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Borna: Lekkerland gibt Auskunft

Borna: Lekkerland gibt Auskunft

Das Logistik-Unternehmen Lekkerland hat bundesweit 15 Auslieferungslager. Eins davon soll sich künftig in Borna befinden. Auf einer Informationsveranstaltung der Stadt am Montag im Goldenen Stern gab es keinen Zweifel daran, dass das im Prinzip alle wollen.

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Zuhörer im Spiegelbild: Gut besucht war der vorgestrige Informationsabend im Goldenen Stern zur Lekkerland-Ansiedlung in Borna.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Gibt der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstag grünes Licht für die Finanzierung der Planungsleistungen, mit denen auf dem Gewerbegebiet Borna-Ost die Voraussetzungen für die Ansiedlung des Unternehmens geschaffen werden sollen, würde das Unternehmen in zehn Monaten in Borna seinen Betrieb aufnehmen.

Die Zahlen waren gigantisch, die Gerd-Wilhelm Brüning, Logistik-Direktor von Lekkerland, nannte. Das Unternehmen, 1960 als Zusammenschluss regionaler Süßwarenhändler gegründet, macht jährlich mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz, hat 5500 Mitarbeiter und beliefert vornehmlich Tankstellen und Kioske, aber auch Baumärkte in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien.

Bärbel Meschke, auf deren Tisch in der Stadtverwaltung alles zusammenläuft, was mit Wirtschaftsförderung zu tun hat, verwies deshalb auf die Effekte der Lekkerland-Ansiedlung: die Stärkung der Wirtschaftskraft und natürlich Arbeitsplätze.

Davon soll es in dem neuen Logistikzentrum 130 geben, von denen allerdings nach Angaben von Lekkerland-Logistik-Direktor Brüning das Gros mit Mitarbeitern vom bisherigen Standort Hartmannsdorf besetzt wird. Selbstverständlich werde Lekkerland in Borna Gewerbesteuer zahlen, sagte er. Eine wichtige Aussage. Schließlich hatte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) zuvor darauf verwiesen, dass mehr als 40 Prozent der Einnahmen der Stadt Borna aus Steuern, Gewerbesteuer vor allem, bestehen.

Der Verkaufspreis von zwölf Euro pro Quadratmeter, den die Firma VGB zahlt, die das Gelände auf dem Gewerbegebiet Ost für Lekkerland aufbereitet, sei fair, machte Wim Schwarzpaul, Technischer Direktor des Unternehmens, klar. Die eigentlichen Kosten lägen weit höher, weil es sich bei der Fläche um Bergbauboden handelt, der aufwendig nutzbar gemacht werden müsse. Lekkerland-Logistik-Direktor Brüning verwies darauf, dass der Preis auf Grundlage "knallhart ausgehandelter Sätze" zustande gekommen sei.

Landrat Gerhard Gey (CDU) war es, der etwas Wasser in den Wein der Euphorie angesichts der möglichen Lekkerland-Ansiedlung schüttete. Zwar würdigte er die "ganz neue Qualität" der Infrastruktur, durch die sich Borna seit Fertigstellung der Autobahn von Chemnitz auszeichne. Die Ansiedlung von Lekkerland sei ein "positives Zeichen". Ein Problem sei in diesem Zusammenhang aber der Wiederaufbau des geschlossenen Freibades An der Wyhraaue, der im nächsten Jahr erfolgen soll und an den die Stadt durch das erfolgreiche Bürgerbegehren auch gebunden sei. Weil beides - Freibad und Lekkerland-Ansiedlung - in einem Jahr nicht zu finanzieren seien, müssten Prioritäten gesetzt werden. Landrat Gey: "Es muss alles daran gesetzt werden, dass Lekkerland kommt." Der Wiederaufbau des Freibades müsse verschoben werden und bei den Bürgern um Verständnis dafür geworben werden. "Wenn alle an einem Strang ziehen, dann geht das."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.11.2014
Nikos Natsidis

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