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Borna Borna unterschreibt Memorandum in China
Region Borna Borna unterschreibt Memorandum in China
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00:46 22.04.2018
Offizieller Akt in chinesischer Millionenstadt: Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke und der Bürgermeister des Stadtbezirks Oberstadt von Hangzhou, Miao Chengchao, unterzeichnen das Memorandum über Zusammenarbeit. Quelle: Stadt Borna

Hangzhou hat über sieben Millionen Einwohner, der Stadtbezirk Oberstadt bildet die zentral gelegene Altstadt und hat rund 360000 Einwohner. Gemeinsam mit dem dortigen Bezirksbürgermeister Miao Chengchao unterschrieb Bornas Oberbürgermeisterin ein "Memorandum zur freundlichen Zusammenarbeit". Darin werden Felder der Zusammenarbeit aufgezählt, und es wird vereinbart "bei einem passenden Zeitpunkt" eine offizielle Partnerschaft zu beschließen.

Eigentlich war es zunächst nur darum gegangen, ein Drachenboot für die Bornaer Kanuten aufzutreiben. Dabei kam die Stadt in Kontakt mit dem Deutsch-Chinesischen Zentrum Leipzig (DCZL), welches die Teilnahme an einer Reise nach China anbot. Ziele waren die Metropole Shanghai und die 190 Kilometer südwestlich gelegene Stadt Hangzhou. Zur 15-köpfigen Reisegruppe gehörten aus Borna neben Oberbürgermeisterin Luedtke Stadtratsmitglied Gerhard Artelt (FDP) und dessen Frau Barbara, Sören Uhle, Geschäftsführer der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS), und Hendrik Franke, Geschäftsführer der Städtischen Werke Borna Netz.

Die Bornaer zeigten sich nach ihrer Rückkehr in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Dank der Vermittlung durch das DCZL erhielten die Gäste Einblicke, die laut Luedtke nicht selbstverständlich waren, unter anderem hinsichtlich Energie-, Wohnungs- und Bauwesen und auch in ein Krankenhaus.

Energiefachmann Franke fiel auf, dass man in China in vielen Dingen, über die man hierzulande rede, schon viel weiter sei als in Deutschland. So fahren in Hangzhou Kleinkrafträder nur noch mit Elektromotor. "Dort wird so etwas beschlossen und durchgesetzt", berichtet Franke. Einerseits stellten die Gäste auf Schritt und Tritt fest, dass in dem Riesenland Zentralismus und Administration herrschen und dass es Demokratie nach mitteleuropäischem Vorbild nicht gibt. Andererseits waren sie durchaus angetan und beeindruckt von Effekten, die die auf diese Weise organisierte Gesellschaft in Wirtschaft, Kultur und Gemeinwesen hervorbringt. Das reicht von organisierter sportlicher Betätigung in Wohngebieten bis zur Tatsache, dass moderne Smartphones bei Jugendlichen zum Alltag gehören.

BWS-Chef Uhle nahm unter anderem positiv auf, dass in Hangzhou neben dem Bau von Wolkenkratzern mittlerweile auch der Denkmalschutz eine höhere Priorität genieße, den man dort immer gleich im Zusammenhang mit einer Nutzung zu sehen versuche.

Angesichts der Erfahrungen bei straff durchorganisierten offiziellen Begegnungen in China, wünscht sich Stadtrat Artelt, dass künftige Besucher aus Hangzhou Oberstadt in Borna eine Sitzung des Stadtrates erleben können. Dem wird die Oberbürgermeisterin auf der nächsten Sitzung zunächst einen Beschlussantrag unterbreiten, der auf den Abschluss einer Städtepartnerschaft zielt. Eine Städtepartnerschaft, die weniger familiär und von Begegnungen geprägt sein dürfte, wie die mit der französischen Stadt Etampes. Sören Uhle sieht neben beiderseitigen wirtschaftlichen Erwartungen auch eine mentale Ebene: "Zur Attraktivität einer Stadt", meint der BWS-Geschäftsführer, "gehört auch die Frage: Wie offen ist man in den Köpfen?"

Simone Luedtke hat den Gastgebern in Hangzhou eine Einladung nach Borna ausgesprochen. Und das Drachenboot für die hiesigen Kanuten steht auch schon bereit. André Neumann

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.04.2013

André Neumann

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