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Bornaer Museum kann sich zwei Neuerwerbungen leisten

Bornaer Museum kann sich zwei Neuerwerbungen leisten

Das städtische Museum am Reichstor gehört eher zu den kleineren Einrichtungen seiner Art in Sachsen. Im letzten Jahr konnten sich die rührigen Ausstellungsmacher um Museumschefin Gabriele Kämpfner über zwei ganz besondere Erwerbungen freuen.

Borna. Immerhin 3000 Besucher wurden im Museum im Jahr 2009 registriert. Borna hat keine Sixtinische Madonna und keine Nofretete. Auch die Reste des Bornaer Mammuts, immerhin einiger Knochen, die die Beschädigung im Krieg überstanden haben, lagern im Heimatkundemuseum in Leipzig und damit fernab der Stadt. Umso mehr freuen sich Museumsleiterin Kämpfner und Ortschronist Thomas Bergner über Zukäufe wie jene Schrift aus dem 16. Jahrhundert, die im letzten Jahr aus einem Wiener Antiquariat nach Borna kam. Es handelt sich um ein Werk von Johannes Müller, eines gebürtigen Bornaers, der sich später der Mode der Zeit entsprechend Johannes Mylius nannte und in Leipzig studierte. Der verfasste 1532 die Denkschrift „Über die Ankunft des ersten Elefanten in Wien“, womit er Maximilian II. zur deutschen Kaiserwürde verhalf. Für das Museum sind derartige Erwerbungen ein Ereignis. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Einkäufer dabei bisweilen fühlen müssen wie das berühmte Känguru, das versucht, mit leerem Beutel große Sprünge zu machen. Etwa 4000 Euro standen dem Haus am Reichstor im letzten Jahr für Neuerwerbungen zur Verfügung. Etwa 1000 Euro gingen allein für das Wiener Buch des Bornaers Mylius drauf, womit das Werk allerdings noch nicht bezahlt war. Der Rest, nochmal 1500 Euro, kam vom Geschichtsverein. Wie viel Geld das Museum in diesem Jahr für Ankäufe bekommt, steht nicht zuletzt mit Blick auf die unklare städtische Haushaltslage derzeit noch in den Sternen. Dabei ist das Werk, von dem es lediglich in Breslau/Wroclaw noch eine zweite Ausgabe gibt, nicht die einzige Neuerwerbung des Museums. Im Haus steht jetzt auch ein Harmonium aus der bekannten Lindholmschen Werkstatt in Borna. Das Besondere daran: Es stammt aus dem Jahr 1950, also aus der Nachkriegszeit, als derartige Instrumente nicht mehr so hoch im Kurs standen wie im 19. und noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Zu den Erfolgen im letzten Jahr zählt die Museumsleiterin auch das Zeitzeugen-Projekt, bei dem Teichgymnasiasten im 20. Jahr nach der politischen Wende in der DDR Leute nach ihren ganz persönlichen Erfahrungen befragten. 25mal fanden so genannten museumspädagogische Veranstaltungen statt, bei denen die Museumsmitarbeiter in Altenheimen über die Stadtgeschichte sprachen oder spezielle Ferienangebote für Schüler unterbreiteten. Nicht zu vergessen das Ganztagesangebot für die Dinterschule, in dessen Rahmen die Schüler Geschichte ganz konkret zu fassen bekommen – etwa durch den Besuch eines Tagebaus.

Nikos Natsidis

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