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Borna Borna investiert in Feuerwehren: Notstromer auf der Wunschliste
Region Borna Borna investiert in Feuerwehren: Notstromer auf der Wunschliste
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00:32 26.03.2018
Feuerwehrstützpunkt in Borna - hinter dem Boot der Feuerwehr sind keine Kameraden beim Übungstauchen - es sind nur Schutzanzüge. Foto: Jens Paul Taubert MTL BOG LVZ Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Die einen bekommen eine neue Heizung, die anderen Rolltore und alle zusammen ein neues Drehleiterfahrzeug. Für die Feuerwehren in Borna und in den Ortsteilen könnten sich die Investitionen dieses Jahr wie Weihnachten und Ostern zusammen anfühlen.

Moderne Heizung für Gerätehaus in Eula

Die Kameraden in Eula freuen sich zukünftig über eine neue Heizung. Eingebaut werden soll im Zeitraum von April bis Juni – je nachdem, wie das Wetter mitspielt und das Geld da ist – eine Brennwert-Gasheizkessel-Anlage. Mit rund 40 000 Euro schlägt die Heiztechnik zu Buche, allerdings muss die Stadt die Summe nicht gänzlich aus eigener Tasche stemmen, vielmehr werden 80 Prozent über europäische Leader-Fördermittel finanziert. „Die bisherige Heizung war extrem veraltet, zudem sind wir als Stadt bestrebt, Kohlenstoffdioxid einzusparen“, begründet Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke) das Vorhaben.

Rolltore für Einfahrt in Wyhra

Auch in Wyhra wird investiert. Zwar war das etwa 170 Jahre alte Gebäude in den vergangenen Jahren umfassend um- und ausgebaut worden, allerdings fehlten bislang Rolltore. Damit ist nun Schluss, vor wenigen Tagen bekam das Gerätehaus zwei sogenannte elektrische Sektionaltore. Die Kosten für die Tore selbst und den Einbau belaufen sich auf rund 10 000 Euro. „Damit ertüchtigen wir nicht nur das Gebäude, sondern optimieren auch die Einsatzfähigkeit der Ortswehr Wyhra weiter“, macht Luedtke deutlich.

Neues Drehleiterfahrzeug rollt nach Borna

Die größte Anschaffung – die auch zugleich allen Wehren zugute kommt – zieht im Mai in das Gerätehaus in Borna ein: das Drehleiterfahrzeug, das rund 750 000 Euro kostet, allerdings auch gefördert wird. „Das Fahrzeug bietet Platz für eine Besatzung von maximal drei Personen und die Leiter erreicht eine Maximalhöhe von 23 Metern. Damit können die Feuerwehrleute bis zum siebenten Obergeschoss vordringen“, erklärt Hans-Robert Scheibe, Sprecher der Stadt.

Zudem sei die Leiter so ausgelegt, dass sie abgeknickt werden könne, um auch schwer zugängliche Bereiche im Stadtgebiet anfahren zu können. Zur Ausstattung gehören unter anderem Pressluftatemgeräte, eine Schwerlasttrage, eine Wärmebildkamera, eine Motorkettensäge und eine elektrische Kettensäge. Ergänzt wird das umfangreiche Equipment durch ein Notstromaggregat.

Sturm Friederike legt Gerätehäuser lahm

Und eben mit einem solchen könnte die Stadt den Ortswehren noch unter die Arme greifen. Das wünscht sich zumindest Steffen Reichel, Ortswehrleiter von Neukirchen. Er hatte während der vergangenen Jahreshauptversammlung angeregt, diese anzuschaffen. Hintergrund war der Stromausfall durch den Sturm Friederike, der auch die Gerätehäuser lahm legte. „Wir brauchen in einem solchen Fall wenigstens Licht und Steckdosen, damit wir die Funkgeräte laden können“, erklärte Reichel. Zwar habe ein Neukirchener Einsatzfahrzeug ein Notstromaggregat, aber wenn das zum Einsatz unterwegs sei, sei eben auch der Ersatzstrom weg.

Auch die Sirene könne an die erhoffte Ausstattung angeschlossen werden, und die Tore ließen sich einfacher und schneller öffnen, „bisher müssen wir kurbeln“. Als Friederike wütete, behalfen sich die Neukirchener Kameraden mit einer privaten Akkulampe, um überhaupt etwas sehen zu können. Laut Landratsamt ist für die Ausstattung der Wehren die Kommune selbst zuständig, heißt: Borna muss sich kümmern. Luedtke hat den Vorstoß zumindest im Hinterkopf und will bei nächster Gelegenheit dazu beraten.

Verschleiß bei Einsatzkleidung und Ausrüstung

Freiwillige Feuerwehr Borna Stiefelknecht für die Schutzbekleidungsstiefel MTL BOG LVZ Foto: Jens Paul Taubert Quelle: Jens Paul Taubert

Noch länger wird die Wunschliste der Wehren laut Stadtwehrleiter Tino Reim. Er hatte bei der Jahreshauptversammlung erklärt, die Stadt müsse künftig mehr Geld für die Wehren in die Hand nehmen, um auch den erhöhten Verschleiß von Einsatzkleidung und Ausrüstung zu kompensieren. „Denn die Einsatzzahlen werden nicht zurückgehen, sondern weiter steigen.“

Von Julia Tonne

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