Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Borna hat nach vielen Anläufen endlich Seniorenparlament
Region Borna Borna hat nach vielen Anläufen endlich Seniorenparlament
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 01.03.2018
Hans Kraft übt harsche Kritik am Prozedere zur Wahl des Seniorenparlaments. Quelle: Andreas Döring
Anzeige
Borna

Lange hat es gedauert, immer wieder gab es Verzögerungen. Nun aber hat der Bornaer Stadtrat bei seiner jüngsten Zusammenkunft ein Seniorenparlament gewählt. Zehn Kandidaten hatten sich für das Gremium beworben, neun wurden gewählt. Auf die konstituierende Sitzung warten sie noch. Nötig, sagt Hans Kraft aus dieser Gruppe, ist eine Einladung von Seiten der Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke). Die aber verweist darauf, dass alle Gewählten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklären müssen; die Stadtverwaltung habe sie angeschrieben.

Kraft, Mitglied im bisherigen Seniorenbeirat und 2014 Stadtratskandidat der Freien Wähler Borna, hatte schon fast die Hoffnung auf die Wahl eines Seniorenparlaments aufgegeben. „In den vergangenen Monaten gab es in der Hinsicht etliche Querelen“, sagt er. Vor mittlerweile zwei Jahren hatte der Stadtrat eine Satzung und damit die Gründung eines solchen Gremiums beschlossen. Auf den Aufruf, sich politisch in der Kommune zu engagieren, hatten gerade einmal drei Senioren reagiert. Neun wären notwendig gewesen. Was die Ratsfraktion Die Linke Anfang 2017 veranlasst hatte, den Antrag auf Aufhebung der Satzung zu stellen. Im Umkehrschluss hätte das bedeutet, dass kein Seniorenparlament gebildet werden kann. Die anderen Fraktionen lehnten genau das ab und brachten lediglich eine Satzungsänderung ins Spiel. Mit Erfolg.

Öffentlichkeit nicht über Wahl informiert

Im August 2017 wurde Oberbürgermeisterin Luedtke vom Stadtrat beauftragt, die Ausschreibung und die Wahl eines Seniorenparlaments „unverzüglich“ vorzubereiten. „Bis Ende Oktober mussten die Bewerbungen eingereicht werden, danach gab es wieder monatelange Verzögerungen“, kritisiert Kraft das (Nicht-)Vorgehen der Rathauschefin. „Für die Öffentlichkeit gab es keinerlei Informationen dazu – weder zum Wahltermin noch zu den Bewerbungen selbst.“ Er wirft Luedtke daher vor, die Bildung eines solchen Gremiums „blockiert und verhindert“ zu haben. Was sie bestreitet: Sie habe den Seniorenbeirat immer unterstützt und die Wahl eines Parlaments befürwortet.

Neun von zehn Kandidaten gewählt

Auch das Prozedere vor wenigen Wochen sei alles andere als glücklich gewesen, macht Kraft seinem Unmut Luft. Die Kandidaten seien zu der Wahl nicht eingeladen gewesen. Außerdem sei aufgrund der Satzung, „von der wir nicht wissen, wer sie verfasst hat“, eine der zehn Kandidaten nicht zugelassen worden. Das Dokument sehe die Wahl einer städtischen Bediensteten nicht vor, die Bewerberin sei aber Mitarbeiterin in einer Kindertagesstätte der Stadt. „Doch es geht ja noch weiter“, betont Kraft. „Von den neun gewählten Kandidaten hat lediglich einer die Stimme der Linken bekommen.“

Mit der Wahl zum Seniorenparlament ist der Beirat obsolet und damit aufgelöst, findet Kraft. „Er wurde ja nur berufen und war dadurch zu wenig auf demokratische Beine gestellt.“ Zukünftig soll das neue Gremium Kontakte zu Vereinen und Institutionen pflegen und seinen Fokus auf die Belange der Rentner in Borna legen. Luedtke hingegen will den Beirat, den sie 2008 ins Leben gerufen hatte, nicht aufgeben. „Er kann sich doch ebenso weiter um seniorenspezifische Probleme kümmern“, sagt sie.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Montag begann im Landgericht Leipzig der Prozess gegen Günter M. aus Rötha. Der 65-Jährige soll im stark alkoholisierten Zustand einen Bekannten mit Tischbein und Flasche geschlagen und lebensgefährlich verletzt haben.

26.02.2018

Die Polizei hat am Donnerstag in Borna einen Mann gestellt, der zuvor mit hoher Geschwindigkeit vor einer Verkehrskontrolle geflüchtet war. Mit 140 Stundenkilometern raste er durchs Stadtgebiet – bis einer der Vorderreifen platzte.

26.02.2018

Noch erfolgreicher als im Vorjahr haben die PKK-Tänzer aus der Elsterstadt beim Kampf um die Sachsenmeistertitel abgeschnitten. Für sieben der acht Sieger vom Pegauer Karneval-Klub steht nun die nächsthöhere Stufe im Wettbewerb bevor.

26.02.2018
Anzeige