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Region Borna Borna stellt Weichen fürs Landeserntedankfest
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10:39 28.11.2018
Beim Landeserntedankfest sind auch die schönsten sächsischen Erntekronen zu sehen. Quelle: k2 Werbeagentur
Borna

Bis zu 50 000 Besucher werden beim Sächsischen Landeserntedankfest vom 4. bis 6. Oktober im nächsten Jahr in der Wyhrastadt erwartet. Die dreitägige Veranstaltung kostet 183 000 Euro, von denen 58 000 Euro aus dem Bornaer Stadtsäckel und der Rest vom Freistaat Sachsen kommen sollen. Eine Mammutveranstaltung für hiesige Verhältnisse, der zudem am Tag der Deutschen Einheit das alljährliche Stadtfest vorangeht. Mittlerweile gibt es bereits konkrete Vorbereitungen. Weil beim Landeserntedankfest vor allem die Vereine vor Ort eine wichtige Rolle spielen, wurden diese am Montagabend von der Bornaer Stadtverwaltung informiert. Das Foyer des Stadtkulturhauses war dabei mit etwa 40 Besuchern gut gefüllt. Die LVZ gibt einen Überblick.

Mindestens drei Bühnen in Borna

Kultur: Ist ein wesentlicher Bestandteil des Festes. Es wird deshalb mindestens drei Bühnen geben, eine davon in einem Festzelt, dessen Standort allerdings noch unklar ist. Das Festzelt soll 500 bis 600 Leute fassen. Dort findet am 4. Oktober die offizielle Eröffnungsveranstaltung statt, zu der auch der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) erwartet wird, der der Stadt Borna in diesem Jahr den Zuschlag überbracht hatte. Eingebunden in das Kulturprogramm werden lokale Vereine, Schulen und Musikschulen ebenso wie die Sächsische Bläserphilharmonie und das Leipziger Symphonieorchester. Das Stadtkulturhaus dient vor allem als Ort nichtöffentlicher Veranstaltungen. Auf dem Volksplatz finden an allen drei Festtagen Veranstaltungen statt, etwa ein Familienfest sowie ein Guggemusiktreffen. Im Museum gibt es eine Ausstellung zum Thema Zwiebel, dem Bornaer Gemüse, um das sich die Veranstaltung speziell drehen soll.

Zwiebelwettbewerb in Borna

Öffentlichkeitsarbeit: Die geht eben nicht ohne die Zwiebel. Dazu gehört zum einen die Wahl einer Zwiebelkönigin, die aus Gründen der Political Correctness auch einen Zwiebelkönig nicht ausschließt. Als überlegenswert gilt dabei, die Zwiebelmajestät nicht erst zum Ende des Landeserntedankfestes zu küren, sondern bereits vorher, damit sie bereits früher zu Repräsentationszwecken für das Fest zum Einsatz kommen kann. Und es soll weitere Wettbewerbe geben, wobei in Borna das Rad nicht neu erfunden werden müsste. So fand bereits im Jahr 1928 auf Initiative des örtlichen Feldgärtnervereins ein Wettbewerb um die größte Bornaer Zwiebel statt. Das seinerzeitige Siegergemüse wog beachtliche 614 Gramm. Zudem sollen im nächsten Jahr Zwiebeln in Borna allerorten wachsen – vielleicht auch in den städtischen Blumenkübeln.

Schafe, Bienen und Äpfel in Borna

Landwirtschaft: Die spielt beim Landeserntedankfest logischerweise eine besondere Rolle. Neben den regionalen Agrargenossenschaften und dem Kreisbauernverband werden deshalb auch Kleingärtner sowie Forstwirtschaft und Fischereibetriebe mit einbezogen. Gedacht ist an eine Nutztierausstellung, etwa mit Schafen von der Ökologischen Station Birkenhain und Bienen. Womöglich kann das jährliche Abfischen des Breiten Teichs integriert werden. Auch eine Schau mit speziellen Apfelsorten gehört zu den Plänen.

Erntekronen in der Bornaer Stadtkirche

Kirche: Völlig klar, dass die Kirche beim Landeserntedankfest von wesentlicher Bedeutung ist. Und zwar alle christlichen Gemeinschaften in Borna, neben den beiden großen Konfessionen auch die Freie evangelische Gemeinde und die Neuapostolische Gemeinde. Es gibt einen ökumenischen Festgottesdienst. Kirchenmusik und ein „Angebot für Stille und Gebet“ sind ebenso vorgesehen wie die Einbeziehung von Diakonie und Caritas. In der Stadtkirche konzentrieren sich die Aktivitäten der Landfrauen. Hier wird bereits am 2. Oktober die Erntekronenausstellung eröffnet.

Verkehrseinschränkungen während des Erntedankfestes

Verkehr: Es liegt auf der Hand, dass eine Großveranstaltung wie das Landeserntedankfest nicht ohne erhebliche Einschränkungen für den Verkehr über die Bühne geht. Immerhin erstreckt sich das Festgebiet von der Innenstadt über das Areal am Breiten Teich bis hin zum Volksplatz. Hier gibt es Handwerkermeilen, Gastronomie, aber auch Platz für Schausteller. Die Stadtverwaltung hat die Fühler ausgestreckt, um die Sachsenallee, immerhin eine Bundesstraße, sperren zu lassen. Zu den Überlegungen gehört, die Parkplätze an der Sana-Klinik sowie am Landratsamt für Besucher zu öffnen. In diesem Sinne wollen die Organisatoren auch Kontakt zu den Supermärkten aufnehmen.

Vereine können sich bewerben

Vereine: Ohne die läuft eben beim Landeserntedankfest nichts. Wer sich um eine Teilnahme daran bewerben will: Entsprechende Formulare gibt es auf der Homepage der Stadt Borna. Das gilt auch für Gastronomen und Händler. Bewerbungen sind bis Ende Februar möglich.

Fest als Chance für alle Bornaer

In Borna steigt die Betriebstemperatur. Erstmals wurde öffentlich, wie sich die Stadt die Gestaltung des Sächsischen Landeserntedankfestes im nächsten Jahr denkt. Und damit ist auch klar, dass die Großveranstaltung ohne die Bornaer und vor allem ihre Vereine kaum zu einem Erfolg werden kann.

Was ja durchaus zu Hoffnungen berechtigt. Schließlich steckt in den etwa 100 Bornaer Vereinen ein Potenzial, das viel zu selten zum Tragen kommt. Dafür gibt es Gründe, die aber im nächsten Jahr keine Rolle spielen können. Das Landeserntedankfest bietet Platz für alle Vereine und Ehrenamtliche, sofern sie es nur wollen; eine gewisse Qualität der jeweiligen Offerte natürlich vorausgesetzt. Eine landesweite Großveranstaltung ist jedenfalls allemal eine Bühne, auf der sich Vereine bestens präsentieren können. Am Wollen der meisten Bornaer Vereine dürfte es nicht fehlen.

Denn im Landeserntedankfest steckt für Borna eine große Chance. Natürlich wegen Außenwirkung, Image etc., aber auch nach innen in die Stadtgesellschaft hinein. Es wäre jedenfalls großartig, wenn es im Herbst 2019 wieder eine Stimmung gäbe wie bei der 750-Jahr-Feier. Die fand im Jahr 2001 statt, woran sich „ältere“ Bornaer sicher noch bestens erinnern können.

Von Nikos Natsidis

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