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Borna Borna: Vorsätzliche Brandstiftung – Röthaer zu Bewährungsstrafe verurteilt
Region Borna Borna: Vorsätzliche Brandstiftung – Röthaer zu Bewährungsstrafe verurteilt
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21:00 12.10.2017
Justitia (Symbolbild). Quelle: dpa
Borna/Rötha

Er war unzufrieden mit seiner persönlichen Situation, wusste nicht mehr weiter: Deshalb legte Henry S. im Februar dieses Jahres in der von ihm genutzten Gartenlaube in Rötha ein Feuer. Nach eigener Aussage wollte er sich so das Leben nehmen. Doch die Feuerwehr schritt schnell ein und verhinderte Schlimmeres. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 500 Euro. Für die Tat ist der damals 43-Jährige nun vom Amtsgericht Borna zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Die Strafe wird allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Tat als Kurzschlussreaktion

Wie schon gegenüber der Polizei zeigte sich der Angeklagte vor Gericht geständig. Er räumte die Brandstiftung ein, bezeichnete sie als Kurzschlussreaktion. „Ich war wütend, hatte Probleme mit meinen Nachbarn“, sagte er. Nicht zuletzt aus diesem Grund der Suizidversuch. Dass die Gartenlaube – rund 50 Meter entfernt von dem Mehrfamilienhaus gelegen, in dem auch S. wohnhaft ist – der Wohnungsgenossenschaft Rend gehört, sei ihm nicht bewusst gewesen. Vielmehr habe er geglaubt, selbst in Besitz des kleinen Gebäudes zu sein, weil sein Vater es ihm vermacht habe.

Gericht sieht minderschweren Fall

Diese Argumentation überzeugte den Vorsitzenden Richter Thomas Sternberger indes nicht: „Die Laube gehört dem, auf dessen Grundstück sie steht.“ Durch den Schriftverkehr mit Rend hätte dem Angeklagten klar sein müssen, dass nicht er der Eigentümer ist, sondern die Wohnungsgenossenschaft, hieß es in der Urteilsbegründung. Mithin sei von einer bedingt vorsätzlichen Brandstiftung auszugehen. Zugleich sprach Sternberger von einem minderschweren Fall – unter anderem aufgrund des vergleichsweise geringen Materialschadens sowie der besonderen psychischen Situation, in der sich S. zum Tatzeitpunkt offenbar befand. „Ich denke, er hat seine Lektion gelernt“, so der Richter.

Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Von Matthias Klöppel

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