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Region Borna Borna bekommt neues Gerichtsgebäude – Freistaat investiert 11,6 Millionen
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00:18 07.07.2017
Noch in diesem Jahr will der Freistaat beginnen, das ehemalige Pestalozzigymnasium in der Leipziger Straße in Borna zum Gericht umzubauen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Der Freistaat Sachsen wird in Borna für den Umzug des Amtsgerichts in ein neues Gebäude rund 11,6 Millionen Euro investieren. Für diese Summe wird das ehemalige Pestalozzi-Gymnasium umgebaut und saniert. Die Bauarbeiten sollen noch Ende dieses Jahres beginnen, das sagte Petra Brommer der LVZ auf Anfrage. Sie ist Pressesprecherin des landeseigenen Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der für den Freistaat die Rolle des Bauherren übernimmt.

Auch der Zeitplan für Bau und Umzug steht fest: Die Bauarbeiten sollen demnach noch Ende dieses Jahres beginnen und bis Februar 2020 dauern. Im ersten Quartal 2020 soll das Gericht das neue Gebäude beziehen, so Brommer.

Und zwar mit allen Abteilungen, die sich derzeit noch auf drei Häuser in der Stadt verteilen. Was häufig zur Belastung für Bürger und Justizmitarbeiter gleichermaßen wird, wie Amtsgerichtsdirektorin Ingrid Graf sagt. „Das ist für die Leute nicht einfach“, sagt sie. Denn neben dem Hauptgebäude in der Straße „Am Gericht“, wo die Justiz Rücken an Rücken mit der Polizei residiert, befinden sich zwei Außenstellen in der Deutzener Straße. Im Haus Nummer 14 befinden sich die Familienabteilung, das Grundbuchamt und die Nachlassabteilung. Im dahinter stehenden Haus 14a ist die Betreuungs- und Vormundschaftsabteilung untergebracht.

Innerbetrieblich führt die Situation unter anderem dazu, dass Angestellte von Haus zu Haus pendeln und Akten von hier nach da gefahren werden müssen. Für Bürger ist manchmal nicht zweifelsfrei zu erkennen, wo sie hin müssen. Dadurch verschieben sich gelegentlich Termine, weil sie im falschen Gebäude warten.

Im Haupthaus selbst, wo die allermeisten Gerichtsverhandlungen stattfinden, ist die Platznot allgegenwärtig. So gibt es beispielsweise keine Zimmer, in denen Zeugen oder andere Prozessbeteiligte bis zu ihrem Aufruf warten können. Auch fehlt es an Räumen, in denen Anwälte ungestört mit ihren Klienten sprechen können. Häufig geschieht das im Treppenhaus, im Flur oder in den wenigen offenen Wartebereichen, in denen sich vor oder nach Verhandlungen oder in Pausen alle gleichzeitig aufhalten.

Es ist schon vorgekommen, dass eine schwangere Dolmetscherin in einer Prozesspause auf der Treppe sitzen musste. Selbst für die besonders sensiblen Anhörungen von Kindern gibt es keine separaten Räume. Menschen mit eingeschränkter Mobilität finden zudem nur in der Deutzener Straße 14 einen Fahrstuhl vor. Im Hauptgebäude kommen Rollstuhlfahrer lediglich bis ins Erdgeschoss.

„Seit ich hier bin ist das ein Kampf“, sagt Ingrid Graf, und sie meint damit sowohl die Enge an sich als auch das Warten auf ein neues Gerichtsdomizil. Die 60-jährige Richterin steht dem Gericht seit zwanzig Jahren vor. Nun ist sie zuversichtlich, den Umzug noch vor ihrer Pensionierung mit begleiten zu können.

Das ehemalige Pestalozzigymnasium in der Leipziger Straße war 2007 mit dem Gymnasium am Breiten Teich fusioniert, danach wurde hier noch zwei Jahre unterrichtet. Seit dem Schuljahr 2009/10 nicht mehr. Das leer stehende Gebäude befindet sich im Eigentum des Freistaates Sachsen. Es gehört zu einem Komplex, dessen vorderer Teil das kreiseigene Vermessungsamt beherbergt und dem Landkreis Leipzig gehört.

Von André Neumann

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