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Bornaer Edeka-Lager im Streik

Bornaer Edeka-Lager im Streik

Mit roten Trillerpfeifen und signalgelben Warnwesten ausgestattet, postierten sich am Donnerstag zahlreiche Mitarbeiter des Edeka-Großhandelslagers in Borna unweit der Einfahrt.

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Klare Botschaften beim Streik: Etliche Mitarbeiter des Edeka-Großhandellagers in Borna haben die Arbeit niedergelegt.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Seit Schichtende zwei Uhr nachts ruht die Arbeit nahezu an dem zentralen Logistikstandort des Unternehmens. "Mit dieser Streikaktion signalisieren wir, wie notwendig eine kräftige Entgelterhöhung für die Beschäftigten ist", sagte Betriebsratsmitglied Andreas Schons. Die Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi würden eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütung um 5,5 Prozent mit einer Laufzeit von einem Jahr fordern. Die sächsischen Arbeitgeber hätten zwei Prozent im ersten und 1,5 Prozent im zweiten Jahr angeboten.

Nachdem eine Einigung aussteht, liegen die Nerven blank. Als Niederlassungsleiter Frank Oppermann in einem PKW das Firmengelände verließ, wurde er unbewusst ausgebremst, hupte er ungeduldig. "Drei Meter Abstand, das ist gesetzlich vorgeschrieben", forderte er die Streikenden auf. Die haben anderen Sorgen. Denn ihr Standort wird Ende November geschlossen. Das Angebot, mit ins neue Großhandelslager in Berbersdorf umzuziehen, hat weniger als die Hälfte der rund 120-köpfigen Belegschaft angenommen. "Als unser Lager 2000 gebaut worden ist, hat man uns eine Perspektive von 25 bis 30 Jahren eröffnet", sagte Günter Petermann. Wer daraufhin ein Haus gebaut habe, könne nicht einfach umziehen. Der 58-Jährige hat Bewerbungen geschrieben, will weiter im Handel arbeiten. "Aber es sieht nicht rosig aus." Trotzdem geben die Männer nicht auf. Die Sympathie der Bornaer ist ihnen sicher. Vorbeifahrende Autos hupen. Sogar Leihfirmen hätte einzelne Arbeiter abgezogen, bestätigte Schons. Verständnis gab es für befristet Beschäftigte, die dennoch arbeiteten. "Aber für Trittbrettfahrer streiken wir nicht", so der Betriebsrat. Damit meinte er Mitarbeiter, die der Gewerkschaft fernbleiben, trotzdem die Früchte des Arbeitskampfes genießen. Der Streik dauert noch bis Freitagnacht, zwei Uhr, an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2015
Birgit Schöppenthau

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