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Borna Bornaer Fotothek: Schatzkiste mit Raritäten und Unikaten
Region Borna Bornaer Fotothek: Schatzkiste mit Raritäten und Unikaten
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00:18 18.10.2017
Dieses Negativ in der Fotothek Borna ist auf einer Glasplatte. Solche Platten wurden beim Fotografieren verwendet, bevor Filme zum Einsatz kamen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Die Fotothek des Museums Borna ist eine echte Schatzkiste. Sie rangiert auf der Liste der größten Sparten gleich nach dem Schriftgut auf Platz zwei. Was nicht verwunderlich ist. Schließlich gehören rund 15 000 reine Fotografien zu dem Bestand des Museums, hinzu kommen etwa 5000 Negativrollen und 160 000 Einzelbildnegative. Das älteste Bild der Schatzkiste datiert aus dem Jahr 1870 und zeigt – wie sollte es anders sein – einen Bergmann.

In den 20er Jahren hatte die Fotosammlung ihren Ursprung, damals passte noch alles in eine kleine Kammer, heute steht Thomas Bergner, Mitarbeiter des Museums, vor der Mammutaufgabe, auf wenig Platz viel zu archivieren. Und die heutige Aufbewahrung im Archiv gestaltet sich schwierig, schließlich müssen Fotos, Negative und auch Filme dunkel, säurefrei und staubgeschützt liegen.

Beispiele aus dem Bestand der Fotothek in Borna. Quelle: Jens Paul Taubert

Thematisch betrachtet nehmen Bilder vom Bergbau eine Spitzenposition in der Fotothek ein, dicht gefolgt von Familienaufnahmen und Alltagsleben. Eine besondere Rarität sind Aufnahmen eines Unfalls im Werk Espenhain, die zu DDR-Zeiten nie veröffentlicht worden sind. „Ein echter Schatz sind auch die zahlreichen Fotos aus dem Werksarchiv Espenhain, die uns die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft überlassen hat“, erklärt Bergner.

Doch damit nicht genug. Die Fotothek nennt auch vier Ferrotypien ihr Eigen. Die Bilder basieren auf einer knapp belichteten und entwickelten Kollodiumschicht, die sich auf einem abgedunkelten lackierten Eisenblech befindet, und zeigen Porträtaufnahmen aus dem Jahr 1890. „Das Wissen allerdings sowohl über den Fotografierten als auch über den Fotografen geht gen Null, schlicht, weil die Unikate zum Altbestand gehören“, erklärt der Museumsmitarbeiter.

Beispiele aus dem Bestand der Fotothek in Borna. Quelle: Jens Paul Taubert

Eine riesige Herausforderung besteht für Bergner und seine Kollegen darin, sämtliche Fotografien, Filme (unter anderem einen über das Café Haussmann und ein Kinofilm über 800 Jahre Borna) zu digitalisieren. Denn das braucht Zeit – und die entsprechende Technik. Zwar kommt viel Unterstützung von Seiten des Geschichtsvereins, dennoch ist die Digitalisierung ein Projekt, das noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. „Fast täglich kommen ja auch neue Fotografien hinzu, die wir archivieren und einordnen müssen“, macht Bergner deutlich. Und allein damit sei es nicht getan, schließlich müsse das System auch mit sämtlichen Daten und Fakten gefüttert werden. Um diese zu bekommen, gebe es mit jedem, der neue Bilder bringe, ausführliche Gespräche. „Nur so erfahren wir genau, wer auf den Fotografien zu sehen ist, wer der Fotograf ist und wann die Aufnahme gemacht wurde“, sagt Bergner.

Mehrmals im Monat kommen Bornaer ins Museum, um ihre Schätze als Leihgabe zur Verfügung zu stellen oder dem Museum zu überlassen. Sämtliche Fotografien und Negative spiegeln die Historie der Stadt wider, zu den Motiven gehören noch immer der Bergbau, Alltag des Landlebens und das Karabinier-Regiment, das Ende des 19. Jahrhunderts in Borna stationiert war. Viele der Fotos werden, wenn es thematisch passt, in die Ausstellungen integriert und anschließend wieder sorgfältig archiviert.

Blick auf das Stadtarchiv Borna. Quelle: Jens Paul Taubert

Von Julia Tonne

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