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Region Borna Borna: Volkskundemuseum Wyhra freut sich über steigende Besucherzahlen
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00:19 07.02.2018
Museumsleiter Hans Ketzer freut sich über gestiegene Besucherzahlen im Volkskundemuseum Wyhra. Quelle: Günther Hunger
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Borna/Wyhra

Es geht aufwärts im Volkskundemuseum Wyhra. An den Besucherzahlen lässt sich das gut ablesen. Die gingen in den letzten drei Jahren erkennbar nach oben, so dass sie nach Angaben von Museumsleiter Hans Ketzer 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 186 auf 5321 Besucher gestiegen sind. Weil in den Besucherzahlen jedermann auftaucht, der seinen Fuß über die Schwelle des historischen Gebäudes auf dem Vierseithof in Wyhra setzt, ist eine zweite Zahl ebenfalls von Bedeutung: die Eintrittzahler, von denen im vorigen Jahr 3235 gezählt wurden, ebenfalls mehr als 2016 (3025).

Der Museumschef führt das auf „verstärkte Anstrengungen, aus den vorhandenen Bedingungen viel herauszuholen“, zurück. Konkret aus der Suche nach Möglichkeiten, speziell auch Besucher, die das Volkskundemuseum nebst seiner ständigen Ausstellung bereits kennen, erneut anzulocken. Was im Zweifel vor allem durch bestimmte Veranstaltungen wie die traditionelle Ostereiersuche nebst dem Verstecken von Rätsel-Eiern für Erwachsene, in diesem Jahr am 1. April, oder den beliebten Oma-und-Opa-Tag in den Sommerferien (18. Juli) funktioniert.

Denn das Gros der Besucher in dem Museum, das in der Endzeit der DDR als Kreisbauernmuseum, konzipiert wurde, kommt aus dem Großraum Leipzig „und knapp die Hälfte aus der Umgebung von Borna“. Deshalb ist es wichtig, dass es Abwechslung im musealen Angebot gibt. Etwa durch eine Schau wie die Puppenausstellung, die derzeit noch zu sehen ist. Oder durch die alljährlichen thematischen Angebote, bei denen in den letzten Jahren „Die Kindheit auf dem Dorf“ oder „Die Veränderung der Landwirtschaft um das Jahr 1900“ im Blickpunkt standen.

Auch in diesem Jahr geht es um die Veränderungen des Dorflebens zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. „Vom Gemeindebier zum Vereinsvergnügen“ heißt die Sonderausstellung, die am 23. Juni im Rahmen des traditionellen Tanzes auf Hof und Heiste eröffnet wird. Zu sehen ist dann „wie die bürgerliche Kultur auf dem Land Einzug gehalten hat“, sagt Museumschef Ketzer. Es geht also erneut um den Wandel des Dorflebens.

„Dabei hatten Feste auf dem Dorf mehr als Jux und Vergnügen zum Inhalt.“ Nicht nur, weil sie wie auch heutzutage noch die alljährliche Hofweihnacht im Dezember im Volkskundemuseum (Ketzer: „Da kommt das ganze Dorf.“) ein Ereignis für alle waren. Wenn in früheren Jahrhunderten im Dorf gefeiert wurde, weil jemand geheiratet hat, oder man zusammenkam, wenn ein Dorfbewohner gestorben war oder auch eine Erbschaft machte, dann hatten die Feste auch eine soziale Komponente. „Es wurde für die Bedürftigen gesammelt.“ Wer etwas und wie viel gab, lässt sich in so genannten Gemeinderechnungsbüchern verfolgen, wie es im Volkskundemuseum eins aus der Zeit von 1837 bis 1896 gibt.

Das Buch wird in der neuen Ausstellung ebenso zu sehen sein wie ein großer Bierkrug, der an das Vereinsjubiläum des Lobstädter Männerchors im Jahr 2006 erinnert. Da gab es den Gesangsverein bereits 160 Jahre. „Der Lobstädter Männerchor ist einer der ältesten Männerchöre in der Region“, sagt Ketzer. Er wurde in einer Zeit gegründet, als sich das kleine Lobstädt noch Hoffnungen machte, dereinst das Stadtrecht verliehen zu bekommen.

Es versteht sich, dass in der neuen Schau auch die Geschichte von Wyhra beleuchtet wird. Ein Dorf, das Mitte des 19. Jahrhunderts vielleicht 350 Einwohner zählte, diese Zahl mit dem Beginn des Bergbaus um 1890 verdoppelte und um 1920 die Zahl von 1000 Einwohnern erreichte. Und Ketzer macht deutlich, dass das Dorf mit seiner heutigen Einwohnerzahl von weniger als 400 wieder auf sein Normalmaß reduziert wird.

Von Nikos Natsidis

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