Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Bornaer Museum zieht in den Stern und das Standesamt ins Reichstor
Region Borna Bornaer Museum zieht in den Stern und das Standesamt ins Reichstor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 24.03.2017
Im Bornaer Reichstor ist es für das Museum zu eng. Das könnte in den Goldenen Stern ziehen und damit dem Standesamt Platz machen. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Borna

Wer durchs Bornaer Museum geht, stößt schnell an Grenzen. Nicht bei den rührigen Mitarbeitern um Museumsleiterin Gabriele Kämpfner. Wohl aber räumlich, denn die Ausstellungsflächen sind schlichtweg überschaubar und zu klein. Sie können einem Vergleich mit einem diesbezüglich nachgerade opulenten Gebäude wie dem Kulturhistorischen Museum in der Domgasse in Wurzen, in dem es um weit mehr als um die Stadt-Ikone Joachim Ringelnatz geht, kaum standhalten. Wohl auch deshalb hatte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) in ihrem Programm vor ihrer Wiederwahl vor zwei Jahren einen Museumsneubau angekündigt.

„Die Idee steht“, macht sie klar. Das Museum sei doch „sehr beengt“. Das bestätigt auch Museumschefin Kämpfner, die sagt, dass „der Raumbedarf besteht“. Immerhin lagern etwa 100 000 Objekte im Depot, von denen Besuchern immer nur ein Bruchteil präsentiert werden kann. Luedtke schwebt deshalb vor, das Museum aus dem Reichstor in den Goldenen Stern zu verlagern. Für das Museum ein Quantensprung in Sachen Ausstellungsfläche. Im Gegenzug, so die Oberbürgermeisterin weiter, würde das Standesamt aus dem Stern ins Reichstor umziehen. Auch wenn das aktuelle Trauzimmer im Stern vorzeigbar ist, so lässt sich doch gut vorstellen, dass Eheschließungen im Reichstor noch attraktiver sind.

Zuvor müssten allerdings noch etliche Weichen gestellt werden. Dazu gehören nicht nur die Modernisierung der Brandschutzanlagen im Reichstor und die bevorstehende Trockenlegung des Goldenen Sterns. Bevor es ernst wird mit dem neuen Quartier, soll die Stadtverwaltung zunächst eine Eröffnungsbilanz für den Haushalt vorlegen, wie es der Stadtrat einst gefordert hat.

Dabei ist es mit Blick auf die Geschichte des Bornaer Museums ohnehin ein Wunder, dass heutzutage überhaupt über eine Vergrößerung der städtischen Sammlungen nachgedacht werden kann. In den 60er Jahren war das Museum sogar geschlossen worden. Es war die Zeit, als Borna nach den realsozialistischen Vorgaben komplett umgebaut werden sollte – wozu auch der Abriss der alten Gebäude in der Innenstadt gehörte. Verschwinden sollte auch das so genannte Alte Amt an der Ecke Bahnhofstraße/Markt, in dem sich die Sammlung des Museums seinerzeit befand und wo heute die Sparkasse residiert. Dort zog 1968 der „Aufbaustab für die sozialistische Umgestaltung der Kreisstadt Borna“ ein.

Die Museumsbestände, deren Ursprünge auf den Bornaer Lehrer Robert Weber zurückgehen, wurden auf mehrere Gebäude in der Stadt verteilt. 1974 eröffnete das Museum an seinem heutigen Standort, wozu auch Ausstellungsräume An der Mauer gehören.

Wann das Museum in den Goldenen Stern ziehen kann, ist noch unklar. Oberbürgermeisterin Luedtke geht aber davon aus, dass dies in drei Jahren möglich ist.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Greenpeace will am Sonntag in Pödelwitz 1000 Osterglocken in Form eines X pflanzen, um gegen die Pläne der Mibrag, den Tagebau zu erweitern, zu protestieren. Während dessen weist das Bergbauunternehmen die von den Umweltschützern erhobenen Vorwürfe zurück.

23.03.2017

Der Ausfall eines Dampferzeugers war nach Unternehmensangaben Ursache der Störung im Cracker des Dow-Werkes in Böhlen. Das hatte in der vorigen Woche zu einer sehr hell brennenden Fackel mit starker Rußbildung geführt. Planmäßig soll die Fackel erst in rund einem Jahr wieder überschüssige Gase verbrennen.

23.03.2017

Im Landkreis Leipzig gibt es keinen Scanner, um Asylbewerber erkennungsdienstlich zu behandeln und ihnen die Fingerabdrücke abzunehmen. Die dafür nötige Technik sei nicht vorhanden.

26.03.2017
Anzeige