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Borna Borna: Neue Angebote für Grundschüler im Volkskundemuseum Wyhra
Region Borna Borna: Neue Angebote für Grundschüler im Volkskundemuseum Wyhra
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17:52 04.08.2016
Vertauschte Rollen: Lehrer aus Regis und Deutzen lassen sich von Museumsleiter Hans-Jürgen Ketzer (4.v.r.) zeigen, welche neuen Angebote es im kommenden Schuljahr im Volkskundemuseum gibt. Quelle: Julia Tonne
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Borna/Wyhra

Vertauschte Rollen im Volkskundemuseum im Bornaer Ortsteil Wyhra: Am Mittwoch und Donnerstag saßen Grundschullehrer aus der Region sozusagen an den Pulten, während Museumsleiter Hans-Jürgen Ketzer neue Angebote vorstellte. Schulen aus Bad Lausick, Regis-Breitingen und Deutzen hatten ihre pädagogischen Tage genutzt, um sich unter anderem über den neuen Märchenparcours und das Projekt „Alles ohne Strom“ zu informieren.

Dabei sind die Lehrer und vor allem deren Schüler längst keine unbekannten mehr in Wyhra, Sowohl die Regiser als auch die Deutzener verbringen auf dem Gelände zahlreiche Tage im Schuljahr. „Das Museum gehört zur Region, die Angebote sind vielfältig und passen zum Lehrplan“, begründet Silke Schröder, Leiterin der Deutzener Grundschule. Vor allem gebe es so viele Themen, die bei den Kindern gut ankommen würden, zum Beispiel das Landleben und Kinderspiele vor 100 Jahren.

Ergänzt werden die bisherigen Möglichkeiten des Museums nun durch drei neue Varianten. Eine davon ist der Märchenparcours, bei dem die Grundschulkinder „Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen“, wie Ketzer betont. Auf dem Hof seien etliche Gegenstände im Original zu finden, die in Märchen eine Rolle spielten: beispielsweise ein Brunnen, ein Ofen, das Spinnrad und ein Uhrenkasten. „Die Kinder können dann selbst ausprobieren, wie diese Dinge funktionieren, und vielleicht auch die Märchen besser verstehen“, erklärt der Museumsleiter.

Weitere neue Angebote sind die Schatzsuche und „Alles ohne Strom“. Während es bei ersterem um den Kartoffelanbau und die anschließende Ernte geht, dreht sich beim zweiten Projekt alles um den Antrieb von Maschinen und das Bedienen von Instrumenten und Haushaltsgeräten, ohne vorab den Stecker in die Steckdose stöpseln zu müssen. Undine Winkler, Grundschulleiterin aus Regis-Breitingen, ist von dem Projekt schon jetzt angetan – und geht davon aus, dass auch die Kinder fasziniert sein werden. „Heute leben die Kinder im Luxus, sie können sich gar nicht vorstellen, wie Wäsche ohne Waschmaschine wieder sauber wurde“, sagt sie. Das Museum und dessen Fokus auf das dörfliche Leben um das Jahr 1900 helfe dabei, den Kindern Wertschätzung für heutige Standards zu vermitteln. Das Kollegium nutzt den pädagogischen Tag in Wyhra zugleich auch, um ein eigenes Projekt zum Thema „Das Leben in früherer Zeit“ auf die Beine zu stellen.

Für die Deutzener Lehrerin Silvia Emberger haben die Ausflüge ins Volkskundemuseum nicht nur einen lehrreichen, sondern auch einen ganz praktischen Nutzen. „Die Kinder kommen mal von der Elektronik weg, lernen alte Spiele kennen und sind draußen unterwegs“, macht sie deutlich. Vor allem aber bekämen sie die Möglichkeit, vieles selbst auszuprobieren. Denn die gezeigten Gegenstände seien vorrangig Originale und würden nicht in Vitrinen versteckt. „Und Kinder verstehen Zusammenhänge einfach schneller und besser, wenn sie etwas ausprobieren können.“

Das Museum, das in diesem Jahr 25 Jahre alt wird und damit schon eine eigene Geschichte hat, ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. „Nicht nur bei Grundschulen, sondern auch zunehmend bei Vorschul- und Selbsthilfegruppen“, betont Ketzer. Doch mit dem neuen Umfang an Angeboten sei das Angebot an der „Grenze von dem angekommen, was wir leisten können“.

Von Julia Tonne

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