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Borna Borna: Pläne der Lebenshilfe müssen ohne Aldi-Grundstück funktionieren
Region Borna Borna: Pläne der Lebenshilfe müssen ohne Aldi-Grundstück funktionieren
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00:21 30.09.2017
Die Lebenshilfe hofft, bald auch einen symbolischen Schlüssel für den Wohnpark zu bekommen wie hier für die Eröffnung der Tagespflege. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Nach der Absage des Bornaer Stadtrates an die Ansiedlung eines Discounters am Breiten Teich werden die Karten neu gemischt. Vor allem bei der Lebenshilfe. Die hatte signalisiert, das Aldi-Grundstück in Borna West, Deutzener Straße, anteilig kaufen zu wollen. Denn an den Plänen, dort einen Wohnpark für Menschen mit und ohne Handicaps zu errichten, hat sich nach Aussage von Geschäftsführer Uwe Drechsler nichts geändert. Doch derzeit steht ein Verkauf des Areals in West für Aldi nicht zur Debatte.

An diesen drei Grundstücken in Borna hat die Lebenshilfe Interesse, um ihre Pläne umzusetzen. Doch wie es bisher aussieht, muss sie auf das Aldi-Grundstück zunächst verzichten. Quelle: Patrick Moye

Wie berichtet hat die Lebenshilfe auf insgesamt drei Grundstücke zwischen Deutzener und Lobstädter Straße ein Auge geworfen. Derzeit geht der Verein davon aus, zumindest zwei von denen zu bekommen, „wir sind mit dem Verwalter im Gespräch“, sagt die Vereinsvorsitzende Angelika Reichelt. Bei Aldi müsse nun noch vorgefühlt werden, doch auf Nachfrage der LVZ teilt das Unternehmen mit, dass ein Verkauf des Standortes aktuell nicht möglich sei.

Drechsler hofft dennoch, das Vorhaben auf Borna konzentrieren zu können, immerhin seien die Werkstätten, der Förderbereich für die Menschen mit schwersten Mehrfachbehinderungen und die Verwaltung in der Großen Kreisstadt ansässig. „Borna West wird unser zukünftiger Standort sein, wir hätten ohnehin Schwierigkeiten, an einem anderen Ort das gesamte Prozedere wieder von vorne durchlaufen zu müssen“, macht Reichelt deutlich. Denn Gespräche mit dem Landkreis und dem Kommunalen Sozialverband Sachsen seien längst erfolgt und erfolgversprechend gewesen.

Uwe Drechsler und Angelika Reichelt. Quelle: Thomas Kube

Die Lebenshilfe plant in Borna einen Wohnpark mit drei weiteren Einrichtungen. Das Konzept sieht ein Gebäude mit 35 bis 42 behindertengerechten Wohnungen ohne jegliche Barrieren und mit extra breiten Türöffnungen vor. Genutzt werden können die Wohnungen von jedermann, sie seien nicht ausschließlich für die Werkstattmitarbeiter gedacht. „Wer selbstständig leben kann und Wert darauf legt, dass es keine Schwellen gibt, ist hier gut untergebracht“, so Drechsler.

Entstehen sollen zudem ein Pflegeheim, deren Plätze sowohl für Lebenshilfe-Klienten und/oder deren Angehörige gedacht sind, sowie ein Wohnhaus, in dem die Menschen in Wohngruppen zusammenleben würden, die aus Altersgründen aus den Werkstätten ausscheiden. „Bisher hat sich niemand darüber Gedanken gemacht, wie die Werkstattmitarbeiter untergebracht werden, wenn sie das Seniorenalter erreicht haben“, erklärt Drechsler. Die Tatsache sei allein der Geschichte geschuldet. Spatenstich für den Wohnpark, so hoffen der Geschäftsführer und die Vereinsvorsitzende, könne Ende 2018 oder Anfang 2019 sein.

Wie es bisher jedoch aussieht, muss die Lebenshilfe zunächst auf das Aldi-Grundstück verzichten. Denn das Unternehmen ist nach eigener Aussage noch immer an der Umsetzung seines Konzeptes am Breiten Teich interessiert. Die Erfahrung der zurückliegenden Monate habe gezeigt, dass „auch viele Bürger von Borna für die Umsetzung des Konzeptes sind“, wie Friedmar Thiele von der von Aldi beauftragten ESF-Projektentwicklung betont. „Aus diesem Grund und weil im Moment keine sinnvolle Alternative in der Stadt Borna für die Erarbeitung eines neuen Konzeptes zur Verfügung steht, ist ein Verkauf des Standortes Borna West aktuell nicht möglich.“

Ein Umbau sei jedoch auch nicht angedacht, denn beide Märkte (auch der in Borna Ost) würden in Größe, Struktur und Bauweise nicht den Anforderungen eines Aldi-Marktes nach neuem Konzept entsprechen. Unklar sei zudem, ob beide Märkte bestehen bleiben. „Wir haben immer betont, dass Borna für uns ein wichtiger Standort ist, wir aber nicht beide Märkte so weiterbetreiben können. Es ist denkbar, einen Markt kurzfristig zu schließen. Dies würde jedoch Schwierigkeiten für die Mitarbeiter vor Ort bedeuten“, teilt Thiele mit.

Dabei hätte die Lebenshilfe durchaus Verwendung für das Discounter-Gebäude gehabt. Erste Ideen waren davon ausgegangen, die Halle für eine Caféteria und Beschäftigungsangebote für die Bewohner des neuen Komplexes und Bornaer zu nutzen.

Von Julia Tonne

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