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Borna Borna lehnt weitere Flüchtlinge in Thräna ab
Region Borna Borna lehnt weitere Flüchtlinge in Thräna ab
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14:02 19.05.2015

Er reagierte damit auf Mutmaßungen, in einem Mietshaus in der Leipziger Landstraße sollten zusätzlich zehn Asylbewerber einziehen. In der Straße befinden sich bereits zwei Gebäude, in denen Flüchtlinge leben. Anwohner in Thräna hatten berichtet, dass in dem Ortsteil bereits Vorbereitungen für die Beherbergung von Asylbewerbern getroffen würden. Dabei würden Garagen beseitigt, um Platz für Wohncontainer zu schaffen. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) bestätigte eine entsprechende Anfrage des Landratsamtes. "Ich halte das aber nicht für günstig", obwohl sie prinzipiell von der Notwendigkeit von Beherbergungsmöglichkeiten für Asylbewerber überzeugt sei. Der Standort Thräna sei aber nicht geeignet, "und das haben wir dem Landratsamt auch mitgeteilt". Allerdings sei die Meinungen der Kommune nicht ausschlaggebend.

Voigt erklärte, es sei keineswegs so, dass das Landratsamt Einwände von Kommunen nicht ernst nimmt. Dass es dabei zwischen den Behörden zu unterschiedlichen Meinungen kommen könne, sei klar. Voigt bestätigte die Anfrage seines Hauses bei Stadtverwaltung. In der Leipziger Landstraße 10 gebe es fünf Wohnungen, in denen zehn Personen unterkommen könnten. "Es gibt aber keinen Automatismus", so der Beigeordnete weiter. Weil die Stadt Borna ohnehin viele Asylbewerber beherberge (aktuell 279), habe die Stellungnahme der Oberbürgermeisterin durchaus Gewicht.

Die Aufregung in Böhlen, wo am Freitag kurzfristig 68 Flüchtlinge im Apart-Hotel einquartiert wurden, hat sich übers Wochenende gelegt. Wolfgang Seifert, Betreiber des Hotels, sprach gestern von einer "ganz entspannten Situation". Das bestätigte auch Bürgermeisterin Maria Gangloff (Linke). Aus der Bevölkerung sei Hilfsbereitschaft zu spüren gewesen, Einwohner hätten für die Kinder der Flüchtlinge - zwölf Familien mit Kindern und Kleinstkindern - Spielzeug gespendet. Nichts, stellte Seifert fest, deute auf Stimmungen von Aggressionen oder Missfallen hin. Die Flüchtlinge würden über einen von der Landesdirektion engagierten Caterer versorgt, das Hotel stelle Tee zur Verfügung, wofür die Flüchtlinge sehr dankbar seien, sagte Seifert. Kurzzeitige Spekulationen verursachte ein Krankenwagen, der nachts am Hotel vorfuhr. Ursache war aber keine Auseinandersetzung unter den Asylbewerbern, sondern ein Krankheitsfall. Für den wäre laut Gangloff nicht einmal der Rettungsdienst nötig gewesen. Allerdings wusste der Wachschutz keine andere Lösung, als Mitglieder der Flüchtlingsgruppe über Beschwerden klagten und einen Arzt brauchten. Für die Bürgermeisterin, ein Beleg dafür, dass im Zusammenhang mit der kurzfristigen Unterbringung der Flüchtlinge im Vorfeld nicht alle Fragen ausreichend geklärt gewesen seien.

Unter anderem dieses Problem kritisierte Gangloff gestern bei einem Gespräch mit der Landesdirektion. Die hätte versichert, dass die Flüchtlinge wie geplant morgen das Hotel wieder verlassen würden. Gleichzeitig sei nicht ausgeschlossen, dass es in ähnlichen Situationen erneut zu kurzfristigen Unterbringungen übers Wochenende kommen könne. Der Vertrag mit dem Apart Hotel wurde bis Ende April abgeschlossen. Gangloff versicherte, dass Böhlen bereit sei, in Notsituationen zu helfen, forderte aber eine frühzeitigere Information und bessere Vorbereitung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015
Nikos Natsidis/André Neumann

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