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Borna Borna ringt seit einem Jahrzehnt um Wiederbelegung des Freibades
Region Borna Borna ringt seit einem Jahrzehnt um Wiederbelegung des Freibades
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12:03 20.02.2016
Blick aus der Vogelperspektive: Die Konturen des ehemaligen Freibades in der Wyhraaue sind 2013 noch gut zu erkennen. Inzwischen ist das Areal weiter verfallen.   Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

 Die Bilanz fällt ernüchternd aus. Knapp zehn Jahre nach der Schließung des Bornaer Freibades in der Wyhraaue ist weiterhin unklar, was mit der Anlage im Landschaftsschutzgebiet südöstlich von Borna geschehen soll. Besucher werden an den geschlossenen Toren ausgebremst. Die Becken, in denen sich einst Tausende Badelustige in der Saison tummelten, halten kein Wasser mehr. Von den Versorgungseinrichtungen ist längst der Putz ab. Den ehemaligen Freisitz hat die Natur teilweise zurückerobert. Sprayer hinterließen auf Gebäuden ihre Tags. Aus Respekt, wie es in der Branche üblich ist, haben sie die naive sozialistische Wandgestaltung verschont. Darauf erinnern Erwachsene in Badehose und Bikini beim Ballspiel unter der strahlenden Sonne an die guten Tage der Einrichtung.

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Diese sind seit September 2006 vorbei. Nach einer weiteren defizitären Badesaison, in der nur noch rund 11 000 zahlende Bornaer das Bad genutzt hatten, entschied sich der Stadtrat für einen Schlussstrich. Das Parlament hatte in einem Sportstättenkonzept abgewogen zwischen Investitionen in ein neues Schwimmbad oder in das marode Freibad. Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Aber einige Bornaer wollten sich damit nicht abfinden. Sie gründeten einen Verein zur Rettung des Freibades. Mit Flyern und Postwurfsendung machte er mobil und entwickelte Alternativkonzepte. Anregungen holten sich die Mitglieder in Kommunen wie Leipzig-Lindenthal oder Luthe bei Hannover, die Ökobäder betreiben. Auch eine vorübergehende Wiedereröffnung des Bades hatte der Verein vorangetrieben. Aber diese ist offensichtlich gescheitert.

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Dennoch führte der Druck, den der Freibadverein aufbaute, zu handfesten Ergebnissen. Mit Votum der Mehrheit im Stadtrat wurde der Wiederaufbau des Bades 2013 auf die Tagesordnung gesetzt. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) machte das Projekt zur Chefsache und stellte Ende 2015 die Übergabe des Freibades an die Bornaer in Aussicht. Aber die Mühlen der Verwaltung mahlten langsamer. Das Hochwasser 2013 führte den Stadträten zudem vor Augen, wie verwundbar der Standort in der Wyhraaue ist. Die explodierenden Sanierungskosten ließen die Investition auf zwei Millionen Euro hochschnellen. Obwohl Luedtke das Bad auf der Prioritätenliste in ihrem Wahlkampf angepriesen hatte, blieben Auflagen aus dem Stadtratsbeschluss unerfüllt. Wegen fehlender Aussagen zur Finanzierung und Baugenehmigung und der Terminverzögerung wurde der Wiederaufbau des Bades vom Stadtrat kassiert und ein Abriss der noch vorhandenen Anlagen verfügt.

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Weil erneut eine Bürgerinitiative gegen diese Entscheidung opponierte, wurde bis heute kein Stein auf dem Freibadgelände bewegt. Die Planungen für den Wiederaufbau liegen auf Eis. Inzwischen haben sich 2151 Bornaer mit ihrer Unterschrift dazu bekannt, dass der Abriss gestoppt werden müsse. In einem Bürgerentscheid soll nun herausgefunden werden, ob die Mehrheit der Bornaer diese Auffassung teilt. Die rechtliche Zulassung wird derzeit geprüft.

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Aber die Diskussion um eine Freizeit- und Badeeinrichtung rankt sich inzwischen nicht mehr allein nur um das in den 60er-Jahren erbaute Naturbad in der Wyhraaue. Ein vom Stadtrat berufener Ausschuss arbeitet derzeit an der Machbarkeit eines Sport- und Freizeitcampus auf dem Gelände der Grundschule West. Dort besteht potenziell die Option, das sanierte Jahnbad um ein Außenbecken zu erweitern. Zudem ist am Bockwitzer See seit Jahren ein Strandbad im Gespräch, für das bereits die Anbindung über Straßen und Weg vorhanden ist, jedoch die Wasserqualität des Tagebaurestloches noch nicht ausreicht.

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Ob Freibad in der Wyhraaue, Sportcampus oder Bockwitzer See: Die Diskussion um ein öffentliches Bad für Borna ist inzwischen zum Politikum geworden. Deshalb will die LVZ es wissen – was denken die Einwohner der Region?

Von Birgit Schöppenthau

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