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Bornaer Fahrradhändler drängt in neue Dimension vor – E-Bikes gehört die Zukunft

Familienbetrieb Bornaer Fahrradhändler drängt in neue Dimension vor – E-Bikes gehört die Zukunft

Er musste das Rad nicht neu erfinden, um sich eine sichere Zukunft aufzubauen. Nach 25 Jahren gehört Roland Kopsch mit seinem Zweiradcenter zum Rückgrat des Bornaer Einzelhandels. Trotz des harten Wettbewerbs kann sich der Familienbetrieb bereits seit einem Viertel Jahrhundert behaupten. Aber der 74-jährigen Firmeninhaber denkt weiter.

Das Fahrrad hat einen großen Stellenwert in der Freizeit der meisten Menschen.

Quelle: PR

Borna. Der milde Winter spielt Roland Kopsch in die Hand. Während in anderen Jahren Schnee und Eisglätte die Menschen davon abhielten, auf das beliebte Fahrrad zu steigen, gab es für Radler in den zurückliegenden Monaten so gut wie keine Ruhepause. Der gute Ruf und kompetente Service tragen zudem dazu bei, dass im Zweirad-Center in der Roßmarktschen Straße 8 in Borna geschäftiges Treiben herrscht. „Der Handel mit Fahrrädern ist schon ein Saisongeschäft“, räumt der 74-jährige Firmeninhaber ein. Aber mit Angeboten und Aktionen versuche er, die etwas ruhigeren Wintermonate zu überbrücken. „Die Leute kaufen nach Bedarf“, sagt Kopsch. Und Bedarf könne ja auch geweckt werden.

Kopsch ist ein alter Hase. Nicht nur im Einzelhandel von Borna, sondern auch im Zweiradgeschäft. Als gelernter Kraftfahrzeugmechaniker war er bereits zu DDR-Zeiten ein gesuchter Mann. Erst setzte die staatliche HO auf den Bornaer, später warb der Konsum den Verkäufer als Verkaufsstellenleiter für eine Filiale ab, die Fahrräder, Mopeds und Ersatzteile aus sozialistischer Planwirtschaft zuteilte. „Die Produktpalette war übersichtlich“ erinnert sich Kopsch an seine Anfänge und legt lässig den Ellenbogen auf die Registrierkasse, mit der er bereits seit 45 Jahren zusammenarbeitet. Aber das gute alte Stück werde er wohl bald aussortieren müssen, so der Geschäftsmann, die Ersatzteile seien längst vom Markt verschwunden.

Obwohl sich mit der Wende die Marktbedingungen grundlegend änderten, zögerte Kopsch keine Sekunde und bemühte sich um das Haus in der Innenstadt. Auf dem Gelände, auf dem die Seifensiederei Burkhardt einst produzierte und bis Ende der 1970er-Jahre der Familienbetrieb Potkownik LKW- und PKW-Reifen für Privat, Industrie und Landwirtschaft reparierte, gründete Kopsch den Familienbetrieb. Er sanierte das Haus und baute auf 150 Quadratmetern Fläche einen Laden und in den hinteren Räumen eine Werkstatt aus. Das steigende Umweltbewusstsein und der wachsende Stellenwert des Fahrrads in der Freizeit vieler Menschen beflügelt das Geschäft des Bornaers. „Immer mehr Mensch suchen wie bei anderen Sachen auch beim Fahrrad einen individuellen Zuschnitt“, sagt Stefan, der im Laden des Vaters eine kaufmännische Lehre absolviert und das Geschäft von der Pike auf lernte. Nicht nur an der Front des Verkaufs, sondern auch in der Werkstatt. Auch Heidrun Kopsch (58) agiert bereits seit dem ersten Tag mit im Familienunternehmen.

Aus dem Traum, auch Mopeds mit ins Sortiment zu nehmen, wurde nichts. „Der Laden ist zu klein“, so Klopsch. Deshalb konzentrierte er sich auf ein ausgewähltes Sortiment an Zweirädern und die Reparaturen in der eigenen Werkstatt. „Wir haben eine qualitätsbewusste Kundschaft“, so der Senior. Bereits nachfolgende Generationen würden auf den Rat der Zweiradexperten vertrauen und den Service schätzen.

Wer hier kauft, der lässt seinen Drahtesel nach Scheckheft pflegen. Die ersten drei Durchsichten für die im Laden erworbenen Modelle sind kostenlos. „Das ist unsere Antwort auf den wachsenden Wettbewerb“, so Kopsch bescheiden. Außerdem sieht er einen wachsenden Markt bei den E-Bikes. Beim Kauf eines solchen Zweirades würde viele Nutzer, vor allem ältere Menschen, auf den Fachhändler vor Ort vertrauen.

Wie viele Fahrräder er in zweieinhalb Jahrzehnten verkauft hat, will er nicht sagen – mit Blick auf die Konkurrenz, die mit zwei weiteren Anbietern in der Bornaer Innenstadt besonders ausgeprägt ist. „Das Geschäft ist nicht planbar“, sagt Kopsch. Dennoch habe er in all den Jahren immer schwarze Zahlen geschrieben. Sohn Stefan beschreibt den Vater als klugen Geschäftsmann, der offen ist für Veränderung, aber nicht auf jeden Trend aufspringt. So habe er das Ruder über die Jahre fest in der Hand gehalten. Aber schon bald soll es Veränderungen geben. Sohn Stefan steht in den Startlöchern.

Von Birgit Schöppenthau

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