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Bornaer Wäschereibetrieb seit 30 Jahren in Familienbesitz

Dienstleistungen Bornaer Wäschereibetrieb seit 30 Jahren in Familienbesitz

Zu DDR-Zeiten standen die Leute in der Bornaer Wäscherei Volkert oft Schlange und ließen gern ihre Haushaltswäsche beim Dienstleister reinigen. Heute ist der Familienbetrieb anders aufgestellt – und arbeitet zum 30. Jubiläum erfolgreich.

Fingerfertigkeit ist gefragt: An der Wäschemangel arbeiten Dagmar Loth (l.) und Ilona Klimke.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Die Wäscherei Volkert in Borna hat Grund zum Feiern: Vor 30 Jahren wurde der Betrieb gegründet. Dabei geht es nicht nur um Firmenhistorie, sondern auch Familiengeschichte.

Inhaber Sven Volkert kann sich noch gut erinnern, wie sein Vater als Textilreiniger- und Färbermeister 1986 die Wäscherei in der Rosengasse besichtigte. „Der Betrieb war zu klein, um verstaatlicht zu werden. Die damaligen Eigentümer gingen in Rente, deshalb wurde ein Nachfolger gesucht. Und mein Vater hatte immer von der Selbstständigkeit geträumt“, berichtet der Sohn. Senior Peter Volkert entschied sich dafür. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und zehn Mitarbeitern pflegte er bis Ende der 1980er Jahre täglich 600 bis 700 Kilogramm Haushaltswäsche. „Die Leute standen damals bei uns Schlange, viele ließen die Haushaltswäsche beim Dienstleister waschen“, berichtet Sven Volkert. Bei der Geschäftsübernahme lernte er gerade Heizungsinstallateur, entschied sich aber nach der Gesellenprüfung für den Betrieb seiner Eltern und schloss sofort eine Ausbildung als Textilreinigungsfacharbeiter an.

Mit der Wende wurde alles anders. „Den Leuten war die D-Mark zu schade, um sie fürs Wäschewaschen auszugeben. Für uns bedeutete das erst mal ein großes Loch“, erinnert sich der heutige Inhaber. Die Volkerts mussten sich neu orientierten. Sie wuschen nun für Hotels, Pensionen und Arztpraxen, vermieteten und reinigten Schmutzfangmatten. Sie investierten in Maschinen, bauten Mitte der 90er Jahre auf dem Nachbargrundstück ein Wohn- und Geschäftshaus mit eigener Reinigung. Sven Volkert absolvierte seinen Meister, seine Frau Ulrike stieg mit ins Geschäft ein, 2011 übernahm das junge Paar den Betrieb.

„Wir sind breit aufgestellt“, sagt Ulrike Volkert. Für die Reinigung bauten sie ein Netz mit vielen Annahmestellen im Umkreis von 30 Kilometern auf. Neben der Wäscherei bieten sie auf Färbe- und Bügelservice, Änderungsschneiderei und Mietservice für Tischwäsche an. „Generell kommt uns sehr zugute, dass mein Mann vieles von der Pike auf von seinem Vater lernen konnte“, sagt die Unternehmerin. Der Betrieb stehe auf einem stabilen Fundament und so soll es auch bleiben. „Wir wollen nicht weiter wachsen, die gegenwärtige Größe ist ausreichend. Ziel ist, den Betrieb im Sinne meiner Schwiegereltern weiterzuführen“, meint die Bornaerin.

Sie lobt ihre Belegschaft: „Das ist ein Super-Team. Wir haben viele langjährige Mitarbeiterinnen. Bei uns kann jeder in jedem Bereich arbeiten und das klappt sehr gut.“ Acht Festangestellte und zwei Aushilfen sind neben den beiden Chefs in Wäscherei und Reinigung beschäftigt. „Das ist eine schwere Arbeit, bei der viel Fingerfertigkeit und gute Organisation notwendig ist“, sagt Ulrike Volkert. Zum Beispiel an der drei Meter breiten Mangel. Geschickt fädelt Ilona Klimke, die schon seit 23 Jahren in dieser Wäscherei arbeitet, die noch feuchten Bettbezüge ein. Ihre Kollegin auf der anderen Seite muss den dann trockenen und bereits zweimal gefalteten Bezügen noch den letzten Schliff geben, sie nochmals falten und Kante auf Kante stapeln. Täglich werden rund tausend Kilogramm Wäsche bearbeitet.

Den 30. Firmengeburtstag feiern die Volkerts demnächst gemeinsam mit ihren Mitarbeitern – bei einer Show im frisch sanierten Leipziger Stadtbad.

Von Claudia Carell

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