Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Borna: Museum bereitet Jubiläen vor
Region Borna Borna: Museum bereitet Jubiläen vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 03.08.2012
Anzeige
Borna

Bei den Vorbereitungen der Ausstellungen spielt der Geschichtsverein Borna eine herausragende Rolle.

Es muss schlimm gewesen sein vor 199 Jahren in Borna kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober. Die Stadt war vollständig belegt, sagt Gert Schreiber, der Vorsitzende des Geschichtsvereins und einer der Aktivposten in Sachen Heimatgeschichtsforschung in Borna. „Borna war eine Lazarettstadt", was bedeutete, dass sämtliche Schulen, Kirchen und natürlich die Privatquartiere mit Blessierten, wie die Verwundeten in dieser Zeit genannt wurden, belegt waren. Darum soll es im Rahmen einer Ausstellung gehen, die im nächsten Jahr im Museum zu sehen sein wird. Schließlich waren alle Nationen, die sich bei der Völkerschlacht kurz darauf einander bittere Kämpfe lieferten, in Borna – Franzosen ebenso wie Russen, Österreicher und Preußen. In der Stadt, sagt Schreiber, befand sich das Hauptquartier, bevor es später nach Rötha verlegt wurde. Für die Bevölkerung waren die Truppen eine unsägliche große Last. „Wir wollen deshalb auch die Drangsal zeigen, unter dem die Menschen damals zu leiden hatten", sagt der Geschichtsvereinschef weiter. Die Truppen hatten es auf alles abgesehen, was sich verbrennen ließ, schließlich brauchten die Soldaten Feuer. Und so wurden in jenen Tagen Möbel und Haustüren requiriert. Die Bevölkerung, so der Historiker, wurde ausgeplündert. Das gilt auch für alles, was als Nahrung gelten konnte. Immerhin gab es später für die gebeutelten Bornaer eine Entschädigung. Neben dem Völkerschlachtsjubiläum steht auch der Reformator Martin Luther im Mittelpunkt der Bemühungen der Vereinsmitglieder und des Museums. Im Museum gibt es eine große Sammlung von Gesangsbüchern. Und wer weiß, welche Bedeutung Luther der Musik zugemessen hat, der erkennt den Reiz einer Schau, in der genau das im Mittelpunkt stehen soll. Darum kümmern sich die Vereinsmitglieder ebenso wie um die Vorbereitung einer Ausstellung in zwei Jahren. Dann jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Schreiber: „Wir wollen eine Ausstellung mit Feldpostbriefen zeigen." Davon gibt es im Museum eine Menge. In den Briefen wird die Kriegszeit aus der Perspektive von Betroffenen sowohl an der Front als auch in der Heimat reflektiert. Gegenwärtig werden die Briefe in die heutige Schrift übertragen, eine Sisyphusarbeit, bei der sich die etwa 40 Mitglieder des Geschichtsvereins stark ins Zeug legen.

Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mancher spricht vom Wunder in Rötha, doch es ist mehr als das: Die seit zwei Jahren überflutete Straße unterhalb der B 95 kann wieder benutzt werden. Zu den Dankbaren gehören die Landwirte der Agrargenossenschaft, die mit ihrer Technik wieder auf die von ihnen bewirtschafteten Kippenflächen jenseits der Bundesstraße kommen, Gärtner, die den Weg zur Kompostieranlage suchen, viele Radfahrer.

02.08.2012

Es ist Sommer, das Wetter (hoffentlich) schön, und in jedem Fall eine Zeit der Bilder oder auch der Fotos. Die lassen sich heutzutage viel leichter schießen als in den Jahren, als die goldene Regel für den Umgang mit der Pouva Start noch lautete: Sonne lacht, Blende acht.

02.08.2012

Seit Mittwoch ist die Verwaltungsspitze im Landratsamt Borna wieder komplett. Im Nachbarzimmer von Landrat Gerhard Gey (CDU) nahm der 43-jährige Dirk Rasch als neuer Dezernent Platz.

02.08.2012
Anzeige