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Borna Borna: Schüler tauschen Schule gegen Klinik
Region Borna Borna: Schüler tauschen Schule gegen Klinik
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06:18 15.03.2019
Stefan Küntzel führt mit den Jugendlichen einen Lungenfunktionstest durch und kontrolliert die Herzfrequenz. Quelle: Julia Tonne
Borna

Etliche Schüler haben am Donnerstag das Klassenzimmer gegen das Sana Klinikum in Borna getauscht. Gymnasiasten und Oberschüler, überwiegend aus Frohburg und Grimma, nutzten die sachsenweite Aktion „Schau rein“ in dieser Woche, um in verschiedene Berufe und Unternehmen reinzuschnuppern.

Für den Vormittag hatten sich 17 Schüler im Bornaer Krankenhaus angemeldet, für sie standen die Physiotherapie und die EKG-Abteilung genauso auf dem Stundenplan wie die Elektrophysiologie und Station acht, auf der Patienten der Klinik für Kopf- und spinale Mikrochirurgie betreut werden.

Einblicke in Physiotherapie und EKG-Abteilung

Erste Anlaufstelle war Physiotherapeutin und Sportwissenschaftlerin Kaja Untiedt, die alle beruflichen Möglichkeiten vorstellte, die sich bieten, wenn man denn in Richtung Physiotherapie gehen möchte. „Wer studieren will, kann den Bachelor und Master für Sportwissenschaft machen, dann stehen einem alle Türen offen“, erzählte sie. Sie selbst gebe nicht nur Polizisten Nachhilfe in Sachen Fitness und Ernährung, sondern entwickele auch neue individuelle Übungen für Patienten. Wer von den Schülern wollte, konnte anschließend selbst Übungsobjekt werden.

Ohnehin war „Schau rein“ in der Klinik nicht nur eine Aktion zum Gucken, sondern zum Mitmachen. Auch in der EKG-Abteilung galt es auszuprobieren, was möglich war. Stefan Küntzel vom Funktionsdienst erklärte den Jugendlichen der achten und neunten Klasse einen Lungenfunktionstest. „Jetzt mal ganz doll einatmen und schwungvoll alles wieder auspusten“, schrie er durch die Scheibe der kleinen Kammer, damit ihn Schülerin Celine verstehen konnte.

Viele Gast-Schüler streben Ausbildung in der Sana Klinik an

Anschließend untersuchte er noch die Herzfrequenz der Schüler und die Sauerstoffsättigung im Blut. Und war verblüfft: „Ihr scheint alle ganz schön aufgeregt zu sein“, sagte er in Anbetracht einer Herzfrequenz von 196 bei Fabienne. Normal seien im Ruhezustand zwischen 80 und 90. „Aber daran ist gut zu erkennen, dass die technischen Geräte immer auch von einem Mediziner im Auge behalten werden müssen.“

Stefan Küntzel führt mit den Jugendlichen einen Lungenfunktionstest durch und kontrolliert die Herzfrequenz. Quelle: Julia Tonne

Viele der Schüler, die den Donnerstag als Gast im Krankenhaus verbrachten, zieht es nach ihrer schulischen Laufbahn hierher. So will unter anderem der 15-jährige Cedric im Haus eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger machen. „Mein Opa war schon Internist, meine Mutter ist Physiotherapeutin, und Medizin ist schlichtweg sehr interessant“, begründete der Schüler. Mit seiner Berufswahl stand er nicht allein. Vier Mädchen äußerten ebenfalls den Wunsch, an der hauseigenen Medizinischen Berufsfachschule angenommen zu werden. Andere hingegen wollen den Weg eines Studiums gehen.

Die Zahl an Interessenten für den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers freut vor allem den Stationsleiter Sven, der für Station acht zuständig ist. „Es wird immer schwerer, Pflegepersonal zu bekommen“, machte er deutlich. Der Beruf sei nun einmal ein Knochenjob und brauche freundliche Menschen mit viel Empathie für die Patienten. Um so wichtiger sei ein Tag wie „Schau rein“, um erste Einblicke in die Berufswelt zu erhalten.

Offene Türen auch im Landratsamt und bei der Straßenmeisterei

Offene Türen gab es auch im Landratsamt und bei der Straßenmeisterei, teilte Kreis-Sprecherin Brigitte Laux mit. Eine Schnitzeljagd führte 14 Schüler durch die Häuser der Kreisverwaltung in Borna. Diese Idee hatten die jetzigen Azubis entwickelt, um ihren Ausbildungsberuf zum Verwaltungsfachangestellten in der Bandbreite möglichst prägnant vorzustellen. Die Jugendlichen besuchten unter anderem das Labor der Lebensmittelüberwachung, informierten sich über den Tierschutz und erhielten die ersten Informationen zur Fahrerlaubnis.

In den Straßenmeistereien in Großbothen und Zwenkau stand der umfangreiche Technikpark im Mittelpunkt des Interesses. Denn von hier aus werden Bundes-, Staats- und Kreisstraßen, Ampelanlagen, Regenrückhaltebecken, Lärmschutzwände, Stützmauern und Brücken betreut, damit diese sicher genutzt werden können und möglichst problemlos funktionieren.

Von Julia Tonne

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