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Borna Borna: Michael Frank feiert Bühnenjubiläum als Puppenspieler
Region Borna Borna: Michael Frank feiert Bühnenjubiläum als Puppenspieler
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13:00 11.02.2019
Der Bornaer Puppenspieler Michael Frank Borna feiert in diesem Jahr sein Bühnenjubiläum. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

In einem bestimmten Alter spielt fast jedes Kind einmal mit Puppen. Auch Theater, ganz klassisch mit Kasper. Meist gibt sich das. Anders bei Michael Frank. Der Bornaer vom Jahrgang 1964 ist leidenschaftlicher Puppenspieler und seit Jahrzehnten über seiner Heimatstadt hinaus bekannt. In diesem Jahr hat er Jubiläum. Michael Frank steht seit nunmehr 35 Jahren mit seinen Handpuppen auf der Bühne.

Beginn im Bornaer Sputnik-Kindergarten

Begonnen hatte alles aber schon viel früher. Im Bornaer Sputnik-Kindergarten, wo es den kleinen Michael immer wieder zu den Handpuppen zog. Zu Hause spielte er mit Schwester Ines. Die war vier Jahre älter und malte die Puppen, die ihr Bruder dann bewegte. Entsprechende Inspirationen gab es ausreichend zu DDR-Zeiten, und deshalb verwundert es kaum, dass Herr Fuchs, Frau Elster und Pittiplatsch zu Vorbildern wurden. „Wir haben deren Geschichten nachgespielt.“

Das ist die Hexe von Michael Frank, dem Bornaer Puppenspieler. Quelle: Jens Paul Taubert

Taddeus Punkt zu Besuch in Borna

Jahre später fügte es sich, dass Michael Frank mit Heinz Fülfe sozusagen die Stimme von Frau Elster kennenlernte. Der Bauchredner, auch bekannt als Taddeus Punkt im Sandmännchen des DDR-Fernsehens, kam regelmäßig zum Verwandtenbesuch nach Borna.

Gründung der Bornaer Puppenspieler

Entscheidend aber für die Entwicklung des Puppenspielers Michael Frank, der heutzutage bis zu 15 Mal pro Jahr Auftritte mit seinen Puppen hat, war die Bekanntschaft mit Hans Frannek (1908 bis 1995). Der Vater des Born’schen Kaspers wurde sein Mentor. Michael Frank gründete zunächst 1980 mit Schulfreunden die „Bornaer Puppenspieler“, die es vier Jahre lang gab und die, DDR-bürokratisch korrekt, eine Einstufung als Volkskunstkollektiv bekam – damals der Freifahrschein für Auftritte auf öffentlichen Bühnen.

Puppenspieler Michael Frank aus Borna bewahrt auch das Andenken an den einstigen Puppenspieler Hans Frannek. Quelle: privat

Arbeit im Tagebau Borna-Ost

Allerdings kam der Punkt, „dass ich etwas eigenes machen wollte“, erinnert sich Frank. Da hatte er schon seine Ausbildung zum Maschinisten für Tagebaugroßgeräte absolviert, („heute heißt das Maschinenschlosser“), und arbeitete in den Tagebauen Borna-Ost und Bockwitz. Seine Premiere als Solist mit Handpuppen hatte Michael Frank am 1. April 1984 im Kulturhaus Espenhain.

Die Folge waren viele Briefe, „aber nicht aus Borna, sondern aus dem Kreis Altenburg“. Dennoch hatte der Puppenspieler daraufhin auch Auftritte im Bornaer Stadtkulturhaus. Und überhaupt. Die Schichtarbeit im Tagebau machte es möglich, dass ihm genügend Zeit für seine Leidenschaft blieb und er regelmäßig in Kindergärten auftrat.

Bornaer Puppenbühne in Berlin

Die sind für ihn heute noch besonders wertvoll. „Weil Kinder die Wahrheit sagen, Ideen haben und auch kein Geheimnis daraus machen, was ihnen nicht gefällt.“ Dass Michael Frank exakt eine Woche vor dem Mauerfall am 9. November 1989 eingezogen wurde und daraufhin die Wende-Wochen in der Uniform eines Bereitschaftspolizisten erlebte, war Schicksal. Das aber führte ihn in dieser Zeit in die DDR-Hauptstadt, so dass er gute Verbindungen dahin knüpfen konnte. In den (Ost-)Berliner Stadtbezirken Pankow und Hellersdorf baut er jedenfalls auch heute noch gern seine Puppenbühne auf.

Puppenspieler Michael Frank in der Kita Sternschnuppe in Leipzig. Quelle: Andre Kempner

Vor und nach der Wende im Geschäft

Während er auch nach Wende und Wiedervereinigung als Puppenspieler im Geschäft blieb, sorgte der gesellschaftliche Wandel für eine wesentliche hauptberufliche Veränderung. In einer Zeit, als die Arbeit in der Kohle wenig bis gar keine guten Zukunftsperspektiven versprach, sattelte er um. „Ich bin zur Eisenbahn gegangen“, sagt Michael Frank, was ohnehin schon lange sein Wunsch war.

Heute ist der Job als Zugschaffner im ICE, der ihn kreuz und quer durch Deutschland führt, auch ein Input für seine Puppen-Geschichten. Etwa dann, „wenn jemand 400 Kilometer weit fährt und dann merkt, dass er in den falschen Zug gestiegen ist“. So etwas lässt sich in der Tat nur schwer erfinden.

Auftritt im ZDF-Fernsehgarten

Aktuell hat Michael Frank Stücke in seinem Repertoire. Dazu gehören Klassiker wie „Kasper kauft sich ein Haus“, das er zu Eröffnung der Mädler-Passage in Leipzig durch den später gefallenen Baulöwen Jürgen Schneider spielte, ebenso wie Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Frank war Gast auf der Expo 2000 in Hannover und vor Jahren auch in ZDF-Fernsehgarten.

Im Raum Dresden ist er regelmäßig zu Gast, aber auch an der Ost- und der Nordsee. Bei seinen Stücken kommen Kinderlieder zum Einsatz, die der Kasper singt, darunter auch das Lied vom kleinen Teddybären, das sicher jeder kennt, der bis 1989 zwischen Binz und Borna in einer Kindereinrichtung war.

Jubiläumsfeier im Bornaer Stadtkulturhaus

Am 27. April feiert er sein Bühnenjubiläum im Stadtkulturhaus mit einem Gastspiel des Puppentheaters Harlekin. Bereits am 20. März spricht Michael Frank über den „Born´schen Kaser einst und heute“.

Von Nikos Natsidis

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