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Borna Borna: Streit um den Schulweg in Neukirchen
Region Borna Borna: Streit um den Schulweg in Neukirchen
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22:15 07.03.2018
Weil die Kinder der Grundschule Neukirchen den Trampelpfad entlang der Friedhofsmauer nutzen, fordern die Eltern den Ausbau des Weges. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna/Neukirchen

Der Weg ist steinig – und das in zweierlei Hinsicht. Nicht nur, dass der Bürgersteig im „Schulweg“ und an der Wyhraer Straße im Bornaer Stadtteil Neukirchen den Eltern der dortigen Schulkinder zufolge zu schmal oder gar nicht vorhanden ist. Jetzt ist zusätzlich eine Diskussion darüber entbrannt, welchen Weg die Kinder morgens zur Schule zukünftig einschlagen und ob, wie und wann die Wyhraer Straße grundhaft ausgebaut werden soll.

Während sich die Eltern – allen voran der Elternrat der Grundschule Neukirchen – die Befestigung des Trampelpfades entlang der Friedhofsmauer wünschen, bevorzuge die Stadt laut Katrin Fiebiger, Vorsitzende des Elternrats, die Variante, die Wyhraer Straße mit dem Ausbau zum offiziellen Schulweg zu machen. Jetzt soll eine Ortsbegehung helfen, den Weg aus dem Meinungsdickicht zu finden.

Um von der Bushaltestelle (li.) zur Grundschule zu gelangen, haben die Kinder zwei Alternativen: Die blaue Route zeigt den Trampelpfad zwischen Friedhofsmauer und der so genannten Käseburg. Die rote Linie zeigt den offiziellen Weg - von der Wyhraer Straße nach links auf die Straße Schulweg. Quelle: Google Maps/Nathalie Helene Rippich

„Seit Jahr und Tag nutzen die Kinder den Trampelpfad, weil er eben nicht direkt an der Straße entlangführt, sondern zwischen Friedhofsmauer und dem Eckgrundstück“, sagt Fiebiger. Was außerdem vor allem kürzer ist. Sie sprach sich schon in der vergangenen Stadtratssitzung Ende Dezember dafür aus, dass die Stadt diese Idee nicht verwerfen, sondern durchaus prüfen solle.

Die Anfrage passte an dem Tag gut in den Kontext, schließlich informierte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) ihre Räte auch darüber, dass die zuständigen Zweckverbände für Wasser und Abwasser die Wyhraer Straße in diesem Jahr auf ihrer Agenda hätten. „Sie müssen sich jetzt überlegen, ob wir den grundhaften Ausbau dann gleich mitmachen“, sagte Luedtke in Richtung des Gremiums.

„Mit dem grundhaften Ausbau würde der Bürgersteig in der Wyhraer Straße verbreitert werden“, glaubt Fiebiger – und befürchtet zugleich, dass der Trampelpfad mit einer Barriere gesperrt werden könnte. Sollte das genauso kommen, fordert der Elternrat ein zusätzliches Geländer zwischen Straße und Fußweg, „denn die Stelle ist nicht ohne, immer wieder erleben wir hier gefährliche Situationen“.

Dass die Wyhraer Straße gebaut wird, steht für Luedtke außer Frage. „Der AZV erneuert dort Leitungen, wir als Stadt machen den grundhaften Ausbau dann gleich mit“, erklärt sie. In dem Zuge werde aber nicht der Trampelpfad gesperrt. „Die Kinder können dort auch nach wie vor entlang laufen“, stellt sie klar. Denn die beiden Wege hätten direkt nichts miteinander zu tun. Lediglich die Asphaltierung des Trampelpfades lehne sie ab, tiefe Löcher hingegen könnten durchaus ab und an mit Schotter aufgefüllt werden. Und auch die Ausleuchtung des unscheinbaren Weges sei mit den neuen Lampen entlang der Wyhraer Straße gewährleistet.

Die Wyhraer Straße werde übrigens laut Rathauschefin auch nicht verbreitert. „Wir können ja schlecht in die Grundstücke der Anwohner gehen.“ Zudem sei die Forderung nach einem Geländer unsinnig, wenn die Kinder weiterhin die Route entlang der Friedhofsmauer einschlagen würden. Dennoch: Abgeschlossen ist das Thema noch nicht. Bei einer Ortsbegehung in diesem Monat wollen Fiebiger und ihre Mitstreiter versuchen, die Stadt von der Asphaltierung des Pfades zu überzeugen.

Von Julia Tonne

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