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Borna Bornaer Gymnasiasten schreiben wieder Briefe an Freunde – auf Russisch
Region Borna Bornaer Gymnasiasten schreiben wieder Briefe an Freunde – auf Russisch
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00:40 19.04.2018
Die Russischlehrerinnen Ina Birkner (li.) und Yvonne Braun. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Ältere werden es noch kennen. Das Bändchen mit dem schönen Titel „Briefe an Freunde“. Ein Buch mit mehr als einem Dutzend Briefvorlagen, die Schüler mit Russischkenntnissen zu DDR-Zeiten nutzen konnten, um den Briefpartnern im sowjetischen Freundesland zu schreiben.

Briefe aus Borna nach Irpen

Das Buch, bis 1989 zigfach verlegt, lässt sich auch heute noch online erwerben. Die Schüler des Gymnasiums „Am Breiten Teich“ in Borna brauchen es aber nicht. Sie schreiben dennoch Briefe auf Russisch – adressiert an Schüler in der Bornaer Partnerstadt Irpen.

Die Verfasser von Briefen, deren Umschläge bisweilen die kyrillische Beschriftung „Privet“ („Grüß dich“) tragen, sind Schüler der Russisch-Klassen. Die Motivation, einen Brief in der Sprache Tolstois und Lenins zu schreiben, gleich durchaus der von Schülern in den 70er oder 80er Jahren.

Freude über erste Russisch-Fähigkeiten

„Sie freuen sich, dass sie jetzt schon ein paar Sätze schreiben können“, sagt Russischlehrerin Ina Birkner mit Blick auf ihre Sechstklässler. So berichten ihre Schüler in ihren Briefen, die sie im Russisch-Unterricht schreiben, von ihren Familien und ihren Hobbys.

Und sie hoffen auf Antwort aus Irpen, auch wenn noch unklar ist, wie die Reaktion aus der Stadt in der Nähe von Kiew ausfällt. Schließlich wird in der Bornaer Partnerstadt ukrainisch gesprochen, auch wenn dort jedermann Russisch versteht.

Neuntklässler sind schon weiter

Russischlehrerin Yvonne Braun ist da mit ihrer Neunten schon weiter. Briefkontakte nach Irpen, wo die Lehrerin wie ihre Kollegin Ina Birkner im November mit einer städtischen Delegation zu Gast war, gibt es seit etwa zwei Jahren. Antworten aus Irpen ebenfalls, auch wenn die Schüler mittlerweile eher auf moderne Kommunikationsmittel setzen.

Russischlehrerin Braun: „Die schreiben lieber E-Mails oder tauschen sich über WhatsApp aus.“ Das ist unterm Strich kein Problem, „Hauptsache, sie kommunizieren“.

Immerhin ist das Interesse am Russisch-Unterricht nach dem Nachwende-Knick wieder stabil am Teichgymnasium. In der Regel gibt es ab dem sechsten Schuljahr eine Russisch-Klasse, wenn sich die Schüler für eine zweite Fremdsprache entscheiden müssen.

Kontakte zur Partnerstadt motivieren

Und für die Schüler, die sich dann entgegen dem Mainstream, der auf Französisch setzt, für Russisch entscheiden, sind durchaus auch pragmatische Gründe von Bedeutung, wie Ina Birkner sagt. „Da spielt es schon eine Rolle, dass sie sich von ihren Eltern helfen lassen können.“

Die Kontakte nach Irpen sind jedenfalls durchaus eine Motivationshilfe für die Russisch-Schüler. Auch, weil sie ihre Briefpartner gern persönlich kennenlernen würden – in Borna oder in Irpen.

Von Nikos Natsidis

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