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Bornaer Münzschatz kehrt zurück

Bornaer Münzschatz kehrt zurück

Der "Münzschatz von Borna" kehrt an seine Fundort zurück. Die Münzen, die vor drei Jahren bei den Arbeiten am neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Roßmarktsche/Kirchstraße gefunden wurden, sind ab 9. Oktober knapp einen Monat lang im Museum zu sehen.

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Lagen jahrhundertelang in Bornaer Erde: diese Münzen, die ab dem 9. Oktober im Musuem zu sehen sind.

Quelle: Günther Hunger

Borna. Später werden sie Bestandteil der künftigen Dauerausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz.

Es war während der Zeit des 30-jährigen Krieges, als sich ein vermutlich wohlhabender Bornaer Bürger, vielleicht ein Kaufmann oder ein Ackerbürger, entschloss, sein Geld zu vergraben. Verständlich in einer Zeit, in der die Stadt, die nach Angaben von Museumsleiterin Gabriele Kämpfner seinerzeit kaum 2000 Einwohner zählte, unter Soldaten verschiedener Armeen und großer Nahrungsmittelknappheit zu leiden hatte. Es gab Einquartierungen und Plünderungen. Und immer wieder wurden die Bornaer Opfer der Pest, so dass bisweilen ein Drittel der Bevölkerung dahingerafft wurde.

Der Fund, zu dem Silbermünzen gehören, war bei den Arbeiten am Wohn- und Geschäftshaus der Bornaer Wohnbau und Siedlungsgesellschaft (BWS) vor drei Jahren zutage gefördert worden. Das hatte seinerzeit die Bauarbeiten an dem Gebäude, bei dessen Energieversorgung Erdwärme genutzt wird, um mehrere Monate verzögert.

Die Archäologen hingegen hatten gejubelt. Sie hatten Reste aus dem Mittelalter entdeckt, und sie legten eine große Anzahl von Hölzern frei, die aus dem 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammten. Außer den Schwebebalken alter Fachwerkhäuser fanden sich auf der Grabungsstelle weitere Balken, Bretter und Pfosten. Besonders beeindruckt hatten sich die Archäologen seinerzeit von der Entdeckung eines Abwasserkanals gezeigt, der als Parzellengrenze der heutigen Kirchstraße 4 und 6 diente. Gefunden wurde vor drei Jahren außerdem Bauschutt, den die Wissenschaftler als Hinweis auf zahlreiche Brände deuteten.

Untersuchte wurde seither auch ein Lehmpäckchen, bei dem ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass es sich um eine Art Sack handelte und in dem sich der Münzschatz befand. Jetzt aber, so Museumsleiterin Kämpfner weiter, scheint klar, dass es sich um ein anderes Behältnis, womöglich um eine Art Gefäß handelt. Das aber hat nach Überzeugung von Fachleuten dazu geführt, dass die Barschaft, bei der bis zu 30 Silbertaler gezählt wurden, die Jahrhunderte recht unbeschadet überdauern konnte. Erkennbar sind etwa 30 Silbermünzen. Fünf davon sollen aus der Zeit zwischen 1562 und 1626 stammen. Der Fund, einer von etwa 70 im Freistaat Sachsen, war zunächst im Landesamt für Archäologie und im Sächsischen Münzkabinett verwahrt worden.

Bei der Eröffnung der Ausstellung am 9. Oktober wird Landesarchäologin Regina Smolnik die Bedeutung des Fundes erläutern. Die Ausstellung läuft bis zum 1. November und wird bei großem Interesse womöglich auch verlängert. Später wird der Bornaer Münzschatz Bestandteil der Ausstellung im künftigen Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz. Dort wird bis Ende des Jahres die Dauerausstellung aufgebaut, Anfang 2014 erfolgt die Eröffnung des Museums unter dem Titel "Kulturen entdecken - Geschichte verstehen". Beleuchtet werden dort 280 000 Jahre menschlicher Kulturentwicklung im Freistaat Sachsen, wozu auch der Bornaer Münzschatz gehört.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.09.2013

Nikos Natsidis

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