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Region Borna Borna feiert den Instrumentenbauer Urban Kreutzbach
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05:00 11.08.2018
Der Bornaer Kantor Jens Staude an der Kreutzbachorgel in der Marienkirche. Das Instrument erklingt am 22. August bei einem Festkonzert. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Am 22. August wird am Bornaer Martin-Luther-Platz eine Gedenktafel enthüllt. Sie soll an den Orgelbauer Urban Kreutzbach erinnern, der an diesem Tag vor 150 Jahren starb. Damit wird ein Mann gewürdigt, der als Begründer der Musikinstrumentenbau-Tradition in Borna gelten kann. Der „Silbermann des 19. Jahrhunderts“, mit dänischen Wurzeln, Jahrgang 1796, ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten, findet Kantor Jens Staude.

Festkonzert am Todestag des Orgelbauers

Die Instrumente, immerhin etwa 90 in Sachsen und Thüringen, „sind handwerklich gut gearbeitet“, sagt der Kirchenmusikdirektor. Kreutzbach habe eine klare Konzeption gehabt, die er bei den Arbeiten an seinen Instrumenten verfolgt habe. Das dürfte auch beim Festkonzert am 22. August, 19.30 Uhr, zu hören sein, wenn mit Martin Schmeding einer der bekanntesten deutschen Organisten an der Orgel in der Stadtkirche sitzen wird. Zuvor spricht Thomas Bergner vom Museum in der Emmauskirche über den Instrumentenbauer.

Zwar spielt Martin Schmeding, der auch an der Leipziger Musikhochschule unterrichtet und im letzten Jahr von den Studenten zum „Professor des Jahres“ gewählt wurde, beim Festkonzert an einer Original-Kreutzbach-Orgel. Allerdings handelt es sich dabei nicht um jenes Instrument aus der Werkstatt des Bornaer Meisters, das dieser für die Stadtkirche vorgesehen hatte. Immerhin handelte es sich bei dieser Orgel um die letzte, die der Instrumentenbauer selbst konzipierte. Die Einweihung erfolgte allerdings erst 1869, ein Jahr nach seinem Tod.

Anfang des letzten Jahrhunderts wurde das Instrument aber aus der Marienkirche entfernt und durch eine Jehmlich-Orgel ersetzt, die wiederum in den 50er-Jahren gegen eine andere, kleinere Orgel getauscht wurde. Erst seit 1983 gibt Borna wieder eine echte Kreutzbach-Orgel. Sie stammt aus der Kirche in Mochau bei Döbeln, die seinerzeit entwidmet wurde.

Orgeltage zur Erinnerung an Kreutzbach geplant

Register der Kreutzbach-Orgel in der Stadtkirche Regis-Breitingen Quelle: Günther Hunger

Die heutige Orgel in der Stadtkirche wurde 1849/49 von Urban Kreutzbbach gebaut, der seine Spuren auch in der Region, etwa in Kitzscher, Pegau, Geithain und Bad Lausick hinterlasssen hat. Auch deshalb will Kantor Staude die Jubiläumsfeier am 22. August zur Initialzündung für eine kontinuierliche Würdigung des Orgelbaumeisters machen. So soll es im nächsten Jahr rund um Kreutzbachs Todestag Kreutzbach-Orgel-Tage geben, an denen vom 22. bis 25. August die Instrumente des Meisters in Dittmannsdorf, Eula und Borna im Zentrum von Konzerten stehen. In der Perspektive, so der Kantor weiter, „soll es die Orgeltage aller zwei Jahre geben“.

Kantor Staude spielt CD an Kreutzbach-Orgel ein

Den Klang der Bornaer Kreutzbach-Orgel gibt es zudem auch auf einer CD. Die hat Jens Staude im Juni eingespielt. Zu den Werken gehören zwei Stücke von Johann Sebastian Bach, aber auch Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johann Pachelbel, aber auch Werke von weniger bekannten Komponisten. Die CD wird ab dem 22. August zum Stückpreis von sieben Euro im Pfarramt sowie im Museum verkauft und hat zunächst eine Gesamtauflage 500 Stück.

Es handelt sich allerdings nicht um die erste CD mit Bornaer Orgelklängen. Nach der Umsetzung der Heuersdorfer Emmauskirche spielte der ehemalige Gewandhausorganist Matthias Eisenberg eine CD an der Emmauskirchenorgel ein. Bereits im Jahr 2000 entstand eine CD mit Klängen mehrerer Krerutzbach-Orgeln, darunter Borna und Pegau, bei der Andreas Mitschke, der heutige Kantor der Leipziger Taborkirche, an den Manualen saß.

Von Nikos Natsidis

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