pachtvertrag. Der Verein erteilte daraufhin die Auflage, die Laube abzureißen, sollte sich kein Nachfolger für die Parzelle finden, oder das Dach zu reparieren, wenn es einen Interessenten geben sollte. „In den darauffolgenden Wochen habe ich einen Nachfolger gefunden und das Dach mit Schindeln ausbessern lassen, es hat jetzt sogar kürzlich den Sturm Friederike unbeschadet überstanden“, erzählt Schug.

Dennoch stimmte der Verein dem neuen Pachtvertrag nicht zu – wegen nicht aufgebrachter Schweißbahnen. Für Schug ein Unding, „das Dach ist ordnungsgemäß gedeckt worden, ich kann nicht nachvollziehen, warum sich der Vorstand weigert, dem Nachfolgepächter zuzustimmen“, macht er deutlich.

Kleingartensaison steht bevor

In wenigen Wochen beginnt in sämtlichen Kleingartenanlagen die Saison, Schug allerdings hat die Befürchtung, dass der potentielle neue Pächter, der gar schon die Kaution gezahlt hat, wegen der Querelen abspringt, „Dann bleibe ich weiterhin auf den Kosten sitzen“. Für den Verein Neu Magdeborn selbst ist das Prozedere üblich.

„Gibt es keinen Nachpächter, müssen Wege, Beeteinfassungen und nicht zulässige Bäume entfernt werden, die Laube ist zurückzubauen“, erklärt Dennis Leischner, Vorsitzender der Sparte. Gebe es hingegen einen Nachfolger, sei alles in ordnungsgemäßen Zustand zu übergeben – und dazu gehörten nun einmal Schweißbahnen auf dem Dach. „Das hat der Vorstand gemeinsam beschlossen, da lassen wir auch nicht mit uns diskutieren“, sagt er.

Anwalt ist eingeschaltet

Schug aber lehnt es ab, weitere Arbeiten an dem Dach vorzunehmen, die Bahnen seien lediglich eine unnötige Belastung und auch nicht notwendig, „da das Dach sicher und dicht ist“. Aufgrund der verfahrenen Situation hatte er sich kürzlich an eine Schiedsstelle gewendet, jetzt aber doch einen Anwalt eingeschaltet. Er hofft, dass die Auseinandersetzung damit endlich einen Abschluss findet, denn mit dem Streit über das Dach ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Als die Mutter starb, kündigte ihr Sohn daraufhin die Hausratversicherung, über die die Laube auf der Parzelle mit versichert war. „Mit anderen Worten: seit mehr als einem halben Jahr besteht für die Laube kein Versicherungsschutz“, erzählt Schug. Hinzu komme außerdem, dass die Erben nicht erbrachte Arbeitsstunden von Christa Schug nachzahlen müssen. „Aber ist es denn rechtens, dass eine schwer kranke Frau Stunden abzuleisten hat?“, fragt ihr Sohn. Laut Leischner ist es das, die Mithilfe der Mitglieder sei für den Erhalt der Anlage unerlässlich.

Dennoch: Für Schug ist der Umgang von Seiten des Vorstands in keiner Weise nachvollziehbar. „Meine Mutter hatte ihren Garten 37 Jahre lang, da könnte man doch ein gewisses Maß an Entgegenkommen erwarten.“

Von Julia Tonne

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