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Borna: Nach Sanierung will Verein Bürgertreff übernehmen – Antrag läuft

Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Borna: Nach Sanierung will Verein Bürgertreff übernehmen – Antrag läuft

Die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig beweist Mut. Sie will die Immobilie des Bürgertreffs in Borna-Ost übernehmen. Ein entsprechender Antrag bei der Kommune wurde gestellt. Aber das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auf dem ehemaligen Schulhof der Neuseenlandschule soll eine Beachvolleyball- und Eislaufanlage entstehen.

Einweihung nach der Sanierung. 90 000 Euro hat der Verein in den Ausbau des Bürgertreffs investiert.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig will Nägel mit Köpfen machen. Eigenen Angaben zufolge hat sie bei der Stadt Borna Ende vorigen Jahres einen Antrag zur Übernahme der Immobilie des Bürgertreffs in Borna gestellt. „Wir wollen Eigentümer der Haushälfte werden“, sagte Wolfgang Osterkamp, Geschäftsführer des Vereins. Seit 2011 bewirtschaftet der Bürgertreff die Hälfte des Vereinshauses in der Schulstraße von Borna-Ost. In den übrigen Räumen der Immobilie betreibt die Kindervereinigung Leipzig ein Freizeitzentrum.

Der Vorstoß der Initiative ist nicht etwa von Größenwahn geprägt. „Wir wollen uns an diesem Standort langfristig aufstellen“, sagte Osterkamp. Deshalb hatte der Verein 2014 umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Bauhülle durchgeführt. Mit Hilfe der Mitglieder waren aus der für den Abriss vorgesehenen Neuseenlandschule gut erhaltene Türen und Fenster aus- und ins Vereinshaus eingebaut worden. Vorerst nur in der vom Bürgertreff genutzten Hälfte. Aber wie Osterkamp versicherte, sei ausreichend Material vorhanden, um auch den Teil der Kindervereinigung damit auszustatten. Zudem ist die Heizung im gesamten Gebäude erneuert worden. Auch beim Innenausbau hatten die Handwerker im Verein kräftig zugepackt. Die elektrische Installation und die sanitären Anlagen wurden modernisiert. Insgesamt investierte die Initiative 90 000 Euro in den barrierefreien Umbau, der mit 25 000 Euro gefördert worden war. „Den Eigenanteil haben wir selbst erwirtschaftet“, so Osterkamp. Unter anderem war der Schrott aus der Neuseenlandschule ausgebaut und vermarktet worden, bevor der Abrissbagger anrollte.

Wegen der hohen Investition hatte der Verein sich bereits zum damaligen Zeitpunkt mit dem Gedanken beschäftigt, das Engagement nachhaltig zu gestalten. Die Überlassung von Grundstück und Gebäude sei bereits mit Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) besprochen worden. „Wir haben sie gebeten, das in die entsprechenden Gremien einzubringen“, sagte Osterkamp. Nach Gesprächen, unter anderem mit Vertretern der Sozialdemokraten im Stadtrat und vom Gewerbeverein, hätte es erneut positive Signale für das Projekt gegeben.

Als städtische Immobilie hat die Verwaltung von Borna das Gebäude natürlich auf dem Schirm. Wie aus dem Konzept zur nachhaltigen Stadtentwicklung hervorgeht, soll das Vereinshaus als Integrationsstandort profiliert werden. Wegen des ausgeprägten Anteils von sozial Schwachen und Einwohnern mit Migrationshintergrund bestehe in Borna-Ost ein besonders hoher Bedarf an offenen Begegnungsstätten, heißt es in der Begründung. Ein grüner Wohngebietstreffpunkt mit Aktivbereich wird vorgeschlagen, der auch von Sportvereinen genutzt werden könne. Dazu müsse das Vereinshaus jedoch energetisch saniert werden. Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) soll das Vorhaben vorantreiben.

Mit dieser Strategie sieht sich der Verein in seinen Plänen bestätigt. „Wir wollen der Anlaufpunkt im Stadtteil Ost werden“, sagte Osterkamp. Der Bürgertreff biete mit seinem attraktiven Außenbereich viele Möglichkeiten. Zudem gebe es Pläne, einen Teil des Schulhofes der Neuseenlandschule zu nutzen. Ein Beachvolleyballplatz im Sommer und eine Eislaufanlage im Winter könnten attraktive Sportmöglichkeiten bieten. „Aber für weitere Investitionen benötigen wir Planungssicherheit“, so Osterkamp. EFRE-Fördermittel könne die Stadt an den Verein weitergeben.

Die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative Leipzig hat 50 Mitglieder. In Borna betreibt sie den Bürgertreff, die Obdachlosenunterkunft, das Sozialkaufhaus in Gnandorf und einen Geschäftsbetrieb. Bis auf die Obdachlosenunterkunft, die von der Kommune regelmäßige Zuschüsse erhält, werden die übrigen Bereiche querfinanziert aus Einnahmen des Sozialkaufhauses und des Geschäftsbetriebes, der Aufträge im Bereich der Grünpflege und Haushaltauflösungen übernimmt. Im Bürgertreff Borna-Ost wird täglich ein preiswertes Mittagessen angeboten. Sozialarbeiter kümmern sich um Menschen, die in eine persönlichen oder wirtschaftlichen Schieflage geraten sind.

Von Birgit Schöppenthau

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