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Bornaer Mediothek sucht größte Bohne der Stadt und legt eigenes Beet an

Urbanes Gärtnern Bornaer Mediothek sucht größte Bohne der Stadt und legt eigenes Beet an

Die Mediothek Borna will sich von einem reinen Bücher- und Wissensspeicher zu einem Ort entwickeln, an dem Lernen durch Ausprobieren möglich ist. Nächste Etappe auf dem Weg zu diesem Ziel ist die Reihe „Urbanes Gärtnern“, die am Sonnabend beginnt. Gesucht wird unter anderem die größte Bohne der Stadt.

Die Probebohne der Mediothek ist schon ordentlich in die Höhe geschossen. Am Sonnabend können Kinder dann unter Anleitung von Katja Pompe selbst Samen pflanzen.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Ein Blumentopf macht noch keinen Garten. Doch viele Töpfchen, ein kleines Beet, eine Kräuterschnecke und ein Mini-Gewächshaus mit Tomaten und Gurken können durchaus als solcher gelten. Vor allem dann, wenn schlicht nicht mehr Platz ist. Urbanes Gärtnern nennt sich das Pflanzen von Blumen sowie der Anbau von Obst und Gemüse auf engstem Raum – und das ist zum echten Trend avanciert. Dem will sich die Mediothek in Borna nicht verschließen und bittet die Leser, in den kommenden Wochen zusätzlich zum Buch auch zu Pflanzschaufel, Samen und Erde zu greifen.

Schon am Sonnabend dreht sich in der Bücherei alles um den grünen Daumen. Um 9 Uhr eröffnet der Pflanzenmarkt, die abzugebenden Stecklinge haben die Mitarbeiter der Mediothek in den vergangenen Wochen gezogen, darunter Zimmerpflanzen, aber auch Gemüsesorten wie Radieschen und Cocktailtomaten. Verkauft im herkömmlichen Sinne werden die Nachwuchspflanzen nicht, vielmehr stellt die Mediothek eine „Kasse des Vertrauens“ auf und bittet um einen kleinen Obolus.

Ab 10 Uhr sind am Sonnabend vorrangig Kinder eingeladen, sich am Wettbewerb „die größte Bohne der Stadt“ zu beteiligen. Dafür stehen Pflanztöpfchen, Bohnensamen und Erde kostenlos zur Verfügung, so dass direkt in der Mediothek losgegärtnert werden kann. Bis Ende Mai können die Bohnen wachsen, dann sollten die jungen Züchter zu Zollstock oder Maßband greifen, die Pflanze samt Zollstock und gemessener Höhe abfotografieren und schließlich das Bild an die Mediothek schicken. Einsendeschluss ist der 1. Juni. „In der Zeit können die Bohnen eine Größe von durchaus zwei Metern erreichen“, sagt Katja Pompe, die das Urbane Gärtnern mediotheks-fähig gemacht hat. Noch ein paar Wochen später sei gar eine Höhe von etwa vier Metern möglich. Sie rät dazu, die Samen zunächst aufgehen zu lassen und die Pflanze bei geeignetem Wetter nach draußen zu stellen. Vielleicht sei auch ein Umtopfen notwendig. Sieger des Wettbewerbs wird der Züchter mit der größten Pflanze. Der Preis wird noch nicht verraten, hat aber garantiert etwas mit „Garten“ zu tun.

Während des Vormittags in der Mediothek ist am Sonnabend auch die Ausstellung „Klick in die Vielfalt“ zu sehen. Die Aufnahmen zeigen nicht nur heimische Natur, sondern auch städtische Orte, an denen sich die Flora ihren Lebensraum zurückerobert hat. Um 11 Uhr lädt Elisabeth Meyer-Renschhausen, Gründerin vieler Gemeinschaftsgärten, zum Vortrag „Urbanes Gärtnern und ökologischer Nahrungsmittelanbau“ ein.

Dass sich die Mediothek des Themas annimmt, liegt unter anderem an der großen Nachfrage nach Gartenbüchern. Der Bestand allein dazu umfasst derzeit rund 250 Titel, „Tendenz immer weiter steigend“, sagt Pompe. Die Leser seien sowohl Kleingärtner und Eigenheimbesitzer als auch Balkonkästen-Liebhaber. Ziel der Mediothek sei es, sich vom reinen Bücher- und Wissensspeicher zu einem Ort zu entwickeln, an dem Lernen durch Ausprobieren möglich wird.

Im Mai geht es dann mit den nächsten Aktionen weiter. Am 11. Mai gibt es um 16 Uhr ein „Dosengärtnern“. Aus Büchsen werden unter Anleitung Blumenampeln gebastelt. Zudem wollen die Mitarbeiter an einem Tag – das Datum steht noch nicht fest – ein eigenes Mediotheksbeet anlegen. „Das ist dann für alle gedacht, die daran vorbeikommen. Jeder kann eine Kleinigkeit ernten und vielleicht auch bei der Pflege helfen“, sagt Pompe. Finale der Veranstaltungsreihe – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Lesung „Giftmorde“ von Frank Kreisler am 1. Juni um 19 Uhr.

Von Julia Tonne

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