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Borna Bornaer Lebenshilfe droht mit Bau des Wohnparks in einer Nachbarkommune
Region Borna Bornaer Lebenshilfe droht mit Bau des Wohnparks in einer Nachbarkommune
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19:02 18.04.2018
Ein Angebot der Lebenshilfe ist die Tagesbetreuung – hier in der Wettinstraße in Borna. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Die Lebenshilfe in Borna braucht bis Sommer Klarheit über zu verkaufende Grundstücke – sonst setzt sie ihr Großprojekt in einer der Nachbarkommunen um. Konkret geht es um den geplanten Wohnpark, den der Verein eigentlich in Borna-West an der Deutzener Straße verwirklichen wollte und der drei Häuser beinhaltet: eines mit barrierefreien Wohnungen für jedermann, eines als Seniorenheim für die Werkstattmitarbeiter und eines als Pflegeheim.

Geschäftsführer Uwe Drechsler rechnet mit sieben bis zehn Millionen Euro, die das Vorhaben insgesamt kosten wird.

Lebenshilfe will in der Deutzener Straße bauen

Realisieren will die Lebenshilfe den Wohnpark auf drei Grundstücken in der Deutzener Straße. Doch eben an der Stelle wird es kompliziert. „Das Grundstück mit dem einstigen Getreidespeicher ist ein Spekulationsgrundstück und die nächsten Jahre nicht zu haben“, erklärt Drechsler.

Die anderen zwei gehörten Aldi und einem ortsansässigen Ingenieurbüro. Letzterer Eigentümer hatte der Lebenshilfe längst den (verbalen) Zuschlag erteilt. Und Aldi hatte erst vor wenigen Tagen zum wiederholten Male erklärt, an die Lebenshilfe verkaufen zu wollen, allerdings ist der Verkauf eng mit dem geplanten Bau des neues Marktes am Standort Leipziger Straße/Sachsenallee verknüpft.

Positive Signale aus Nachbarkommunen

„Wenn wir den Kauf des Aldi-Grundstücks bis 2019 allerdings nicht unter Dach und Fach bringen, wird der Wohnpark in einer anderen Kommune verwirklicht“, macht Drechsler deutlich. Positive Signale aus Bornas Nachbarschaft habe es in den vergangenen Monaten jedenfalls immer wieder gegeben. So liefen unter anderem Gespräche mit Thomas Hellriegel (CDU), dem Bürgermeister von Neukieritzsch.

Lebenshilfe kann Förderanträge noch nicht stellen

Ursprünglich wollte Drechsler jetzt im Frühjahr alle Fördermittelanträge für den Bau verschicken. Doch daraus wird nichts, zu unsicher ist die gesamte Situation derzeit. Nun hofft der Geschäftsführer, dass bis zum Sommer eine Lösung in Sicht ist, um dann im September einen zweiten Versuch starten zu können, Fördermittel zu bekommen.

Zwar würden laut Drechsler die zwei zur Verfügung stehenden Grundstücke zunächst für den Wohnpark reichen, allein die Zeit und das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung mit Aldi seien nun die ausschlaggebenden Faktoren, die über Bleiben oder Weggang entscheiden würden. Eines aber betont Drechsler: Borna sei nach wie vor der favorisierte Standort für den Wohnpark, schon wegen der vorhandenen Infrastruktur und der Werkstätten.

Verwaltungsgebäude am Breiten Teich?

Der Geschäftsführer kann sich auch vorstellen, auf dem Gelände am Breiten Teich, das Aldi einst für seinen neuen Discounter ins Auge gefasst hatte, ein Verwaltungsgebäude für die Lebenshilfe zu errichten. Denkbar wäre für ihn durchaus der Bau eines Zweigeschossers, in dem nicht nur die Tagespflege ihr Domizil hätte, sondern auch die Mitarbeiter. Möglich wäre zudem, dort ein Café einzurichten.

Die Idee, dass die Lebenshilfe am Breiten Teich baut, war bereits Thema. Jedoch: Eine Anfrage von Seiten des im Herbst ins Leben gerufenen Ausschusses zur Entwicklung am Breiten Teich habe es noch nicht gegeben. Möglich wäre das allerdings noch, der Ausschuss will erstmals im April tagen.

Von Julia Tonne

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