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Bornaer Feuerwehrleute wünschen sich Sirenen

Alarmierung Bornaer Feuerwehrleute wünschen sich Sirenen

Die Freiwillige Feuerwehr in Borna wünscht sich ein Sirenen-Warnsystem lieber heute als morgen. Zum einen sei auf die Pager nicht jederzeit Verlass, so dass die Kameraden zusätzlich über die Sirene alarmiert werden könnten. Zum anderen könne auch die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt werden.

Wenn es bei Unfällen mit verletzten Personen schnell gehen muss (wie hier bei der Simulation eines Notfalls beim Autofrühling), würde die Bornaer Feuerwehr gerne auch auf Sirenen zurückgreifen.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Die Freiwillige Feuerwehr Borna hätte in diesem Jahr ein Sirenen-Warnsystem bereits gut gebrauchen können. Daher will die Wehr laut Stadtwehrleiter Toni Winkler und Kamerad Uwe Bergbauer lieber heute als morgen mehrere Sirenen im Stadtgebiet. Zwei Gründe führen die beiden an: zum einen gebe es bei kritischen Einsätzen, bei denen Menschenleben in Gefahr seien, eine zusätzliche Benachrichtigung, zum anderen dienten die Sirenen auch der Warnung der Bevölkerung in Katastrophenfällen. „Dass Sirenen eine gute Unterstützung sind, um die Bewohner im Notfall zu informieren, haben wir kürzlich in Ludwigshafen gesehen“, sagt Bergbauer.

Seit mehreren Jahren bereits steht bei der Bornaer Feuerwehr das Thema auf der Agenda. Denn auf die digitalen Pager wollen sich die Kameraden nicht mehr verlassen. „Die haben uns schon manches Mal im Stich gelassen“, begründet Winkler. Entweder sei schlicht der Empfang – ähnlich wie beim Handy – schlecht oder aber die Pager melden sich aus technischen Gründen bis zu einer halben Minute nach Eingang eines Notrufes. Und das sei eine halbe Minute, die im Notfall entscheidend sei.

Bereits in diesem Jahr hätte die Alarmierung über eine Sirene durchaus geholfen, bei 87 Einsätzen seit Anfang des Jahres hätte die Wehr das zusätzliche Warnsystem „unter zehnmal genutzt, wenn es schon da gewesen wäre“, wie Winkler sagt. Was er und Bergbauer vor allem klarstellen: nicht bei jedem Notruf sei sofort das Heulen im ganzen Stadtgebiet zu hören. Vielmehr würden die Sirenen nur bei sogenannten „zeitkritischen Einsätzen“ zugeschaltet, also zum Beispiel bei Wohnungsbränden und schweren Verkehrsunfällen. „Wenn es um Menschenleben geht, zählt jede Sekunde, da brauchen wir zusätzlich Sirenen zur Alarmierung der Kameraden“, macht Winkler deutlich. Einstimmigkeit herrscht auch dahingehend, dass eine Sirene nicht ausreichend wäre, „gut wäre es, das System genauso herzustellen, wie es das einst gab – also mit ungefähr fünf Anlagen“.

Unterstützen würde das Warnsystem auch dahingehend, dass im Katastrophenfall keine Feuerwehrfahrzeuge mit mobilen Lautsprechern durch die Stadt fahren müssen. Dafür fehlt im Notfall schlicht das Personal, das dann am Ort des Geschehens gebraucht werde. Hinzu komme, dass die Lautsprecherdurchsagen auch meist schlecht zu verstehen seien. Die Sirenen hingegen seien eine schnelle und sichere Variante, die Bewohner zu informieren. Zu achten sei lediglich auf den Ton. Schwillt er dreimal jeweils 15 Sekunden an und anschließend wieder 15 Sekunden ab, wird die Feuerwehr zum Einsatz gerufen. Heult der Ton hingegen immer wieder zwei Sekunden lang auf und wieder ab, weist die Anlage auf einen möglichen Katastrophenfall hin. „Die Bewohner sollten dann das Radio zuschalten und sich an einem zentralen Ort in der Stadt sammeln“, rät Bergbauer.

Für beide ist es wichtig, dass ein solches Sirenen-Warnsystem Eingang in den Brandschutzbedarfsplan findet, der derzeit ausgearbeitet werde. „Gut überlegt sein muss, was angeschafft werden soll“, betont Winkler. Es dürfe dabei keinen Schnellschuss geben. Wie die LVZ berichtete, hatte der Stadtrat in seiner September-Sitzung über das Thema diskutiert. Vorausgegangen war dem ein Antrag der Fraktion Die Linke, eine solches Sirenen-Warnsystem in der Stadt zu installieren. Allerdings hatte das Gremium mit großer Mehrheit den Antrag bis zur Klausur zum Brandschutzbedarfsplan zurückgestellt.

Von Julia Tonne

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