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Borna Bornaer Jungstorch hat gleich dreimal Glück im Unglück
Region Borna Bornaer Jungstorch hat gleich dreimal Glück im Unglück
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17:01 15.08.2017
Er hatte im Unglück gleich dreimal Glück: Der Bornaer Jungstorch segelte aus dem Kirchennest und kam erst Tage später über Umwege zurück. Quelle: Jörg Spörl
Borna

Für viel Aufsehen sorgte in diesem Jahr das Geschehen auf der Bornaer Sankt-Marien-Kirche: Hoch oben auf dem Dach des Kirchenschiffs brüteten zum ersten Mal seit Installation des Nestes 2008 Weißstörche – und eines der Jungtiere schien zunächst ein echter Unglücksrabe zu werden. Nun geht das Storchenjahr dem Ende entgegen und die drei Jungstörche sowie die beiden Altvögel werden in wenigen Wochen in südlichere Gefilde aufbrechen.

Er hatte im Unglück gleich dreimal Glück: Der Bornaer Jungstorch segelte aus dem Kirchennest und kam erst Tage später über Umwege zurück. Quelle: Jörg Spörl

Es war ein turbulentes und kurioses Jahr für die majestätischen Großvögel. Allein die Tatsache, dass ausgerechnet im Lutherjahr ein Brutstorch aus der Nähe von Wittenberg auf der Kirche erstmals für Nachwuchs sorgte, war für Superintendent Matthias Weismann bemerkenswert. „Das ist unglaublich für mich. Viele Jahre haben wir auf die Ansiedlung der Störche gewartet und just im Reformationsjahr haben sich als erstes Brutpaar Martin und Käthe, wie wir die beiden seit ihrer Ankunft nennen, bei uns eingefunden. Dass einer davon ausgerechnet aus dem Umfeld der Lutherstadt stammt, macht mich jetzt baff“, so Weismann.

Vor allem aber der jüngste Klapperer sorgte unter Naturschützern für Gesprächsstoff. Ende Juli war er bei seinen Flugübungen vom Nest gesegelt und auf dem Kirchenvorplatz gelandet. Aufgrund der räumlichen Enge und der fehlenden Erfahrung schaffte er es nun nicht mehr hinauf zum sicheren Horst. Zu seinem Glück informierten Passanten daraufhin Polizei und Feuerwehr.

Doch erst dem Otterwischer Storchenexperte Klaus Döge gelang es, den Unglücksraben einzufangen und ihn an Jörg Spörl vom Thränaer Storchenhof zu übergeben. Dieser brachte den Jungvogel zunächst in der offenen Voliere bei seinen Pflegestörchen unter. Vom Schreck wieder erholt flog der Adebar drei Tagen später hinauf zum Hauptnest, dessen Kinderstube schon die Reise gen Süden angetreten hatte.

Storchennest auf der Bornaer Kirche Sankt Marien. Quelle: Olaf Becher

Als die beiden Altstörche am Abend eintrafen, folgte für den kleinen Schwarzschnabel der zweite Glücksmoment: Anders als üblich vertrieben die Tiere den Eindringling nicht, sondern besannen sich ihrer Elternrolle, fütterten ihn und nahmen ihn später sogar mit auf ihre täglichen Streifzüge. „Womöglich dachten sie, einer ihrer eigenen Jungvögel ist wieder zurückgekehrt. Anders kann ich mir das ungewöhnliche Verhalten nicht erklären“, berichtet Spörl.

Doch es sollte noch ein drittes Mal gut für den Adoptivstorch ausgehen: Vor wenigen Tagen machten sich die Bornaer Störche zur Futtersuche im Thränaer Raum auf. Als sie am Himmel über dem Ortsteil kreisten, schwang sich auch der Pflegling in die Lüfte und gesellte sich wieder zu seiner ursprünglichen Familie. Zurück auf der Sankt-Marien-Kirche war das Happy End perfekt. Bei einer solch glücklichen Geschichte dürfte der gefährliche Weg ins Winterquartier unter einem guten Stern stehen.

Von Olaf Becher

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