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Borna Bornaer Kirchencafé plagt sich mit Finanzsorgen im Advent
Region Borna Bornaer Kirchencafé plagt sich mit Finanzsorgen im Advent
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13:00 01.12.2015
Mit einer Bringe-Party begingen die Vereinsmitglieder den Tag der Gründung des Cafés vor acht Jahren. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Zu einem lebendigen Leben der evangelischen Kirchgemeinde gehört in Borna seit acht Jahren das Café mit dem Kirchenladen, der für fairen Einkauf steht. So lange dauern auch die Anstrengungen, den finanziellen Fortbestand zu sichern. Fördermitgliedschaften im Verein „KirchenLadenCafè OffenKundig“ sollen dabei helfen.

Monatlich müssen 450 Euro Warmmiete aufgebracht werde. „Wir haben die Fördermitgliedschaften zu unserem Geburtstag im Oktober ins Leben gerufen, weil es uns wichtig ist, dass das Café bestehen bleibt“, erklärt Vereinsvorsitzende Regina Streller. „Wir sind deutschlandweit eine der ganz wenigen Einrichtungen dieser Art, die ehrenamtlich betrieben werden und dankbar für jede Hilfe. Jede Zuwendung ist willkommen, materiell oder finanziell.“

Pfarrer Thomas Mallschützke (stehend) ist Gast im Kirchenladencafé Offenkundig. Andreas und Marit Bergmann sorgen für musikalische Umrahmung. Quelle: Gislinde Redepennig

Die Resonanz war bisher durchaus positiv, bis zum Sommer dürfen die Mitarbeiter kurz durchatmen. „Doch sind wir noch lange nicht über den Berg und dankbar für jeden Cent. Vor Weihnachten wollen wir noch gezielt Sponsoren ansprechen.“ Man mobilisiere alle Kräfte und sei nach wie vor auf der Suche nach Reserven.

Zum neuen Team um Regina Streller und ihre Stellvertreterin Regina Voigt gehören seit der letzten Vorstandswahl Ulrike Mallschützke als Schriftführerin und Patricia Rosenheinrich als Verantwortliche für die Finanzen. Helga Naß, Berufsschulleiterin im Ruhestand, unterstützt die Damen im Café als „gute Seele“. Dagmar Schönherr hat den Weltladen unter ihren Fittichen und unterstützt bei den regelmäßigen Mittwochsveranstaltungen.

Zur letzten im Jahr stellten sich Pfarrer Thomas Mallschützke und seine Frau Ulrike unter dem Motto „Bisher unbekannt“ mit jeweils einer amüsanten Geschichte aus ihrem Privatleben, deren Inhalt von einem vierköpfigen Team zu erraten war, den Besuchern. Die Moderation hatte Andreas Bergmann, mit Tochter Marit gestaltete er den musikalischen Rahmen. Trotz geschickter Fragen bekamen Jana Burkhardt, Annett Urban, Thomas Claus und Udo Hackenberg die jugendliche Missetat ihres Pfarrers nicht heraus, der heimlich mit einem Freund zusammen, Zigarillos rauchend, mit zum Teil stibitzten Essenzen chemische Experimente machte. Sie brachten den Mix zum Kochen, der flog ihnen um die Ohren. Glück im Unglück: Im Versteck unterm Tisch ist beiden nichts passiert.

Der traditionelle Adventskalender öffnete am 1. Dezember. Immer montags bis freitags bis zum 18. des Monats hält er lieb gewordenene und neue lebendige Überraschungen bereit. Besondere Ehrengäste basteln, lesen, singen und plaudern mit dem Publikum. Traditionell lädt Regina Streller am Freitag, 4. Dezember, zur Stollenverkostung. „Die bekommen wir von unserem Hoflieferanten, der Bäckerei Paul“, schmunzelt sie. Rund ums Backwerk gibt es Informationen über die Historie des Sächsischen Stollens. Heimelige Atmosphäre schafft Regina Voigt, wenn sie einen Tag zuvor ihre brennende Feuerzangenbowle kredenzt. Sebastian Stieler spricht am 10. Dezember zu „Warum stimmen Wahlumfragen? Mathematik ohne Gleichungen, aber mit Schokolade.“ Am 7. Dezember präsentiert Inge Steitmann von der Mundartbühne Borna Adventliches. Die spielfreudigen Bewahrer des Sächsischen tragen ihren Teil zum Überleben des Café bei, sie kommen im Januar zu einer Benefizveranstaltung.

Im Advent ist an jedem Werktag von 10 bis 18 Uhr Gelegenheit, über Gott und vor allem über die Welt zu sprechen. „Wir sind offen für alle. Natürlich ist der christliche Glauben unser Fundament, aber jeder ist willkommen. Gerade der Adventskalender bietet die Gelegenheit, ohne Schwellenangst ganz unverbindlich hereinzuschnuppern“, lädt Regina Streller ein.

Von Gislinde Redepennig

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