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Bornaer Café Haussmann wird saniert und sucht neuen Pächter

Immobilie Bornaer Café Haussmann wird saniert und sucht neuen Pächter

Der Altbau in der Bornaer Bahnhofstraße, in dem einst das Café Haussmann zu finden war, hat einen neuen Eigentümer. Rafael Zeller, Geschäftsführer von Thermic Energy, hat das denkmalgeschützte Haus gekauft und will dort acht Wohnungen schaffen. Für das Erdgeschoss, also die einstigen Café-Räume, wird noch ein Mieter gesucht.

Viele ältere Bornaer waren früher häufig zu Gast im Café Haussmann. Jetzt wird der Altbau saniert.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Das traditionsreiche Café Haussmann in der Bornaer Bahnhofstraße hat einen neuen Besitzer. Rafael Zeller, Geschäftsführer des Unternehmens Thermic Energy, hat das Gebäude mit der Hausnummer 33 kürzlich gekauft und lässt es nun sanieren. Jahrelang stand der Altbau leer, jetzt sind die Bauarbeiter angerückt, um Wohnungen und eine Gewerbeeinheit zu schaffen beziehungsweise wieder herzurichten.

Acht Wohnungen zwischen 85 und 130 Quadratmetern sollen bis Ende des Jahres, spätestens bis Februar 2018 entstehen. Was den Handwerkern bei der Sanierung und Restaurierung sehr gelegen kommt, ist die Baustelle in der Bahnhofstraße selbst. „Wir nutzen sie gleich mit, können das Gerüst stellen und mit unseren Fahrzeugen hier halten“, sagt Zeller. Sein Vorhaben erfolge dadurch parallel zu den Aus- und Umbauten in Bahnhof- und Wettinstraße.

Das denkmalgeschützte Haus hat mittlerweile ein neues Dach erhalten, die Kärcher-Arbeiten an der Fassade haben gar den alten Schriftzug des Cafés wieder zum Vorschein kommen lassen. Dass sich Eigentümerwechsel und Sanierung längst herumgesprochen haben, ist an der Tatsache ablesbar, dass nur noch eine Wohnung frei ist, alle anderen sind bereits reserviert. Auch das ehemalige Café Haussmann mit einem rund 200 Quadratmeter großen Raum, hohen Bogenfenstern und dem „schicken Eingangsbereich“ ist noch zu haben. Eine weitere Wohneinheit entsteht nach Aussage von Zeller im angrenzenden Häuschen im Innenhof. Ursprünglich gab es die Überlegung, diesen Teil abzureißen, allerdings entschied sich der Bauherr dagegen.

Im Café Haussmann tut sich was, ob es hier allerdings wieder ein Café geben wird, ist fraglich

Im Café Haussmann tut sich was, ob es hier allerdings wieder ein Café geben wird, ist fraglich.

Quelle: Julia Tonne

Ob sich ein Mieter findet, der an die Traditionen des Café Haussmann anknüpft, wagt Zeller zu bezweifeln. Zwar werde die Bahnhofstraße derzeit durch die Instandsetzung deutlich aufgewertet, so dass ein kleines Café durchaus denkbar wäre. Allerdings geht der Bauherr vielmehr davon aus, dass die Räumlichkeiten unter anderem für Arztpraxen interessant sein könnten.

Was die Energieversorgung des Altbaus betrifft, setzt Zeller als Geschäftsführer eines Unternehmens, das sich regenerativen Energiequellen widmet, auf eine Solaranlage. „Wir sehen zu, dass wir Solaranlagen oder beispielsweise Pelletheizungen installieren.“ Das sei auch in den Häusern in der Bahnhofstraße 55 und in der Wettinstraße umgesetzt worden – ebenfalls Altbauten, die Zeller nach Kauf umfangreich sanieren ließ.

Gegründet wurde das Café 1891 von Robert Haussmann. Berühmt war es wegen seiner beleuchteten Glas-Tanzfläche im Inneren sowie wegen des Café-Gartens hinter dem Haus. Des Weiteren waren hier die „Bornschen Zwiebeln“ beliebt, ein „feinstes Gebäck mit Mokka-Füllung“. „Der letzte Besitzer Erich Haussmann wurde nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet und im Lager Mühlberg des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten inhaftiert, wo er auch verstarb“, erzählt Thomas Bergner vom Museum Borna. Zu DDR-Zeiten beherbergte dieImmobilie das beliebte „Stadtcafé“ gewesen.

Café Haussmann aus der Zeit um etwa 1925

Café Haussmann aus der Zeit um etwa 1925.

Quelle: Museum Borna / Thomas Bergner
Von der einstigen Ausstattung ist noch einiges zu sehen

Von der einstigen Ausstattung ist noch einiges zu sehen.

Quelle: Julia Tonne

Eigentlich hat sich Zeller als Investor in Borna bisher eher Altbauten gewidmet. Eine Ausnahme ist der Neubau in der Lausicker Straße 2, wo ab 1. September 45 Wohnungen für betreutes Wohnen angeboten werden. Fünf Einheiten seien noch frei, der Rest sei vermietet. In wenigen Tagen würden die ersten Umzugswagen vorfahren. Im Erdgeschoss gibt es drei Gewerbe-Einheiten. In zwei davon ziehen eine Physiotherapie und die Diakonie ein, die die Betreuung und Pflege auf Anfrage übernehmen würde. Der dritte Bereich könnte für einen Arzt geeignet sein, erklärt Zeller.

Von Julia Tonne

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