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Borna Borna will Schandfleck alte Kaufhalle in Gnandorf abreißen
Region Borna Borna will Schandfleck alte Kaufhalle in Gnandorf abreißen
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00:17 10.10.2016
Für ein attraktiveres Gnandorf wirkt auch die Bornaer Wohnungsgenossenschaft. In der Raupenhainer Straße saniert sie Dächer und sorgt für frische Fassaden. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Das Wort „unansehnlich“ trifft es wohl am besten, wenn man die Freifläche im Bornaer Wohngebiet Gnandorf beschreiben will. Seit Jahren bereits ist der ehemalige Supermarkt auf dem Areal nur noch eine Ruine, von Absicherungen keine Spur, stattdessen türmen sich hier Abfälle, Fässer mit unbekanntem Inhalt, Schrott und ausgediente Möbel. Offene Türen und Tore laden gerade Kinder und Jugendliche dazu ein, sich auf dem gefährlichen Terrain umzusehen. Auch die Fläche drum herum ist nicht wesentlich schöner. Hier dominieren ebenfalls Müll und Dreck das Bild.

Doch das alles soll bald der Vergangenheit angehören. Der Bornaer Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes (B-Plan) beschlossen. Und zwar im beschleunigten Verfahren. Diskussionsbedarf gab es zu dem Thema nicht, für umso dringlicher scheinen die Räte das Anliegen zu erachten. Das Gebiet befindet sich laut Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke) im unbeplanten Innenbereich und soll für eine innenstadtnahe Wohnbebauung geordnet und wieder nutzbar gemacht werden. Umgeben wird das Areal von allen Seiten von Wohnbebauung, im Norden von dem ehemaligen Diska-Markt und im Süden von der Kindertagesstätte Regenbogenland.

Zu einem großen Teil gehören die Flächen bereits der Stadt, weitere Teile gehören der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft sowie dem Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land. Das Gelände, auf dem einst die Grundschule und Wohnhäuser standen, die von 2003 bis 2006 der Abrissbirne zum Opfer fielen, ist im Flächennutzungsplan der Stadt als Wohnbaufläche ausgewiesen.

„Die ehemalige Kaufhalle, die sich im Plangebiet befindet und Privateigentum ist, weist seit Jahren einen desolaten Zustand auf. Nachnutzungen wurden bisher nicht umgesetzt“, heißt es in der Begründung für die Erstellung des B-Plans. Da sich das Objekt derzeit im Zwangsversteigerungsverfahren befindet, hat die Stadt großes Interesse am Erwerb. Denn nach erfolgtem Rückbau könne ein städtebaulich stimmiges Gesamtkonzept erarbeitet werden.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz Insek, weist das Gebiet als Umstrukturierungsgebiet aus. Heißt: Hier soll der Rückbau des Geschosswohnungsbaus von innen nach außen erfolgen. Gleichzeitig aber sollen größere ungenutzte Flächen für eine bauliche Nachnutzung eingeplant werden. Und genau das trifft auf das Areal zu, das nun einen B-Plan erhält.

Die Kosten für die Erstellung des Plans belaufen sich auf rund 28 000 Euro. Sie sind in der Haushaltsplanung für die Jahre 2017/2018 vorgesehen. Da die Erstellung und Genehmigung eines B-Planes normalerweise einige Jahre dauert, hat sich der Stadtrat auf ein beschleunigtes Verfahren verständigt. Dann dürfte das Gelände hoffentlich schon bald wieder ein Schmuckstück werden.

Von Julia Tonne

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