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Borna knackt im Juni dreimal die 30-Grad-Marke

Borna knackt im Juni dreimal die 30-Grad-Marke

Weltweit war der Juni 2015 der wärmste seit der Wetteraufzeichnung. Das hat die Messung der US-Klimabehörde NOAA ergeben. In unseren Breitengraden kam er jedoch recht kühl daher.

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Ein bedrohlicher Himmel über dem Bornaer Rathaus: Dramatische Wetterlagen blieben jedoch in diesem Sommer bislang aus.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Neukirchen. Gefühlt fällt das Wetter immer anders aus als in der Realität. Wie die Wahrnehmung abweichen kann, erleben die Hobby-Meteorologen Sebastian Schroth und Stefan Ladisch: Denn ihre Wetterstationen in Neukirchen und Wyhra zeichnen die Details auf.

Die Wetterdaten belegen, dass der Juni in diesem Jahr zwar unterdurchschnittlich ausfiel, aber weit entfernt von Temperatur- oder Niederschlagsrekorden blieb. So war die 2015-er Auflage des Monats in unserer Region - trotz der weltweiten Erwärmung - mit durchschnittlich 17,1 Grad Celsius am kältesten seit 2009. Die Temperatur lag damit aber immer noch ein halbes Grad über dem langjährigen Mittel. Wie Schroth erklärte, hatten nördliche Winde für einstellige Temperaturen in so manchen Juni-Nächten gesorgt. Dennoch seien zehn Sommertage registriert worden, an denen der Maximalwert auf über 25 Grad Celsius anstieg. "Dabei wurde sogar dreimal die 30-Grad-Marke geknackt", so Schroth. Mit Ausreißern nach oben und unten zeigte sich der Monat der Sommersonnenwende sehr vielseitig. Der Maximalwert von 33,4 Grad wurde am 6. Juni während einer Hochsommerphase erreicht. Besonders kühl war die Nacht zum 17. Juni, als das Thermometer auf 6,7 Grad fiel. "Im Vergleich zu den letzten Jahren war der Juni dennoch unterdurchschnittlich", sagte der Neukirchener.

Vor allem die Fakten zum Niederschlag geben beim Realitätsvergleich Rätsel auf. "In vielen Gärten sieht man auch heute noch deutliche Trockenschäden auf dem Rasen, obwohl auch die Gießkanne regelmäßig zum Einsatz kam", gab er zu bedenken. Auch die Landwirte würden über Ernteausfälle klagen. "Doch geregnet hat es mit 101 Litern pro Quadratmeter reichlich, was immerhin 169 Prozent der üblichen Regenmenge eines Junis entspricht." Dass die Kulturen dennoch nicht überall in saftigem Grün stehen, erklärte Schrot mit den meist kräftig ausgefallenen Schauern, die vom ausgetrockneten Boden nicht aufgenommen werden konnten. Ein Wolkenbruch am 13. Juni, bei dem innerhalb von zwei Stunden ganze 34 Liter pro Quadratmeter herunterprasselten, wurde hauptsächlich von der Kanalisation aufgenommen. "Der Natur fehlte ein flächendeckender Landregen, der den Boden gänzlich durchnässte", so der Fachmann. Denn nur mit Hilfe von langanhaltenden Niederschlägen hätte die Natur noch aufholen können, was sie in der frühen Wachstumsphase eingebüßt hat: Der Mai war der trockenste seit zehn Jahren in der Region.

Trotz des kühlen Sommerstarts besserte die Sonne mit 233 Stunden die Bilanz des Juni-Wetters auf. Vor allem der Monatsstart verlief vielversprechend. Vom 2. bis 6. Juni schien die Sonne täglich zwischen 13 und 15 Stunden. Sonnigster Tag war der 5. Juni mit 15,5 Stunden Sonnenschein. Aber den Rekord aus dem Hochsommerjahr 2003 mit 360 Sonnenstunden kratzte das Wetter in diesem Jahr noch nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2015
Birgit Schöppenthau

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