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Bornaer Münzschatz kommt nicht zurück – Fund ist in Chemnitz zu sehen

Archäologie Bornaer Münzschatz kommt nicht zurück – Fund ist in Chemnitz zu sehen

Es war eine Sensation, als bei Bauarbeiten in Borna im Jahr 2010 ein Lehmpäckchen mit Münzen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gefunden wurde. Die Münzen aus dem Bornaer Erdreich kann man noch heute besichtigen. Allerdings ausschließlich in den Archäologischen Sammlungen in Chemnitz.

So ist der Bornaer Münzschatz 2010 gefunden worden und so ist er im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz zu sehen, seit das 2014 eröffnet wurde.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Es gibt zwei bedeutende Funde, die Archäologen in Borna gemacht haben: das Bornaer Mammut, dessen Reste 1908 in einer Lehmgrube entdeckt wurden, und den Bornaer Münzschatz. Während die Knochen des urzeitlichen Tieres bei einem Bombenangriff auf das Leipziger Grassimuseum im Krieg vernichtet wurden, lassen sich die Münzen aus dem Bornaer Erdreich noch heute besichtigen. Allerdings nur noch in den Archäologischen Sammlungen in Chemnitz. Fachleute würdigen den Fund als etwas Besonderes.

Es war schon eine Sensation und das keineswegs nur für die Fachwelt, als die Bauarbeiten für das neue Wohn- und Geschäftshaus der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS) an der Ecke Roßmarktsche Straße/Kirchstraße im Jahr 2010 unterbrochen wurden. Der Baggerfahrer Peter Hofmann war an etwas Grünes gestoßen. Zutage kam ein Lehmpäckchen mit Münzen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, und die Folge war eine längere Unterbrechung der Bauarbeiten.

„Die Münzen wurden damals so gefunden, wie sie in den Boden gesteckt wurden“, sagt Christoph Heiermann vom Sächsischen Landesamt für Archäologie. Üblicherweise haben Archäologen nicht so viel Glück, „weil solche Funde meist von den Baggern weit verstreut werden“. Nach dem Fund wurden die Münzen geröntgt. Mittlerweile gilt als klar, dass es sich dabei um eine so genannte Notverbergung handelt, wie Heiermann sagt. Bereits vor sieben Jahren hatten die Fachleute den guten Zustand, in dem die etwa 30 Münzen gefunden wurden, damit erklärt, dass er nicht, wie seinerzeit üblich, in einem Krug, sondern in einem Lehmbeutel vergaben wurde. Auf diese Weise habe der Schatz die Jahrhunderte überdauern können.

Heiermann datiert ihn auf das Jahr 1632, das Jahr, in dem der schwedische König Gustav Adolf bei Lützen zu Tode kam und der Krieg in Mitteldeutschland besonders stark wütete. Die Angst vor marodierenden Söldnern könnte es auch gewesen sein, die den Besitzer der Münzen dazu brachte, sein Geld zu verbergen.

Mittlerweile sind die Münzen Bestandteil der Archäologischen Sammlungen in Chemnitz, wo sie im Rahmen der Präsentation „Mittelalter und Neuzeit“ in der dritten Etage zu sehen sind. Dabei handelt es sich um eine Wand mit Alltagsgegenständen aus verschiedenen Epochen, in der Keramik und Töpfe, aber auch Waffen zu sehen sind. Auch Geldstücke wie den Bornaer Münzschatz, der, was eher selten ist, vollständig intakt ist. Die Münzen aus der heutigen Roßmarktschen Straße werden deshalb auch so gezeigt, wie sie seinerzeit entdeckt wurden – als Erdklumpen, aus dem einige Geldstücke herausragen.

Ein besonderes Stück Bornaer Erde, das wohl kaum noch einmal an seinen Entdeckungsort zurückkehren wird. Das immerhin war drei Jahre nach seiner Entdeckung der Fall, als die Münzen im Bornaer Museum in einer Sonderschau zu sehen waren. Im Prinzip sei es üblich, dass alle archäologischen Funde in Chemnitz präsentiert werden, so Heiermann. Das habe ganz praktische Gründe. Fundstücke wie der Bornaer Münzschatz müssten klimatisiert gelagert werden – „nicht zu feucht und nicht zu trocken“. Das sei an sich nur in den Archäologischen Sammlungen zu gewährleisten.

Das Archäologiemuseum

Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) am Stefan-Heym-Platz 1 ist im Mai 2014 eröffnet worden. Seine Dauerausstellung ist das Schaufenster der Archäologie Sachsens. Die archäologischen Exponate stammen von Ausgrabungen, die das Landesamt für Archäologie Sachsen durchführte.

Auf drei Etagen mit insgesamt 3000 Quadratmetern präsentiert das smac die Entwicklung Sachsens von der Zeit der ersten Jäger und Sammler vor rund 300 000 Jahren bis zur frühen Industrialisierung. Erfahrbar wird dabei, wie der Mensch aus der anfänglichen Naturlandschaft allmählich eine bäuerliche Landschaft und schließlich die moderne Kulturlandschaft formt. Rund 6200 Exponate und eine außergewöhnliche Ausstellungsgestaltung dokumentieren und untermalen die kulturgeschichtliche Entwicklung.

Geöffnet ist das Museum von Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr, donnerstags 10 - 20 Uhr , montags geschlossen. Besucherinformation: Telefon 0371/ 911 999 0, Führungen buchen unter Telefon 0371/911 999 0

www.smac.sachsen.de

 

Von Nikos Natsidis

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