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Borna Borna investiert in familienfreundliche Stadt: Aber Politik-Streit belastet das Image
Region Borna Borna investiert in familienfreundliche Stadt: Aber Politik-Streit belastet das Image
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16:00 31.12.2015
Neues Domizil für Krippenkinder in Borna-Nord. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
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Borna

Das Jahr beginnt mit einem Paukenschlag. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht stellt das Berufungsverfahren um die Abwicklung der Neukirchener Grundschule ein. Über Jahre hatte Brigitte Beyer (CDU), Vorsitzende des Ortschaftsrates Wyhratal, einen Rechtsstreit gegen die Stadt Borna geführt. Denn entgegen den Vereinbarungen im Eingemeindungsvertrag hatte die Große Kreisstadt zeitweise die einzügige Dorfschule zur Disposition gestellt. Für die Wyhrataler ist der Richterspruch ein klarer Sieg. Aber durch die Kosten des Rechtsstreites wird die Stadtkasse von Borna belastet. Dennoch werden endlich längst fällige Investitionen in der Schule, beispielsweise die Erneuerung der Sanitäranlagen, angeschoben – super!

Die Planungen zum Freibad-Neubau in der Wyhraaue sind soweit gediehen, dass die Verwaltung in die Offensive geht und die Einwohner informiert. Dabei muss Baubürgermeister Frank Stengel eingestehen, dass der Bau nicht wie beabsichtigt Ende 2015 fertig wird. Das ruft die Kritiker auf den Plan. Die Mehrheit der Abgeordneten fordert einen Rückbau der 2006 geschlossenen Anlagen und kippt den Beschluss des Wiederaufbaus. Damit liegt das Zwei-Millionen-Projekt vorerst auf Eis – schlecht.

Mit dem ersten Spatenstich beginnt die Lebenshilfe den Bau eines neuen Förder- und Betreuungsbereiches im Gewerbegebiet am Wilhelmschacht. Sowohl Sachsen als auch Thüringen unterstützen den Bau, der mehr als eine Million Euro kosten wird. In den nächsten Tagen soll die bislang in Neukieritzsch untergebrachte Gruppe von schwerstbehinderten Menschen umziehen. Der Flachbau hat eine Kapazität von 24 Plätzen – super!

Die Neuseenland-Grundschule hüllt sich in ein grünes Netz. Eigentlich war der Rückbau längst beschlossene Sache. Die Stadt Borna wird bei der Maßnahme auch mit Fördermitteln unterstützt. Aber Fledermäuse nisten sich in die offenen Platte ein. Mit der Verhüllung sollte der Zuzug neuer Lebewesen verhindert werden. Die Verzögerung kostet die Kommune über einige Wochen Zinsen. Inzwischen ist der Abrissbagger gerollt und das Gelände vermarktet.

Der Spielbetrieb hängt am seidenen Faden. Dennoch wird die Diskussion um die energetische Sanierung der Sporthalle in Borna-Ost vom Stadtrat immer wieder vertagt. Die Mehrheit der Abgeordneten fordert Klarheit über die Finanzen in der Stadtkasse und besteht darauf, dass die Verwaltung einen beschlussfähigen Haushalt vorlegt. Danach gibt es grünes Licht für das Vorhaben. Zur Finanzierung des 1,5 Millionen teuren Vorhabens bekennt sich auch der Freistaat. 650 000 Euro gibt das Land Sachsen, damit der Vereinssport in dem aus den 80er-Jahren stammenden Bau nicht zum Erliegen kommt. Innenminister Markus Ulbig (CDU) übergibt den Fördermittelbescheid persönlich – super!

Das Handels-Unternehmen Lekkerland macht Appetit auf mehr. Nach einer ehrgeizigen Bauphase im Gewerbegebiet Borna-Ost rollen im Oktober die Laster mit Getränken, Convenience, Zigaretten und tiefgekühlter Pizza vom Hof. Noch gibt es viele Lücken in den Hochregalen des Lagers. Die sind aber eingeplant, weil der Spezialist fürs Außer-Haus-Sortiment am Standort wachsen will. Das bedeutet, dass die derzeit aus 100 Mitarbeitern bestehende Belegschaft wachsen könnte – super!

Kindergeschrei bei den Kleinsteins: In den Krippen-Neubau, dessen Name eine Schöpfung aus den kleinen Einsteins ist, zieht Leben ein. Neun Kinder gehen ab 1. Dezember in die moderne Kita, die über 60 Plätze verfügt. Trotz der Lage neben einem Verbrauchermarkt erhält der Bornaer Kreisverband der Volkssolidarität die Betriebserlaubnis. Rund 1,7 Millionen Euro fließen in den Flachbau, darunter privates Kapital des Bauherren und Fördermittel. Die Kommune mietet das Gebäude in den nächsten Jahren zu offensichtlich günstigen Konditionen – super!

Nach der Wiederwahl von Simone Luedtke (Linke) als Oberbürgermeisterin in Borna tritt das Zerwürfnis zwischen Teilen des Stadtrates und der Stadtchefin offen zutage. Mit ihrer Mehrheit verweisen die Fraktionen von CDU, SPD/FDP und Freie Wähler/Bürger für Borna Empfehlungen der Verwaltung in die Ausschüsse zurück und setzen andere Akzente. Auch eine Aussprache im Landratsamt kann nicht vermitteln. Mit der Neufassung der Hauptsatzung wird Luedtke offen das Misstrauen ausgesprochen. Denn das neue Regelwerk verlagert die Entscheidungsbefugnisse von Luedtke auf die Ausschüsse und den Stadtrat. Ziel ist es, die Oberbürgermeisterin stärker zu kontrollieren. Deren Widerspruch folgt prompt. Die Debatte um die Satzung beschäftigt die Stadträte bereits in wenigen Tagen wieder – schlecht!

Die Bornaer sind ein traditionsbewusstes Völkchen. Sie nehmen die Herausforderung des Sachsenspiegel beim Mitteldeutschen Rundfunks an und schmücken ihren Weihnachtsbaum auf dem Bornaer Markt mit Hunderten als Weihnachtskugeln verpackten Zwiebeln. Für die Zeit des längsten Weihnachtsmarktes im Landkreis hängt ein Zwiebelduft über der City – super!

Von Birgit Schöppenthau

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