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Region Borna Borna fährt auf Elektro-Roller ab
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10:09 12.10.2018
Michel Schmelter nutzt jede Gelegenheit, mit dem Roller alle Aufgaben zu erledigen. Quelle: Julia Tonne
Borna

Er ist nicht zu hören, schafft rund 100 Kilometer Reichweite, hat vier PS unter der Haube und verbraucht dabei Stromkosten lediglich in Höhe von einem Euro. Vor wenigen Monaten hat die Stadtverwaltung Borna ihren Fuhrpark erweitert – und setzt verstärkt auf Elektromobilität. Neuer fahrbarer Untersatz ist ein Roller „Kumpan – 1954L“. Genutzt wird das umweltfreundliche Gefährt vorrangig vom Ordnungsamt.

Michel Schmelter mit dem Roller. Quelle: Julia Tonne

Michel Schmelter, Mitarbeiter des gemeindlichen Vollzugsdienstes im Fachdienst Ordnungsangelegenheiten, schwingt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf den Zweisitzer, um den ruhenden Verkehr im Stadtgebiet genauso zu kontrollieren wie den fließenden Verkehr. Dazu kommen Aufgaben wie Ermittlungen für die Amtshilfe. Heißt: Das Ordnungsamt wird beispielsweise vom Jobcenter oder vom Einwohnermeldeamt darum gebeten, Klingel- und Briefkastenschilder zu überprüfen, wenn keine Reaktionen auf Post erfolgen.

Elektroantrieb ist eine saubere Alternative

Schmelter ist auf dem Kumpan mit Geschwindigkeiten von rund 45 bis 50 Kilometern in der Stunde unterwegs. Seine notwendigen Arbeitsmaterialien passen in das Topcase und unter die Sitzbank. „Bei schönem Wetter und wenn es sich von den Aufgaben her anbietet, fahren wir immer mit dem Roller“, erzählt er. Das Auto komme lediglich zum Einsatz, sollte es aus Kannen gießen.

Dass die Stadt Borna verstärkt auf alternative Antriebe setzt, begründet sie mit der Praktikabilität. „Elektrische Fahrzeuge bieten eine saubere Alternative zu konventionellen Antrieben. Und gerade für unsere Mitarbeiter, die fast ausschließlich im Stadtverkehr unterwegs sind, haben sie viele Vorteile“, macht Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) deutlich. Zudem wolle die Stadt die Klimabilanz verbessern und beim Klimaschutzkonzept mit gutem Beispiel vorangehen. „Wir zeigen damit, dass rein elektrische Fahrzeuge schon heute ein adäquater Ersatz für Verbrennungsmotoren sind.“

Motorradführerschein ist nicht notwendig

Seinen Parkplatz hat der Kumpan am Verwaltungsgebäude An der Wyhra, geladen werden die Akkus über herkömmliche Steckdosen. „Starkstrom braucht der Roller nicht“, erläutert Schmelter. Und auch für die Nutzer des Zweirads ist die Handhabung einfach. Sie brauchen keinen besonderen Motorradführerschein, der Autoführerschein reicht aus. Zudem ist der kleine Flitzer wendig und auch auf unebenen Feld- und Waldwegen gut unterwegs. „Ab und an sind wir ja schon in Ecken unterwegs, die schwer zugänglich sind, zum Beispiel, um Hinweisen nach illegalen Müllhaufen nachzugehen“, sagt Schmelter.

Hinweise zum Parken von Zweirädern

Was er im Laufe der vergangenen Monate festgestellt hat: Immer mehr Menschen satteln – zumindest in den Frühjahr- und Sommermonaten – auf Zweiräder um. Schmelter rät den Bikern, ihre Maschinen auf regulären Parkplätzen in der Stadt abzustellen. Bürgersteige und auch die Lücke zwischen parkenden Autos seien tabu. „Und Motorroller und Motorräder brauchen genauso einen Parkschein wie Autos, wenn es gefordert ist“, macht der Ordnungsamt-Mitarbeiter deutlich. Entsprechende Vorrichtungen für Parkscheine können an den Bikes nachgerüstet werden.

Von Julia Tonne

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