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Bornaer Bürgermeisterin Staude will sprudelnde Geldquellen anzapfen

Stadtverwaltung Bornaer Bürgermeisterin Staude will sprudelnde Geldquellen anzapfen

Das Vorzimmer ist noch leer und unbesetzt, und eine Sekretärin gibt es noch nicht. Es wirkt noch etwas provisorisch. Ganz angekommen kann die neue Bornaer Bürgermeisterin Andrea Staude (SPD) noch gar nicht sein.

Im Bornaer Rathaus am Markt der Wyhrastadt ist Andrea Staude noch nicht gänzlich angekommen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Das Vorzimmer ist leer und eine Sekretärin gibt es noch nicht. Es wirkt etwas provisorisch. Ganz angekommen kann die neue Bornaer Bürgermeisterin Andrea Staude (SPD) noch gar nicht sein. Aber dieser Zustand ändert sich Tag für Tag, seit sie den zweitwichtigsten Posten in der Stadt am 1. April angetreten hat. Seither fährt sie von ihrer Heimatstadt Torgau, wo sie zwei Amtszeiten erfolgreiche Oberbürgermeisterin war, die je nach Fahrweg zwischen 80 und 100 Kilometer an ihren Schreibtisch im städtischen Verwaltungsgebäude An der Wyhra. Sie lernt noch, was wie in Borna läuft und was auch eher nicht. Dabei macht sie durchaus den Eindruck, dass sie schon bald genau wissen wird, was sie will.

Natürlich sei Borna nicht mit Torgau zu vergleichen. Die Stadt an der Elbe, durch Glück im Krieg unzerstört, hat viele historische Gebäude und gilt als größtes Flächendenkmal in Deutschland. Dass Borna an dieser Stelle nicht mithalten kann, lässt die neue Bürgermeisterin allerdings keineswegs an den Chancen einer guten Stadtentwicklung zweifeln. Die Reichsstraße habe ein großes Potenzial, sagt die Frau, die für alle Baufragen in der Stadtverwaltung zuständig und die dafür als gelernte Bauingenieurin auch ein adäquates Rüstzeug hat. Allerdings müsse die Reichsstraße mit Leben gefüllt werden.

Oder das Thema Luther, bei dem ihre frühere Wirkungsstätte logischerweise in einer anderen Liga spielt als Borna, das sich zumindest auch ein wenig von dem Glanz verspricht, der auf eine Stadt fällt, in der der Reformator nachweislich immerhin mehr als 20-mal zu Gast war. Und Staude bringt es auf den Punkt, wen sie sagt, „dass ich gehört habe, dass es in Borna auch ein Lutherfest gibt“. Gehört hat die Bürgermeisterin davon in Borna, wo sie bereits im Zuge ihrer Bewerbung immer wieder war. In der Ferne, in Torgau hatte sie davon nichts vernommen. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Als erfahrene Rathauschefin weiß sie, „dass es darauf ankommt, überregional wahrgenommen zu werden“. Nur dann könnte die Stadt auch die ganz großen Geldquellen anzapfen. Zugleich ist die Bürgermeisterin zurückhaltend mit Wertungen, was bisherige Projekte in Borna anbelangt.

Das ist sie offiziell auch, wenn das F-Wort fällt. F wie Freibad. Die 54-Jährige arbeitet noch daran, dass sie begreift, welche Sprengkraft in diesem Bornaer Thema steckt. „Auf meinem Schreibtisch liegt ein großer Ordner.“ Inhalt: alles zum Freibad An der Wyhraaue, über dessen Wiederaufbau die Bornaer am 22. Mai im Rahmen eines Bürgerentscheids abstimmen. Eine Prognose wagt die Bürgermeisterin in der Sache nicht. Dennoch treibt sie auch die Untersuchung des Areals an der Grundschule West und der Schwimmhalle voran, an dem bekanntlich einem Vorstoß der Stadtratsfraktionen von CDU, Bürgern für Borna/Freien Wählern Borna (BfB/FWB) und SPD/FDP zufolge alternativ zum Wyhraauenbad ein Außenbecken als Freibadersatz entstehen soll. Als Statement in der heiklen Freibad-Angelegenheit will Bürgermeisterin Staude das freilich nicht verstanden wissen. Schließlich müsse das Areal an der Deutzener Straße ohnehin neu gestaltet werden.

Von Nikos Natsidis

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