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Borna: Volles Haus im Goldenen Stern – Mehrheit lehnt Aldi am Breiten Teich ab

Informationsveranstaltung Borna: Volles Haus im Goldenen Stern – Mehrheit lehnt Aldi am Breiten Teich ab

Die Ansiedlungspläne des Discounters Aldi am Breiten Teich in Borna stoßen bei vielen Bürgern auf Ablehnung. Das wurde Mittwochabend bei einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Goldenen Stern deutlich. Zu der hatte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) eingeladen.

Kein Platz blieb leer bei der Informationsveranstaltung zur möglichen Ansiedlung des Discounters Aldi am Breiten Teich.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Wenn es nach der Mehrheit Mittwochabend im Goldenen Stern in Borna geht, hat der Discounter Aldi am Breiten Teich nichts zu suchen. Zu eindeutig war das Stimmungsbild bei der Informationsveranstaltung, zu der Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) eingeladen hatte. Und der Saal war voll, in dem nicht nur die Rathauschefin und der Geschäftsführer der Bornaer Lebenshilfe, Uwe Drechsler, im Podium saßen. Mit von der Partie waren der Geschäftsführer der Aldi GmbH Beucha, Clemens Häufele, der Leiter Immobilien und Expansion der Aldi-Immobilienverwaltung GmbH und Co. KG, Marco Krahl, sowie Friedmar Thiele von der ESF-Projektentwicklung, sie erläuterten die Pläne zu einem neuen Aldi-Markt an der Ecke Sachsenallee/Am Breiten Teich.

Es war die Ärztin Katrin Kräcker, die die Dramaturgie des Abends, der von Manuela Krause vom Druckhaus Borna moderiert wurde, entscheidend durcheinander brachte. Sie unterbrach die Erläuterungen mit der Zwischenfrage nach dem städtischen Leitbild, das der Stadtrat erst vor vier Jahren beschlossen hatte und erinnerte an die Pläne, auf dem Grundstück, das Aldi im Visier hat, die Voraussetzungen für Kultur und Sport zu schaffen – und erhielt starken Beifall.

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Der Saal war voll, in dem nicht nur Rathauschefin Simone Luedtke (Linke) und der Geschäftsführer der Bornaer Lebenshilfe, Uwe Drechsler, im Podium saßen. Mit dabei waren der Geschäftsführer der Aldi GmbH, Clemens Häufele, der Leiter Immobilien und Expansion der Aldi-Immobilienverwaltung, Marco Krahl, sowie Projektentwickler Friedmar Thiele.

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Zuvor hatte Oberbürgermeisterin Luedtke an die Geschichte der Fläche erinnert. „Im Jahr 2010 gab es einen Studentenwettbewerb dazu“, und alles, was die Stadt habe machen können, „ist umgesetzt“. In Sachen Tourismus könne die Stadt wenig tun, ein Betreiber für ein Hotel dort sei nicht zu finden, und potenzielle Investoren seien immer wieder abgesprungen. „2016 kam dann Aldi auf uns zu.“ Seither gebe es Gespräche, der Bauausschuss sei involviert, so wie es bei jeder Anfrage zu einem Grundstück üblich sei. Am Ende habe der Stadtrat das letzte Wort.

Projektentwickler Thiele verwies darauf, dass sich die Situation der beiden Bornaer Aldi-Märkte in Borna-Ost und in der Schulstraße seit deren Eröffnung im Jahr 1999 wesentlich geändert habe. Seit es die Ortsumfahrung gebe, fehle es an Pendlern in Borna-Ost – ergo „lassen sich zwei Märkte mittelfristig nicht wirtschaftlich betreiben“. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie gerade einmal 1,3 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt liegen. Deshalb setze der Discounter mit einem neuen Konzept auf einen neuen Standort, der für Fußgänger, Rad- wie Kraftfahrer gut erreichbar sei, 90 Parkplätze hat und um einen DM-Drogeriemarkt ergänzt werde. Aldi-Geschäftsführer Häufele ergänzte: „Zwei Standorte sind für uns nicht sinnvoll.“ Und weiter: „Es ist aber nicht unser Ziel, Borna komplett aufzugeben.“

Die langjährige Stadträtin Brigitta Ast (Freie Wähler Borna/FWB) erinnerte daran, dass das Areal am Breiten Teich im nach wie vor gültigen städtischen Masterplan als Erholungsfläche vorgesehen ist. Dabei gehe es um Lichtstelen, Fun-Sportarten und Gastronomie. „Dem haben damals alle Stadträte zugestimmt.“

Hans Kraft, Einwohner aus dem Bornaer Norden und immer mit von der Partie, wenn es um die Zukunft der Stadt geht, übergab Oberbürgermeisterin Luedtke eine Unterschriftenliste gegen die Ansiedlung von Aldi am Breiten Teich. Er kritisierte, dass das Aldi-Projekt „einfach durchgepeitscht werden soll“.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Drechsler erläuterte seine Pläne. Das Unternehmen, das 350 Behinderte beschäftigt und 115 Mitarbeiter hat, will sich auf der Fläche des bisherigen Aldi-Marktes in der Lobstädter Straße mit einem „generationsübergreifenden Aktivpark“ nebst Kneipanlage und Gewerbeanbindung niederlassen und ist nicht zuletzt wegen ökonomischer Zwänge an der Fläche interessiert.

Lutz-Egmont Werner (FWB), früherer Bürgermeister und seit einigen Monaten wieder Stadtrat, kritisierte, dass die Stadt immer mehr aussterbe. „Und wir bringen einen Discounter in Zentrumsnähe.“ Werner: „Ich hoffe, dass der Stadtrat diesem Ansinnen nicht folgt.“

Genau dort fällt am 17. August die Entscheidung. Bereits am Dienstagabend stand das Thema auf der Tagesordnung des städtischen Bauausschusses. Das Gremium hatte sich nach heftigen Diskussionen auf einen Beschlussantrag verständigt, nach dem der Stadtrat entscheiden muss, ob das Areal am Breiten Teich an eine Handelseinrichtung verkauft werden darf.

Von Nikos Natsidis

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