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Borna Borna hat ein Imageproblem: Die Stadt ist besser als ihr Ruf
Region Borna Borna hat ein Imageproblem: Die Stadt ist besser als ihr Ruf
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00:33 24.03.2018
Kamingespräch in Borna: Markus Krabbes (von links) im Gespräch mit Nikos Natsidis (Moderation), Martin Jonas. Simone Luedtke Quelle: Foto: Julia Tonne
Borna

Die Große Kreisstadt Borna ist besser als ihr Ruf – auch wenn durchaus Stellschrauben aktiviert werden können, um die Stadt noch attraktiver zu machen. Das war ein Ergebnis des Kamingesprächs im Rathaus am Dienstagabend, zu dem der Förderverein zum Aufbau eines Dokumentationszentrums Industriekulturlandschaft Mitteldeutschland (DokMitt) eingeladen hatte. „Ist Borna fit für die Zukunft“ lautete die Frage, zu der sich Martin Jonas, Regionalgeschäftsführer der Sana-Kliniken Leipziger Land, genauso äußerte wie der Prorektor der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Markus Krabbes, Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke) und Walter Christian Steinbach, Vereinschef von DokMitt. Moderiert wurde der Abend von LVZ-Redakteur Nikos Natsidis.

Medizin hat sich als Zukunftsbranche etabliert

Nein, kompensieren könne die Sana-Klinik in Borna mit ihren rund 1100 Mitarbeitern den Verlust der Arbeitsplätze im Bergbau nicht, „aber die Medizin ist eine Zukunftsbranche, und die Stadt profitiert davon nicht nur heute, sondern auch zukünftig“, machte Krabbes deutlich. Schon jetzt kann das Klinikum nach Aussage von Jonas einiges dazu beitragen, die Zukunft von Borna mitzugestalten.

Sana Klinikum in Borna Quelle: Cooklmage

„Unser Haus ist nicht nur für die medizinische Versorgung da, sondern auch Faktor für Wohnentscheidungen und großer Arbeitgeber. Zudem sorgt es durch Mitarbeiter, Patienten und Angehörige für eine hohe Kaufkraft am Standort“, betonte er. Auch der Ruf der Stadt weit über Borna hinaus durch Fachtagungen und Kongresse sei nicht zu unterschätzen.

Auch wenn das Krankenhaus gut und breit aufgestellt ist, hat Jonas dennoch einige Ziele im Blick. Eines davon: Borna braucht dringend ein Hotel. „Das Thema ist fast genauso schlimm wie das Thema Parkplatznot“, sagte er. Durch Veranstaltungen von Medizinern sei das ein oder andere Bett mit Sicherheit zukünftig dauerhaft gefüllt, derzeit müssten Ausweichquartiere in den Nachbarkommunen gefunden werden.

Gute Infrastruktur, aber Kultur fehlt

Dass Borna vorrangig ein Imageproblem hat, erklärte Veronique Töpel, Geschäftsführerin des Sächsischen Wirtschaftsarchivs: „Die Stadt besinnt sich nicht auf ihre Geschichte.“ Der Bergbau sei in den vergangenen 750 Jahren seit Stadtgründung lediglich eine Episode gewesen, jetzt habe Borna wieder die Chance, Mittelzentrum zwischen Leipzig und Chemnitz zu werden. Die Stadt habe eine gute Infrastruktur, „was fehlt, ist Kultur“.

Luedtke sieht ebenfalls die Chance, dass sich Borna zu einem attraktiven Ort entwickelt. „Wir wollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Einwohnerzahlen steigern und noch mehr Gewerbe hier ansiedeln“, sagte sie. Die verkehrstechnische Infrastruktur werde zum Gelingen genauso beitragen wie die sehr gute Bereitstellung von Kitaplätzen und rundum sanierte Schulen. Was Steinbach vor allem auf dem Herzen lag: das fehlende Selbstbewusstsein der Bornaer. „Wir müssen uns angewöhnen zu sagen, dass wir gut sind.“ Borna habe viel Luft nach oben, wenn es um die Außenwirkung gehe.

Von Julia Tonne

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