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Borna Bornaer Grashüpfer enttäuscht: Sanierung ihres Hauses bleibt im Dach stecken
Region Borna Bornaer Grashüpfer enttäuscht: Sanierung ihres Hauses bleibt im Dach stecken
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16:33 11.02.2016
Das Gebäude der Kindereinrichtung Grashüpfer wurde Mitte der 1960er-Jahre im Wohngebiet von Borna-Nord errichtet. Dach und Fassade müssen energetisch saniert werden. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Bevor die Grashüpfer in Borna-Nord eingerüstet werden, ist am Freitag eine Bauberatung vor Ort angesagt. In den nächsten Wochen wird die Handwerkerfirma von Meister Steffen Bunzel aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz den Kindern aufs Dach steigen. Denn die löchrige Haube hat bereits Nässe in das Gebäude eindringen lassen. Vor allem der mit Dachpappe eingedeckte Wirtschaftstrakt bereitet Kita-Chefin Ilka Ringleb Sorgen.

Deshalb herrscht eigentlich große Freude über den Beginn der Sanierung. „Das Gebäude ist in die Jahre gekommen“, erzählte Ringleb bei einem Gang durch das zweigeschossige Haus. Nach wie vor würden sich die Kinder wohlfühlen. Tobende Polizisten, Teufel, Prinzessinen und Ritter bestätigen an diesem Faschingsnachmittag das Gefühl der Kita-Chefin. Große Gruppenräume, gut durchlüftete Schlafräume, ein Turn- und Tobezimmer und die zweckmäßige Küche sorgen dafür, dass der Alltag in der Einrichtung nicht beeinträchtigt wird. „Aber Farbe und moderne Möbel sind nicht alles“, räumte Ringleb ein. Neben dem Dach beeinträchtigt vor allem die fehlende Geschossdeckendämmung das Klima im Haus. „Im Sommer haben wir teilweise tropische Temperaturen, so dass wir in den Garten ausweichen müssen“, erklärte Ringleb. Der Garten sei groß und schön, aber eben nicht in jeder Situation eine Alternative für die Versorgung der Kinder.

Als eine der letzten Kindereinrichtungen in Borna sind die Grashüpfer in einem derzeit noch unsanierten Zweckbau aus DDR-Zeiten untergebracht. Mitte der 1960er-Jahre errichtet, nagt der Zahn der Zeit an dem Gebäude. Ein engagierter Elternrat hat bewirkt, dass die sanitären Einrichtungen bereits erneuert worden sind. Die Stadt als Eigentümer der Immobilie hat zudem eine energetische Sanierung auf der Agenda. Im Handlungskonzept zur nachhaltigen Stadtentwicklung wird festgestellt, dass die Kita zu den Gemeinbedarfseinrichtungen gehört, die den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Deshalb bemüht sich die Verwaltung um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Im Rahmen einer umfangreichen Sanierung sollen nicht nur Dach und Fassade erneuert, sondern auch die Kellerdecke und die Decke im zweiten Obergeschoss gedämmt werden. Bei der Elektrik im Haus, Türen und Fußböden sehen die städtischen Planer ebenfalls Handlungsbedarf. Auf einen Investitionsbedarf von 430 000 Euro wird die Optimierung der Einrichtung beziffert, 270000 sollen bis 2017 aus Brüssel kommen, so die kühnen Vorstellungen.

Ob der Zuschlag kommt, ist derzeit noch ungewiss. Aber weil wegen der Löcher im Dach die Not groß ist, hat die Stadt in ihren voriges Jahr beschlossenen Doppelhaushalt 126 300 Euro eingestellt. Die für das Dach anfallenden knapp 60000 Euro werden aus den Eigenmitteln finanziert. Die ursprünglich vorgesehene Geschossdeckendämmung ist aber momentan nicht vorgesehen. „Das ist noch nicht geplant“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Zudem suche die Stadt nach Fördertöpfen, über die diese Maßnahme kofinanziert werden könne. Warum aus dem im Dezember vom Land Sachsen überreichten Fördermittelbescheid in Höhe von 4,5 Millionen Euro kein Geld für die energetische Sanierung entnommen wird, wollte Luedtke nicht sagen. „Die Planungen dazu sind noch nicht abgeschlossen“, sagte sie. Die Eigenmittel, die im derzeitigen Haushalt nicht verbraucht würden, könnten auf nächstes Jahr übertragen werden.

Von Birgit Schöppenthau

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