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Borna: ZBL lässt in der Eula-Aue einen neuen Trinkwasserbrunnen bohren

Trinkwasserversorgung Borna: ZBL lässt in der Eula-Aue einen neuen Trinkwasserbrunnen bohren

Der Zweckverband Wasser und Abwasser Bornaer Land (ZBL) lässt in der Eula-Aue einen neuen Brunnen für die Trinkwasserversorgung bohren. Das ist nötig, weil einer der bisherigen Brunnen dem Bau der Autobahn weichen musste.

Schwere Technik in der Eula-Aue. Der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land lässt hier einen neuen Brunnen bohren.

Quelle: André Neumann

Borna. Reglos ruht die Kolonne aus zwei Lastwagen seit mehreren Wochen in der Eula-Aue zwischen dem Wasserwerk Kesselshain und Haubitz. Die Räder der Fahrzeuge stehen auf dicken Planken, damit sie nicht im feuchten Wiesenboden einsinken. An den Reglern der Aufbauten auf einem umgerüsteten Bundeswehr-Lkw steuert und überwacht Geräteführer Frank Bornkessel das beständige Drehen eines Bohrers, der sich in den kommenden Wochen noch bis in 120 Meter Tiefe hinunter arbeiten soll.

Der Zweckverband Wasser und Abwasser Bornaer Land (ZBL) lässt hier einen neuen Brunnen für die Trinkwasserversorgung bohren. Das ist nötig, weil einer der bisherigen Brunnen dem Bau der Autobahn weichen musste, denn er befand sich mitten auf der Trasse.

Vom neuen Tiefbrunnen wird das Rohwasser in einer noch zu bauende Leitung unter der Autobahn hindurch zum Wasserwerk gepumpt. Dazu liegen bereits Leerrohre unter der Trasse, sagt Danielle Hüfler vom ZBL. Weil der Ersatzbau durch die Autobahn nötig wurde, übernimmt der Freistaat Sachsen die Kosten. Allein für den Brunnen ohne die Leitung belaufen die sich auf rund 275 000 Euro.

Die Bohrgesellschaft Roßla aus dem Südharz hatte im Dezember mit einer Vorbohrung begonnen. Jetzt wird mit größerem Durchmesser gebohrt, begleitet von Pumpversuchen. Nach Sand und Kies musste sich der Bohrer durch eine Schicht Kohle fressen, erzählt Bornkessel. Darunter befindet sich eine Tonschicht. „Dann geht es in Sandstein über, aus dem kommt das Wasser“, sagt der Brunnen-Experte. Und erzählt, dass sich der Sandstein am einfachsten durchbohren lässt, während die Bohrung in den klebrigen Kohle- und Tonschichten mit Stahlrohren gegen das Zusammenrutschen ausgekleidet werden müsse.

Später werden die Stahlrohre durch Kunststoffrohre mit Löchern und Schlitzen ersetzt, die von außen mit Filterkies umhüllt werden. Die nehmen dann das Wasser auf. Etwa in der Mitte der Brunnenröhre werde die Pumpe platziert.

Seit Beginn des Autobahnbaus musste der ZBL mit einem Brunnen weniger auskommen. Das habe funktioniert, sagt Hüfler, aber es werde nun langsam Zeit, dass der Ersatz ans Netz gehe. Im vorigen Jahr förderte der Verband mit seinen derzeit 22 Brunnen in Kitzscher, rund um das Wasserwerk Kesselshain in der Bornaer Altstadt und bei Zedtlitz knapp 2,28 Millionen Kubikmeter Rohwasser. Daraus wurden reichlich 2,14 Millionen Kubikmeter selbst hergestelltes Trinkwasser. Die Differenz wurde laut ZBL-Geschäftsführer Michael Spitzner für den Produktionsprozess verbraucht, unter anderen zum Spülen von Filtern.

Zusätzlich zum selbst hergestellten Trinkwasser verkaufte der ZBL noch rund 800 000 Kubikmeter Fernwasser.

Mit seiner voraussichtlichen Tiefe von rund 122 Metern gehört der neue Brunnen in der Eula-Aue zu den Tiefbrunnen. Der tiefste gehört zur Wasserfassung Kesselshain und reicht bis 145 Meter in den Untergrund. In der Wasserfassung Kitzscher fördern 13 von 14 Brunnen das Wasser nur aus Tiefen von 13 bis 26 Metern. Hier gibt es nur einen tiefen Brunnen, der ist mit seinen 202 Metern aber zugleich der tiefste des ZBL.

Von André Neumann

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