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Borna Bornaer Helfer richten Kleiderkammer für Flüchtlinge ein – kleine Größen fehlen
Region Borna Bornaer Helfer richten Kleiderkammer für Flüchtlinge ein – kleine Größen fehlen
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00:29 25.12.2015
Daniela Santowski (2.v.l.) hilft Flüchtlingen bei der Ausstattung mit passender Kleidung. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
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Borna

Aus den Bergen von Kleidung ist inzwischen eine gut sortierte Kleiderkammer geworden. In den Regalen liegen Pullover und Hosen in bunten Stapeln. Ein Teil der Kleidung liegt noch in Kartons, die gesichtet werden müssen, wenn eine bestimmte Größe nicht gleich zu greifen ist. „Das ist das eigentliche Problem“, sagte Tim Schabrowski wehmütig. Die gespendeten Sachen seien in der Regel für die Männer aus Syrien, Afghanistan und dem Irak zu groß. „Wir brauchen Größen in S und M“, stellte er fest.

Der gebürtige Bornaer, der in Markkleeberg lebt und seine Rückkehr in die Heimat vorbereitet, gehört zu einer Hand voll ehrenamtlicher Helfer, die seit wenigen Wochen die Kleiderkammer in Borna organisieren. Konfrontiert mit einer Fülle unsortierter Sachspenden hätten er und seine Mitstreiter Friedhelm Dornis und Daniela Santowski versucht, eine Systematik aufzubauen. „Wir haben uns im zentralen Spendenlager von Leipzig umgesehen und das Know-how übernommen“, so der Familienvater, der nach seinem Bachelorstudium derzeit in Elternzeit ist. Mit Unterstützung der Bornaer Stadtverwaltung, des Vereins Bon Courage und der Diakonie sowie des Internationalen Bundes wurde der Raum gegenüber der Gemeinschaftsunterkunft in Witznitz eingerichtet. Jeden Mittwoch in der Zeit von 10 bis 17 Uhr nimmt das Team Spenden an und kleidet parallel die Bedürftigen ein.

Inzwischen hat sich auch gezeigt, was in den Regalen besonders nachgefragt wird, aber momentan fehlt. Schabrowski muss nicht lange überlegen. „Männersachen wie T-Shirts und Pullover in kleinen Größen sind knapp“, sagte er. Es fehle vor allem an Unterwäsche, Socken und großen Handtüchern. „Wahrscheinlich wird Unterwäsche aus Scham nicht gespendet“, vermutete er. „Aber sie wird dringend gebraucht.“ Während Kindersachen in unerwarteter Vielfalt vorhanden ist, müssen die Helfer bei Kinderwagen mit den Achseln zucken.

Auch Fahrräder für Erwachsene und Kinder könnten den Flüchtlingen zu mehr Mobilität verhelfen. Derzeit geben es Schabrowski zufolge in der Gemeinschaftsunterkunft nur zwei Räder, die von den Bewohnern ausgeliehen werden können. Aufgrund der überschaubaren Anzahl leider nur für kurze Zeit. Damit die Regale in der Kleiderkammer aufgefüllt werden können, sind die ehrenamtlich tätigen Helfer auf weitere Spenden angewiesen.

Von Birgit Schöppenthau

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