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Borna Borna: Wolfgang Fuchs verewigt Zwibbelguchen in Jubiläumsbuch
Region Borna Borna: Wolfgang Fuchs verewigt Zwibbelguchen in Jubiläumsbuch
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06:01 21.01.2016
Wolfgang Fuchs hält die druckfrische Ausgabe des Jubiläumskochbuches der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten in der Hand. Quelle: Birgit Schöppenthau
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Borna

Der Bornsche Zwibbelguchen ist inzwischen genauso berühmt wie die gefüllte Paprikaschote von Linken-Politiker Gregor Gysi und die Fischstäbchen des schwäbischen Fernsehkochs Vincent Klink. Wolfgang Fuchs, der den Coup gelandet hat, ist ein großer Verehrer des Traditionsgemüses. Zahlreiche Publikationen und sogar einen Lauf hat er der scharfen Knolle gewidmet. Jetzt findet sich der 79-Jährige unter 150 Liebhabern der guten Küche wieder, deren Rezepte in einer Jubiläumsausgabe der Gewerkschaft für Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) veröffentlicht worden sind. „150 frische Rezepte für gute Arbeit. Persönliche Lieblingsrezepte von Angeliter Schnürsch bis Zucker-Benge“ heißt das Buch, das seit wenigen Tagen auf dem Markt ist.

Ehrfurchtsvoll streicht Fuchs über den Einband, der traditionelle Gewürze wie Lorbeerblätter, Kümmel, Koriander, Thymian und viele mehr zeigt. Ein Exemplar der ersten Auflage mit einem Dankschreiben von NGG-Chefin Michaela Rosenberger liegt druckfrisch auf dem Tisch und ist für Fuchs ein Beleg, dass die Tradition lebt. Als die Gewerkschaft, mit 150 Jahren eine der ältesten in Deutschland, die Pläne zu einer Jubiläumsausgabe mit Rezepten für typische Gerichte aus der heimischen, regionalen Küche laut äußerte, zögerte der gelernte Schriftsetzer keine Minute. Das Rezept war schnell aufgeschrieben. Ein Quark-Öl-Teig ist die Grundlage für den deftigen Kuchen. Die in Rötha gewachsenen Knollen braun angebraten bilden den Belag. Wenn das Blech mit der duftenden Speise aus dem Ofen gezogen wird, füllt ein unwiderstehlicher Duft das Haus. Aber Fuchs geht es nicht ausschließlich um die kulinarische Seite des Bornschen Zwibbelguchens. „Es geht um den guten Ruf der Stadt Borna“, sagt er. Es gelte, die Zwiebeltradition zu verteidigen und das Image der von qualmenden Schornsteinen umgebenen Bergarbeiterstadt zu revidieren.

Fuchs ist nicht der einzige Bornaer, dessen Rezept unter den über 1000 Zuschriften ausgewählt wurde und in der vorliegenden Jubiläumsausgabe veröffentlicht ist. Mit einem feinen Nixenschmaus konnte sich auch Gisela Blüher in der Sammlung verewigen. Die beiden Bornaer finden sich in illustrer Gesellschaft. Die Grünen-Politikerin Claudia Roth outet sich beispielsweise als Fan von grüner Karpfensuppe. Der Linke und Schwabe Bernd Riexinger kombiniert Kaninchen mit Feigen. Dagegen steht Familienministerin und Sozialdemokratin Manuela Schwesig mehr auf Forellen, die kurz auf den Grill veredelt werden.

Das knapp 200-seitige Buch ist eine Sammlung von einfachen Rezepten, die teilweise aus einer Zeit stammen, da Schmalhans noch Küchenmeister war, betonte Rosenberger. Sie seien einfach zuzubereiten und repräsentierten alle Landstriche, aber auch die Vielfalt von der Vorspeise bis zum Dessert. Nachgekocht habe die Redaktion die Empfehlungen nicht. Dabei vertraue sie auf die Kompetenz der Einsender.

In dieser Hinsicht leistet Fuchs jetzt einen Offenbarungseid. Selbst hat er den Bornschen Zwibbelguchen nie gebacken. Diesen Part übernahm immer Ehefrau Inge. Das sieht beim Bornschen Zwiebellauf, dessen Ideengeber und Mitbegründer engagierte Sportler ist, anders aus. In den bisherigen 29 Veranstaltungen hat der frühere Läufer mit den jeweils mehr 1000 Teilnehmern unzählige Runden gedreht. Das Buch ist in der Bornaer Buchhandlung Markt/Mühlgasse erhältlich.

Von Birgit Schöppenthau

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