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Borna Bornaer Mediothek soll mit Fahrstuhl und Behindertentoilette barrierefrei werden
Region Borna Bornaer Mediothek soll mit Fahrstuhl und Behindertentoilette barrierefrei werden
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07:00 11.10.2016
Mit Schreibmaschinen für und Büchern in Braille-Schrift hat die Mediothek schon aufgerüstet. Jetzt fehlt noch ein barrierefreier Zugang. Quelle: Andreas Döring
Borna

Das Thema Barrierefreiheit ist in Borna noch immer tagesaktuell. Kürzlich gab es von Seiten der Bahn grünes Licht für den Umbau des Bahnhofes, zudem bekam die Mediothek 33 000 Hörbücher aus dem Bestand der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig (DZB). Jetzt soll die Bibliothek auch gebäudetechnisch an die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap angepasst werden und einen Personenaufzug, eine Behindertentoilette und eine Rückgabeeinrichtung bekommen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich so beschlossen.

„Derzeit schließen wir viele Menschen von der Nutzung der Mediothek aus“, begründete Sebastian Stieler (CDU) den entsprechenden Antrag, den mehrere Stadträte verschiedener Fraktion eingereicht hatten. Doch dem Beschluss ging eine lange Diskussion über Machbarkeit und Notwendigkeit voraus. Letztlich sprachen sich aber die meisten dafür aus, dass die Stadt für das Vorhaben Geld in den Haushaltsentwurf 2017 einstellen soll.

Maic Staudacher (Bürger für Borna) machte keinen Hehl daraus, dass er von dem Vorschlag nicht viel hielt. „Vor vier Jahren sind in der Frohburger Bibliothek Aufzug und Behindertentoilette eingebaut worden. Kürzlich war ich dort und habe von der Leiterin erfahren, dass der Fahrstuhl bis heute gerade zweimal genutzt worden ist“, erklärte er. Zwar sei Borna deutlich größer als Frohburg, dennoch müsse genau abgewogen werden, ob sich die Kosten dafür lohnen würden. Er schlug vor, Veranstaltungen, die bisher oben stattfinden, nach unten zu verlegen, da dort der Zugang barrierefrei sei. Für Ingrid Tietze (CDU), die ebenfalls zu den Unterzeichnern des Antrags gehört, ist der behindertengerechte Umbau in heutiger Zeit hingegen dringend notwendig. „Jeder soll die Chance haben, die städtischen Einrichtungen zu nutzen“, machte sie deutlich.

Auch der Fachdienst Kultur und Veranstaltungen der Stadtverwaltung sieht bei dem Thema Handlungsbedarf. Sowohl die Kinderbibliothek als auch die Veranstaltungsetage seien derzeit nur über Treppen erreichbar, wie er seiner Stellungnahme zum Antrag erklärt. Der Fachdienst schlägt daher ergänzend vor, den Anbau der Mediothek für den öffentlichen Ausleihbetrieb zu nutzen. Das ist auch eine Variante, die dem Fachdienst Gebäude- und Liegenschaftsmanagement vorschwebt. Eine weitere denkbare Maßnahme sei für diesen unter anderem die Errichtung eines Fahrstuhls an der Außenwand im Bereich des Lutherplatzes 10, wenn der Erwerb des Grundstücks und Abriss des Bestandsgebäudes möglich wären. Ein Innenfahrstuhl ist nach Aussage der ehemaligen Bürgermeisterin Andrea Staude (SPD), die Anfang Oktober von Borna in die Landesdirektion gewechselt ist, nicht möglich. Bisherige Prüfungen hätten das ergeben. Roland Wübbeke (CDU) sprach sich dafür aus, im nächsten Bauausschuss alle Varianten genauer zu untersuchen.

Der Stadtrat befürwortet mit seinem Beschluss jedoch nicht nur den barrierefreien Umbau der Mediothek, sondern will auch die Benutzerfreundlichkeit durch Rückgabeeinrichtungen erhöhen. Die Unterzeichner des Antrags hatten sich zuvor für einen automatischen Ausleihe- und Rückgabeautomaten ausgesprochen. Der aber sei laut Fachdienst Kultur und Veranstaltungen nicht machbar. Zu hohe Anschaffungs- und Folgekosten für die Geräte sowie der Platzbedarf würden dagegen sprechen. Die Einigung: Ein Rückgabe-Briefkasten tue es auch. Er ist ohne größere technische Aufrüstung aufzubauen und ermögliche eine 24-Stunden-Rückgabe.

Von Julia Tonne

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