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Bornaer Museum will Geheimnis seiner Luther-Schätze lüften

Bornaer Museum will Geheimnis seiner Luther-Schätze lüften

Das Bornaer Museum wird zum diesjährigen Luther-Spektakel das Geheimnis um eine originale Bibel und das Gemälde des Reformators lüften. Die restaurierten Objekte sollen am Vorabend der Öffentlichkeit gezeigt werden.

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Dieses Porträt von Martin Luther wird derzeit in einer Leipziger Werkstatt restauriert. Das ovale Foto rechts oben zeigt den Beginn der Sicherung. Das Ölgemälde ist eine Dauerleihgabe der Kirchgemeinde Altmörbitz an das Museum der Stadt Borna. Fotos: Museum

Quelle: Privat

Borna. Wie Museologin Marie Breinle sagte, sollen dabei bislang verborgene Erkenntnisse über die beiden Objekte öffentlich gemacht werden.

Breinle ist die Spannung anzumerken. Sie hat die Luther-Bibel, die sich bereits seit einiger Zeit in der Sammlung des Museums befindet, schon in den Händen gehalten. Aber in die Randnotizen des großen Reformators habe sie sich beim eiligen Durchblättern nicht vertiefen können, sagte sie stirnrunzelnd. Zu fragil sei der Zustand des seltenen Exemplares gewesen, bevor es Ende 2014 in die Restaurierung gegeben werden konnte.

Obwohl sich noch viele Geheimnisse um die 1576 in der Wittenberger Druckerei Hans Kraft hergestellten Schrift ranken, steht bereits heute fest: "Es handelt sich um ein sehr frühes und seltenes Exemplar", sagte Breinle. Insgesamt seien nur fünf Exemplare bekannt, eins davon im Besitz des Museums der Grafschaft Mark in der Burg Altena. "Das Bornaer Exemplar besitzt mindestens zwei originale Handschriften", so die Museologin fasziniert, eine davon möglicherweise aus dem 16. Jahrhundert. "Kulturgeschichtlich ist das von unschätzbarem Wert", sagte Meinle. Dass die Bibel nicht mehr vom originalen Einband getragen wird, betrübt die Mitarbeiterin im Bornaer Museum wenig. Zahlreiche Belege ließen darauf schließen, dass sie im Laufe der Jahrhunderte vielfach genutzt wurde und durch viele Hände gegangen ist.

Neue Erkenntnisse versprechen sich die Experten auch von der Restauration des Ölgemäldes Martin Luthers, welches sich als Dauerleihgabe der Kirchgemeinde Altmörbitz im Bestand des Museums der Stadt Borna befindet. Dieses Altersbildnis kam vermutlich im Zuge des 300. Reformationsjubiläums 1817 in die Dorfkirche Altmörbitz. Die Besonderheit dieses Porträts: Es zeigt Luther im Gegensatz zu der üblichen Bildsprache in die entgegengesetzte Richtung - nach links - schauend. Dabei hält er das Buch, die Bibel, in der linken, nicht wie üblich in der rechten Hand. "Dieses Bild wurde vermutlich nach einem Kupferstich von Johann Georg angefertigt", so Breinle. Entdeckt wurde es von Gert Schreiber auf dem Dachboden in der Dorfkirche Altmörbitz. Der Vorstandsvorsitzende des Geschichtsvereins Borna vermittelte den spektakulären Fund zwischen der Kirchgemeinde und dem Museum Borna. Der Zustand des Bildes hatte bislang eine öffentliche Präsentation unmöglich gemacht. "Das Gemälde besaß zahlreiche Risse und Löcher, der Malgrund löste sich von der Leinwand, es gab bereits zahlreiche Fehlstellen", erinnerte Breinle. Die Maloberfläche sei stark verschmutzt und alte Schimmelspuren deutlich sichtbar gewesen. Dank der Förderung durch die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig wird das Porträt derzeit in der Leipziger Werkstatt von Restauratorin Susan Pönitz wieder hergestellt. "Die Fehlstellen werden ergänzt", erklärte Breinle. Auf den zweiten Blick seien sie aber erkennbar, so dass die Historie des Bildes nachvollziehbar bleibe.

Welche Aufschluss die Schäden an Bibel und Gemälde geben, wie sie die Erkenntnisse über den Weg der historischen Dokumente vervollkommnen werden, darüber wollen Breinle und Pönitz während der Präsentation am 27. August ab 19 Uhr im Museum von Borna sprechen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2015
Birgit Schöppenthau

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